Das macht die Falken derzeit stark

Eishockey  Am Mittwoch steigt das nächste Heimspiel der Falken. Gegner ist der Meisterschaftsanwärter Löwen Frankfurt. Fünf Gründe, warum die kleine Siegesserie der Heilbronner kein Zufall ist.

Das macht die Falken derzeit stark

Matthias Nemec behält auch im Chaos den Überblick: Der neue Keeper der Falken ist eine Bank, er hielt die Falken mit teils spektakulären Paraden immer im Spiel und ist ein Garant dafür, dass es derzeit gut läuft.

Foto: Andreas Veigel

Es war im Dezember 2018, als die Falken zuletzt vier DEL-2-Spiele in Folge gewonnen haben. Mit elf Punkten aus den ersten sechs Spielen sind die Heilbronner aktuell Tabellenvierter. Doch Vorsicht: Die Startbilanz im Vorjahr war identisch, am Ende reichte es aber nur zu einem Pre-Playoff-Platz.

Am Mittwochabend (20 Uhr) erwartet das Team von Trainer Alexander Mellitzer die Löwen Frankfurt in der Kolbenschmidt-Arena. Die erste Partie gegen den Meisterschaftsanwärter ging am zweiten Spieltag unglücklich mit 3:5 verloren. Die Falken sinnen auf Revanche und die Chancen dafür stehen gut, denn die kleine Siegesserie ist kein Zufall. Das macht die Falken zurzeit stark:

Schwer ausrechenbar: Roope Ranta, Derek Damon, Greg Gibson, Justin Kirsch und Kevin Lavallée - hatte der Gegner in der Vorsaison dieses Quintett im Griff, brannte in aller Regel nicht viel an. Anders in dieser Saison: Bereits nach sechs Partien haben 15 verschiedene Spieler Tore erzielt. Alle vier Sturmformationen erzeugen Druck, kreieren Chancen. Mit 28 Toren stellen die Falken aktuell den besten Angriff der Liga. "Heilbronn ist brandgefährlich", konstatierte der Bad Tölzer Trainer Kevin Gaudet zurecht.

Trikotversteigerung

Seit dem Spiel gegen Landshut tragen die Falken das Logo des Vereins miteinander.de auf der Brust. Nach vier Spielen werden die Trikots versteigert, der Erlös kommt sozialen Kinder- und Jugendprojekten vor Ort zugute. Die Versteigerung läuft jetzt an. Interessenten können eine Mail mit Name, Telefonnummer und Gebot an fanartikel@heilbronner-falken.de schicken. Mindestgebot: 80 Euro. Ab diesem Donnerstag ist auf der Homepage eine Tabelle mit allen Geboten und den Höchstbietenden zu finden, die immer wieder aktualisiert wird. Die Auktion endet am 10. Oktober um 12 Uhr. 

Extremes Forechecking: "Pressen, pressen, pressen", lautet Mellitzers Mantra. Extrem tief im gegnerischen Drittel greifen die Falken an. Gelingt der Scheibengewinn, entsteht fast automatisch eine gute Torgelegenheit. Die Folge: Etwas mehr als jeder siebte Heilbronner Schuss landet im Netz. Liga-Bestwert. Es gibt allerdings eine Kehrseite dieser Spielweise. Gelingt es dem Gegner, die aufgerückten Falken zu überspielen, entstehen gefährliche Überzahlsituationen. Mit 22 Gegentoren insgesamt, im Schnitt 3,6 pro Spiel, finden sich die Falken in dieser Statistik im hinteren Drittel der DEL 2 wieder. Hier gilt es immer wieder, die Balance zwischen Forechecking und Absicherung zu finden. In jedem Fall sorgt diese Spielweise aber für hohen Unterhaltungswert.

Powerplay: Ein Novum in Heilbronn - die Falken verfügen aktuell über das effektivste Überzahlspiel der Liga. Erfolgsquote 33,3 Prozent. "Zwei richtig gute PP-Squads", hatte Freiburgs Coach Peter Russel den Falken nach der 3:6-Niederlage seines Teams am vergangenen Freitag attestiert. Mit Yannik Valenti haben die Heilbronner wieder einen Überzahlvollstrecker in ihren Reihen. Vier seiner fünf Treffer erzielte der 19-Jährige mit einem Mann mehr auf dem Eis.

Disziplin: Mit im Schnitt 15 Strafminuten saßen die Falken in der Vorsaison so oft auf der Strafbank wie kein anderes Team der Liga. Nicht zuletzt wegen des einsamen Rekordwerts von 15 Disziplinarstrafen. Zwar sind es aktuell im Schnitt auch wieder knapp 14 Strafminuten, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: bei den kleinen Strafen ist Heilbronn Spitze. Nur vier im Schnitt pro Spiel. "Eislaufen verhindert Strafen", lautet ein weiteres Credo Mellitzers. Bisher hat es sich bewahrheitet.

Matthias Nemec: Alle vier Siege haben die Falken mit dem aus Freiburg verpflichteten Goalie eingefahren. Elf Gegentore in vier Partien sind zwar kein Topwert, aber der 29-Jährige ist stark in den Eins-gegen-Eins-Situationen, in die er aufgrund der Spielweise des Teams häufig gerät. Der Konkurrenzkampf im Tor wird auch Mirko Pantkowski helfen, konstant gute Leistungen abzurufen. Der 21-Jährige war vergangene Saison irgendwann völlig überspielt, durch das anvisierte Wechselspiel sollte das nicht mehr passieren.

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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