Auf der allerletzten Rille zu drei Punkten

Eishockey  Obwohl personell erneut ersatzgeschwächt, setzen die Heilbronner Falken ihren Siegeszug in der DEL 2 auch in Bad Nauheim fort. Beim knappen 2:1-Sieg erzielt Dylan Wruck seinen 20. Saisontreffer. Der Matchwinner aber war ein anderer.

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Auf der allerletzten Rille zu drei Punkten

Bleibt sich auch 2020 treu: Dylan Wruck. Der Topscorer der DEL2 erzielte in Bad Nauheim seinen 20. Saisontreffer und leitete damit den Falken-Sieg ein.

Foto: Andreas Veigel

Die Heilbronner Falken sind gut ins neue Jahr gestartet: Die Rumpftruppe von Alexander Mellitzer gewann das dritte Auswärtsspiel in Folge, setzte sich dank einer defensiv disziplinierten Leistung und einem blendend aufgelegten Matthias Nemec im Kasten verdient mit 2:1 (2:0, 0:0, 0:1) in Bad Nauheim durch. "Es war ein richtiger Kampfsieg, die Burschen wollten unbedingt", zollte Mellitzer seinem Team Respekt.

Wer braucht schon gute Vorsätze, wenn es im alten Jahr so gut lief? Eben. Einfach weitermachen, dachten sich auch die Falken, die im dritten Teil der Hessen-Trilogie personell gerupft daherkamen. Doch wie zuvor in Kassel und Frankfurt juckte das die Rumpftruppe zunächst wenig. Bad Nauheims Versuch, den Falken mit hohem Tempo zuzusetzen, wiegelten die Unterländer fast müde lächelnd ab. "Wir haben gut dagegengehalten", war Mellitzer angetan.

Bad Nauheim zeigt im Abschluss Schwächen

Zwar sprangen in den Anfangsminuten auch für die Falken nach dem Schuss von Derek Damon (1.) kaum Chancen heraus. Dafür indes zeigte Bad Nauheim zu Beginn gleich seine momentan größte Schwäche: das Toreschießen. In den letzten sieben Spielen traf das Team von Christof Kreutzer nur zwölf Mal. Auch gegen Heilbronn ging nach vorne recht wenig.

Falken-Keeper Matthias Nemec war zum ersten Mal in der siebten Minute gefragt - aber noch nicht gefordert. Im Gegenzug führte Dylan Wruck den Hessen dann eindrucksvoll vor, wie das Toreschießen geht: Nach einem Scheibenverlust im Aufbauspiel ging es schnell, ein Pass auf den Topscorer der Liga, der sich Felix Bick ausguckte und dann ansatzlos vollendete. 1:0. Wruck begrüßte mit seinem 20. Tor das Jahr 2020.

Geniestreich von Damon leitet das 2:0 ein

Ian Brady und Damon verpassten kurz darauf das 2:0. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Per Geniestreich bediente Damon Tim Miller, der tiefenentspannt zum 2:0 einschob (19.). Nauheim sah nur dumm aus der Wäsche. Auch Nauheims erste Überzahl, die ins zweite Drittel mitging, brachte nichts - außer Gefahr. Die Falken hatten auch in Unterzahl die besseren Chancen.

Miller traf jedoch nur die Latte, für Bryce Gervais war Bick Endstation (21.). Anschließend kamen die Gastgeber auf, Nemec musste in der 25. Minute mehrmals in höchster Not retten. Das Powerbreak kurze Zeit später, verlängert um die Reparatur einer Plexiglasscheibe, gab den Falken Zeit zum Durchatmen. Wichtig, weil Nauheim auch in der Folge auf den Anschluss drückte.

Nemec mit gefühlt 1000 Armen und Beinen

So richtig flutschte es bei den Falken nun nicht mehr. Nauheim hatte mehr vom Spiel, die besseren Chancen auch. Allein: Ein Tor gelang den Gastgebern nicht. Weil die Gäste vor allem im Slot rackerten und Nemec hatten. "Der hatte heute gefühlt tausend Arme und Beine", sagte Kreutzer. Aber es hieß: nur 0:2.

Die Zeit indes lief für die Heilbronner, die ihre schwindenden Kräfte einteilten. Davis Koch hätte mit dem 3:0 früh den Deckel auf die Partie machen können, er scheiterte aber an Bick (49.). Als Bad Nauheim seinen Keeper am Ende zugunsten des sechsten Feldspieles vom Eis nahm, gelang noch das 1:2 (60.). Letztlich aber verteidigten die Falken ihren Vorsprung auf der letzten Rille über die Zeit. map

Tor: Nemec, Schickedanz. Abwehr: Brady - Götz, Pavlu - Maschmeyer, Maginot - Mapes. Angriff: Miller - Damon - Savilahti, Koch - Wruck - Gervais, Detig - Ribarik - Möller, Majewski. Tore: 0:1 (8.) Wruck, 0:2 (19.) Miller, 1:2 (60.) Pauli. Strafen: 6/4. Schiedsrichter: Mischa Apel, Carsten Lenhart. Zuschauer: 2830.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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