Coronavirus beendet Saison der Heilbronner Falken

Eishockey  Nach der DEL hat auch die zweithöchste Spielklasse ihre Endrunde abgesagt. Den Heilbronnern fehlt nach dem Abbruch der Saison ein erheblicher Betrag zur anvisierten schwarzen Null. "Sportlich gesehen war die Saison damit umsonst", sagt Falken-Manager Atilla Eren.

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Die Eiszeit der Heilbronner Falken in der Kolbenschmidt-Arena ist zu Ende: Die Playoffs in der DEL2 werden nicht gespielt. Das für den 18. April in Heilbronn geplante Länderspiel gegen Tschechien ist gefährdet.

Foto: Dennis Mugler

Noch am Nachmittag war alles offen, die Vorzeichen jedoch eindeutig: Alles hatte für einen Abbruch der Saison im Eishockey gesprochen. Am Dienstagabend ging dann alles schnell: Zeitgleich erklärten die zwei höchsten deutschen Spielklassen die Saison aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus kurz vor dem Start der Endrunde für beendet. Damit müssen die Heilbronner Falken, die am Freitag in die Playoffs gestartet wären, wider Willen in die Sommerpause.

Die Enttäuschung darüber ist riesig: "Sportlich gesehen war die Saison damit umsonst", sagt Manager Atilla Eren. Auch DEL-2-Geschäftsführer Rene Rudorisch gab sich enttäuscht: "Gerade in Folge einer so spannenden und sportlich extrem ausgeglichenen Saison, wie wir sie in der Hauptrunde erleben durften, tut uns dieses vorzeitige Ende der Saison weh, und wir bedauern dies für die gesamte DEL-2-Familie." Aufgrund der jüngsten Entwicklungen gab es aber keine Alternative. "Am Ende haben die Gesundheit aller Beteiligten und die Beachtung offizieller Anweisungen und Vorgaben oberste Priorität", sagt Rudorisch.

Kein Meister, auch kein sportlicher Absteiger

Die Löwen Frankfurt stehen als Hauptrundensieger fest. Aufgrund der vorzeitigen Beendigung der Saison gibt es in diesem Jahr aber keinen Meister der DEL 2 und auch keinen sportlichen Absteiger. Am Mittag war eine Telefonkonferenz der DEL 2 mit allen Vereinen und Gesellschaftern zunächst noch ergebnislos beendet, eine Entscheidung auf Mittwoch vertagt worden. Zuvor hatten die Vereine Informationen zur Situation an den Standorten zusammengetragen.

"Das Problem ist, dass wir unterschiedliche Lagen hatten", erklärt Eren. Während Bayern Veranstaltungen ab einer Größe von 1000 Zuschauern untersagt hatte, gab es andernorts nur eine Empfehlung, Spiele in dieser Größenordnung abzusagen. Im Laufe des Tages waren auch andere Länder dem Beispiel des Freistaates gefolgt.

Corona-Verdacht im Umfeld der Lausitzer Füchse

Am Dienstag war zudem bekannt geworden, dass es im Umfeld der Lausitzer Füchse, die parallel zu den Playoffs am Freitag in die Playdowns hätten starten sollen, einen Corona-Verdachtsfall gibt. Dabei soll es sich nach Medienberichten aber nicht um einen Spieler handeln, und auch das Testergebnis sei noch unbekannt gewesen. Sollte der aber positiv ausfallen, hatte Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach, befürchtet, dass seine gesamte Mannschaft unter Quarantäne gestellt werden könnte. Auch das könnte bei der Entscheidung über die Absage eine Rolle gespielt haben.

 

 

Sportliche und wirtschaftliche Katastrophe

Letztlich entschieden die beiden Ligen, dass die Endrunde nicht sinnvoll hätte durchgeführt werden können und brachen die Saison ab. Eine sportliche und wirtschaftliche Katastrophe für alle Vereine. "Es ist zum Verzweifeln. Wir haben ein starkes Team, haben bisher eine gute Runde gespielt und könnten jetzt die Früchte ernten für das, was wir über Jahre aufgebaut haben", sagt Eren. "Und jetzt das." Finanziell stehen die Falken nun vor einer großen Herausforderung. "Es geht jetzt um Schadensbegrenzung."

Wirtschaftlich sei eine Saison auf die Playoffs fokussiert. "Wir haben viel investiert, um unsere Ziele zu erreichen." Dazu gehörte auch, dass sich die Falken vor kurzem noch einmal verstärkt hatten. Alles umsonst. Den Falken fehlt nach dem Abbruch der Saison ein erheblicher Betrag zur anvisierten schwarzen Null. "Es wird jetzt ein deutliches Minus", sagt Atilla Eren zur finanziellen Bilanz. "Wir werden Sponsoren und die Stadt bitten, uns soweit wie möglich zu unterstützen", kündigt Eren an.

Eisbären-Finalserie und Länderspiel gefährdet

Wahrscheinlich ist, dass auch die Finalserie der Eisbären Heilbronn in der Regionalliga nicht stattfindet. Es ist davon auszugehen, dass es in der Kolbenschmidt-Arena bald kein Eis mehr gibt. "Damit ist auch das Länderspiel am 18. April gefährdet", fürchtet Atilla Eren.

 

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Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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