Der Beitrag der Neuzugänge zum Erfolg der Falken

Eishockey  Die gelungene Kaderplanung ist ein Grund für die Tabellenführung der Heilbronner Falken. Die zehn Neuen im Team habe alle auf ihre Weise eingeschlagen.

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Zehn Neue, zehn Treffer

Alexander Nikiforuk (rechts) und Dylan Wruck sind zwei der neuen Falkenspieler, die voll eingeschlagen haben. Bei der Kaderplanung haben die Verantwortlichen praktisch nur ins Schwarze getroffen.

Foto: Andreas Veigel

Normalerweise folgt ja die Kür auf die Pflicht, bei den Heilbronner Falken ist es umgekehrt. Nach dem Sechs-Punkte-Derby-Wochenende stehen vor der Deutschland-Cup-Pause die Duelle mit den Schlusslichtern der DEL 2 auf dem Programm.

Am Freitag (19.30 Uhr) geht es nach Landshut, am Sonntag (18.30 Uhr) gastiert Kaufbeuren in der Kolbenschmidt-Arena. "Es wäre schon wichtig, die Tabellenführung zu behaupten", sagt Alexander Mellitzer. Die wurde nicht zuletzt dank der zehn Neuzugänge erreicht, die sich alle auf ihre Art bisher als Volltreffer erwiesen haben.

Matthias Nemec (9 Spiele, Fangquote 90,2 Prozent): Der Rückhalt. "Ein paar Zentimeter größer und er wäre ein Spitzen-DEL-Goalie", sagt Mellitzer über den 29-Jährigen, der vom EHC Freiburg kam. Mit seinen 175 Zentimetern ist er in jedem Fall ein sehr starker DEL-2-Keeper und die perfekte Ergänzung zum jungen Mirko Pantkowski.

Ian Brady (15 Spiele, 2 Tore, 13 Assists): Der defensive Spielmacher. Das Urteil von Mellitzer über den 25-jährigen US-Amerikaner fällt eindeutig aus: "Einer der besten Verteidiger der Liga." Die größte Stärke? "Sein Spielverständnis". Abzulesen an den 13 Assists.

Kevin Maginot (15 Spiele, 1 Tor, 5 Assists): Die Zweikampfmaschine. "Der wird nie müde", sagt Mellitzer über den 1,90-Meter-Riesen. Obwohl seine Statistiken das nur bedingt belegen, betont der Trainer die Offensivqualitäten des Verteidigers. Mit Corey Mapes bildet der gebürtige Mannheimer, der schon 2014/15 für die Falken spielte, ein starkes Duo.

Personalien

Die Falken müssen auch am Wochenende weiter auf Mirko Pantkowski und Marcus Götz verzichten. Bryce Gervais steht vor der Rückkehr ins Team. Noch nicht geklärt war am Mittwoch, welche Spieler die Adler Mannheim beanspruchen. Im Gange sind die Gespräche mit den Try-out-Spielern Davis Koch und Michael Knaub. "Wir wollen beide gerne bis Saisonende lizensieren. Sie haben sich für eine Weiterverpflichtung empfohlen", sagt Manager Atilla Eren. 

Dylan Wruck (15 Spiele, 6 Tore, 18 Assists): Der Volltreffer unter den Volltreffern, aktuell DEL-2-Topscorer. "Jeder spielt gerne in seiner Reihe, weil er seine Mitspieler in Szene zu setzen weiß", sagt Mellitzer. Technisch stark, kreativ, gute Übersicht, arbeitet defensiv mit - ein Kandidat für den DEL-2-Spieler des Jahres.

Stefan Della Rovere (15 Spiele, 7 Tore, 9 Assists): Der Puckkontrolleur. "Ein Ochse an der Scheibe", sagt Mellitzer. Der 29-Jährige geht dahin, wo es weh tut, arbeitet viel im Slot, weiß die Scheibe zu schützen. "Außerdem ein Spitzentyp."

Alexander Nikiforuk (15 Spiele, 4 Tore, 9 Assists): Das Aufziehmännchen. "Trotz seiner 36 Jahre ist er immer aufgedreht", sagt Mellitzer. Nicht nur wegen seiner Größe von 172 Zentimetern nicht immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. "Er macht im Spiel aber nahezu alles richtig", lobt Mellitzer.

Tim Miller (15 Spiele, 2 Tore, 7 Assists): Der emotionale Leader. "Der bellt nicht nur, der beißt auch", sagt Mellitzer über den 32-Jährigen. "Mit seinem Kampfgeist, mit seiner Zweikampfstabilität, führt er nicht nur seine Sturmreihe, sondern ist einfach ein Vorbild für die jungen Burschen", lobt der Coach. In der Kabine fungiert der Deutsch-Amerikaner durchaus als verlängerter Arm des Trainers. "Er findet die richtigen Worte, um auf Dinge hinzuweisen", sagt Mellitzer.

Bryce Gervais (12 Spiele, 7 Tore, 3 Assists): Der Speedy Gonzales im Team. "Sein Tempo hebt ihn von den anderen ab", sagt Mellitzer über den 27-jährigen Kanadier und ergänzt: "Er ist immer laut auf dem Eis, bringt uns viel Energie."

Michael Knaub (9 Spiele, 1 Tor, 1 Assist): Der Schutzschild des Teams, Liebling der Fans. "Er steht für seine Mitspieler auf", sagt Mellitzer, will heißen: Wer sich mit einem Falkenspieler anlegt, legt sich mit Knaub an. 47 Strafminuten hat der 102-Kilogramm-Stürmer schon gesammelt, nur Austin Carroll von den Kassel Huskies hat mehr auf dem Konto. "Er ist super wissbegierig, macht immer Extraschichten", lobt Mellitzer den 24-Jährigen.

Davis Koch (13 Spiele, 1 Tor, 8 Assists): Der Raumdeuter, besonders in den Special Teams. "DEL-Potenzial" attestiert Mellitzer dem 21-Jährigen, "wenn er körperlich noch zulegt".

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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