Beste Falken-Saison seit fünf Jahren

Eishockey  Torwart Leon Frensel hält zum Hauptrundenabschluss den 3:1-Sieg in Crimmitschau fest. Damit stehen die Falken auf Platz neun in der Abschlusstabelle. In den Pre-Playoffs geht es nun gegen einen Lieblingsgegner.

Von Stephan Sonntag

Beste Falken-Saison seit fünf Jahren Beste Falken-Saison seit fünf Jahren

Goalie Leon Frensel war der Matchwinner in Crimmitschau, wird in den Pre-Playoffs gegen Dresden aber wohl wieder die Bank drücken. Im Tor ist Marcel Melichercik gesetzt.

Foto: Archiv/Veigel

 

Die mitgereisten Heilbronner Fans feierten noch, als der Crimmitschauer Sahnpark bereits nahezu geleert war. Es gab aber auch viele gute Gründe. Der naheliegendste war der 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)-Sieg ihrer Lieblinge gegen die Eispiraten.

Der zweite der damit verbundene Sprung auf Rang neun des DEL-2-Endklassements - die beste Platzierung seit fünf Jahren. Und der dritte war die Vorfreude auf die am Dienstag beginnenden Pre-Playoffs gegen die Dresdner Eislöwen.

Jetzt braucht es zwei Siege in den Pre-Playoffs

Die erste Partie im "Best-of-Three"-Modus findet in Dresden statt. Am Freitag kommen die Eislöwen dann nach Heilbronn. Fürs Playoff-Viertelfinale qualifizieren sich die Mannschaften, die zuerst zwei Siege eingefahren haben. "In den Playoffs ist alles möglich. Wir müssen bereit sein, besonders mental", sagte Falken-Coach Gerhard Unterluggauer.

Das Sonntagsspiel in Crimmitschau war auf der einen Seite nur noch Schaulaufen, da beide Teams die Pre-Playoffs durch ihre Siege am Freitag bereits sicher hatten. Es ging im direkten Aufeinandertreffen lediglich noch um den neunten Platz. Am Ende waren beide Teams zufrieden, in den K.o.-Spielen auf ihre jeweiligen Lieblingsgegner zu treffen. Die Eispiraten haben alle vier Partien gegen die Ravensburg Towerstaras gewonnen, die Falken waren vier Mal siegreich gegen die Eislöwen.

Die letzte Chance für eine Auszeit

Die Ausfallliste der Falken war am Sonntag nicht gerade kurz. Justin Maylan und Richard Gelke fehlten weiterhin wegen Gehirnerschütterungen. Jonas Schlenker erlitt beim 4:2-Sieg am Freitag gegen Frankfurt einen Armbruch und wird in dieser Saison nicht mehr spielen. Zudem fehlte Kyle Helms, der aber nur geschont wurde. "Das war die letzte Chance für eine Auszeit", sagte Unterluggauer.

Lediglich auf der Bank saß Goalie Marcel Melichercik, für den Leon Frensel zwischen den Pfosten stand. Der junge Goalie bekam sofort reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Gleich dreimal tauchten Crimmitschauer Angreifer in der Anfangsphase vor dem gebürtigen Essener auf, immer blieb Frensel der Sieger.

In der fünften Minute war der 20-Jährige dann aber machtlos. Die Falken-Verteidiger ließen Jordan Knackstedt ungestört vorm Tor entlang fahren, der bediente Ivan Ciernik und es stand 1:0.

Immerhin - so langsam kamen die Falken auf Betriebstemperatur. Eine Zwei-gegen-Eins-Situation nach einer Viertelstunde spielten Brad Ross und Brandon Alderson perfekt aus, der Heilbronner Goldhelm traf mit seinem 25. Saisontor zum 1:1.

Falkentreffer in Unterzahl

Im Mitteldrittel übernahmen die Gäste dann das Heft des Handelns. Stabil in der Verteidigung, fehlte lange nur der erfolgreiche Abschluss. Drei Überzahlsitutionen blieben ungenutzt und Kevin Lavallée verfehlte das leere Tor (35.). Doch wenig später machte es der Stürmer besser. In eigener Unterzahl schnappte er sich in der neutralen Zone die Scheibe, ging allein auf Eispiraten-Goalie Brett Kilar zu und schloss gekonnt zur 2:1-Führung ab (37.).

Im Schlussdrittel handelten sich die Falken drei unnötige Strafzeiten ein, Crimmitschau hatte einige Gelegenheiten zum Ausgleich. Doch der überragende Frensel hielt seinen Kasten mit viel Können und ein wenig Glück sauber. 17 Sekunden vor Ende setzte Mark Heatley mit einem Empty-Net-Goal zum 3:1 den Schlusspunkt hinter einer soliden Leistung.

Tor: Frensel, Melichercik; Abwehr: Heywood - Kurz, Eckl - Götz, Mapes - Kronthaler; Angriff: Alderson - Bernhardt - Ross, Palka - Heatley - Lavallée, Eberhardt - Plihal - Kirsch, Martens, Fink.

Tore: 1:0 (5.) Ciernik, 1:1 (15.) Alderson, 1:2 (37.) Lavallée, 1:3 (60.) Heatley

Strafminuten: 14/24.

Schiedsrichter: Erich Singaitis, Daniel Kannengießer

Zuschauer: 2203.


Fünf düstere Jahre

In der Saison 2012/2013 hatten die Heilbronner Falken als Tabellensiebter letztmals die Playoffs erreicht. Damals gab es noch keine Pre-Playoffs, so dass das Team von Trainer Rico Rossi gleich im Viertelfinale stand. Gegner waren die Schwenninger Wild Wings, die die Best-of-Seven-Serie klar mit 4:1 für sich entschieden. Nach Saisonende übernahm Rossi den Posten des Sportdirektors, Ken Latta kam als neuer Trainer. Die jahrelange Talfahrt der Falken begann.