Derby grandioso der Heilbronner Falken

Eishockey  Mit einem in allen Belangen überzeugenden 4:1-Derbysieg gegen die Bietigheim Steelers haben die Falken am Sonntag ihre Tabellenführung in der DEL 2 verteidigt.

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Die ersatzgeschwächten Gäste waren in der mit 3544 Zuschauern ausverkauften Kolbenschmidt-Arena über weite Strecken vom Angriffswirbel der Heilbronner überfordert. Der 4:1 (2:1, 2:0, 0:0)-Sieg war hochverdient. 

 

Das Spiel hätte für die Falken nicht besser beginnen können: Nach 24 Sekunden kassierte Steelers-Verteidiger Eric Stephan die erste Strafe. Gegen das beste Powerplay der Liga keine gute Idee. Das zeigte sich 41 Sekunden später, als Stefan Della Rovere im Slot einen Schuss von Ian Brady unhaltbar für Cody Brenner zum 1:0 abfälschte. Gleich mal Fahrt aufgenommen, blieb die Partie temporeich. Die Gäste trugen ihren Teil dazu bei. Es gab Chancen hüben wie drüben. Doch die Goalies waren auf dem Posten. 

In der achten Minute wurde es das erste Mal handgreiflich. Michael Knaub legte sich mit Steelers-Urgestein René Schoofs an. Beide durften zwei Minuten sitzen, die Falken waren im Vier gegen Vier in der Phase das gefährlichere Team. Doch kaum war das Duo zurück, da zog Frédérik Cabana einfach mal ab und traf perfekt in den Winkel. Das 1:1 (9.) kam überraschend und brachte die Gastgeber kurzzeitig aus dem Konzept.

Die Schlussphase des Drittels gehörte aber wieder den Falken, die mächtig aufs Steelers-Tor drückten. Eine gekonnte Vorbereitung von Della Rovere schloss Kapitän Derek Damon nicht weniger gekonnt zur verdienten 2:1-Führung ab (16.).

Das Mitteldrittel gehört den Falken

Wie so häufig in den vergangenen Wochen legten die Falken im Mitteldrittel nochmal gewaltig zu. Eine frühe Strafzeit gegen die Steelers half dabei. Della Rovere im Nachschuss nach einem klassischen Valenti-Hammer scheiterte noch am stark reagierenden Brenner. Doch in der 26. Minute passte Brady überraschend scharf vors Tor und fand Alex Nikiforuk, der am langen Pfosten problemlos auf 3:1 stellte.

Jetzt schnürten die Falken die überforderte Rumpftruppe aus dem Ellental in deren Drittel ein. Denen fehlte neben vier Stammkräften, darunter Goalie Stephon Williams, inzwischen auch ihr Topscorer Matt McKnight, der gegen Ende des ersten Drittels einen Schläger abbekommen hatte, zur Bank fuhr und nicht mehr wiederkam.

Kolbenschmidt-Arena wird nach dem 4:1 vollends zum Tollhaus 

Die Falken interessierte das wenig: Eine glänzende Kombination über Della Rovere und Nikiforuk schloss Damon mit einem knallharten Schuss zum 4:1 ab (31.). Nun war die Kolbenschmidt-Arena endgültig ein Tollhaus. In den angesichts der äußeren Witterungsbedingungen obligatorischen Heilbronner Nebelpausen lief schon „Sweet Caroline“, eigentlich das Lied, mit dem Siege gefeiert werden. Die Fans dichteten den Refrain spontan in „Scheiß Bietigheim oh! oh! oh!“ um.

Zum krönenden Abschluss eines grandiosen Falken-Drittels lieferten sich Della Rovere und Benjamin Zientek den Faustkampf des Abends. Auch hier entschieden die Referees gerecht verteilt auf jeweils 2+2+10 Strafminuten.

Im Schlussdrittel taten sich die Teams nicht mehr großartig weh. Die Falken kontrollierten die Partie gegen ein Team aus dem Mittelfeld der Tabelle, wie es sich für einen Spitzenreiter gehört. „Hier regiert der HEC“ sangen die Fans – und hatten sowas von recht. 


Tor: Nemec (Schickedanz); Abwehr: Maschmeyer - Pavlu, Möller - Brady, Maginot - Mapes, Wirth. Angriff: Miller - Preto - Brune, Della Rovere - Damon - Nikiforuk, Wruck - Valenti - Soramies, Hon - Knaub - Koch.
Tore: 1:0 (2.) Della Rovere, 1:1 (9.) Cabana, 2:1 (16.) Damon, 3:1 (26.) Nikiforuk, 4:1 (31.) Damon
Strafminuten: 24/22.
Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Christian Oswald
Zuschauer: 3544


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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