Am Ende reicht den Falken der eine Punkt

Eishockey  Die Heilbronner Falken sichern sich trotz einer 3:4-Niederlage gegen Dresden das Heimrecht für die Pre-Playoffs in der DEL2.

Von Martin Peter
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Nach einer 3:1-Führung kassierten die Heilbronner Falken noch drei Gegentore. Foto: Veigel

 

Sie haben zwar nicht gewonnen. Und doch hatte der Abend was Gutes für die Heilbronner Falken. Der eine Punkt, den das Team von Trainer Alexander Mellitzer bei der knappen 3:4 (3:2, 0:1, 0:0)-Niederlage nach Verlängerung gegen Dresden holte, reichte am Ende, um das Heimrecht für die anstehenden Pre-Playoffs zu sichern. Allerdings spielten auch die anderen Teams in der DEL 2 mit: Außer Crimmitschau kassierten alle anderen Konkurrenten der Falken Pleiten.

Gäste waren zum Siegen verdammt

Wenn nach 29 Sekunden auf beiden Seiten jeweils ein Spieler wegen unnötiger Härte auf die Strafbank wandert: Dann ist das eine klare Ansage. Es ging um viel in diesem Duell, vor allem für die Gäste. Sie waren zum Siegen fast verdammt. Die Falken hatten es mit Blick auf die Tabelle etwas komfortabler. Doch der gut besetzte Kader war doch dünner als erwartet. Marcus Götz und Patrick Kurz fielen wie erwartet aus, zu den Verteidigern gesellten sich mit Tim Bernhardt, Samuel Soramies, Brad Ross sowie Noureddine Bettahar fielen vier Stürmer aus. Jan Pavlu rückte in den Sturm, um wenigstens drei komplette Sturmreihen zusammenzubringen. Dafür gabe es aber auch nur zwei Verteidigerpaare.

Zu merken war davon erst einmal wenig: Heilbronn kam gut rein, nutzte gleich seine erste Überzahlsituation zum 1:0. Zwölf Sekunden brauchten die Falken für den Treffer, Alex Lambacher zog nach Pass von Kyle Helms trocken ab und schrieb einen weiteren Treffer für die dritte Reihe an, die zuletzt gut harmonierte, aber gegen Dresden ohne Soramies auskommen. Die Führung hatte jedoch nicht lange Bestand, nur zwei Minuten später glichen die Gäste aus: Stefan Della Rovere staubte ab. Die Falken schonten ein wenig ihre Kräfte, nahmen immer wieder Tempo raus. Doch wenn sie Gas gaben, wurde es gefährlich.

Ranta besorgt 200. Saisontreffer für Heilbronn

So in der neunten Minute: Nachdem Greg Gibson an der Bande übel gefoult worden war, hatten die Gastgeber wieder Überzahl. Und sie trafen erneut. Diesmal dauerte es ganze 28 Sekunden, ehe Richard Gelke den Schuss von Brock Maschmeyer zum 2:1 abfälschte. Und Heilbronn legte nach: Der auferstandene Greg Gibson rächte sich mit einem Solo, ließ die halbe Abwehr stehen – sein Schuss blieb zwar an Keeper Marco Eisenhut hängen. Doch Roope Ranta stand genau richtig, besorgte das 3:1. Es war zugleich der 200. Saisontreffer für Heilbronn.

Doch Dresden schlug zurück, erzielte eine Minute später den erneuten Anschluss. Ein Treffer, der noch wichtig werden sollte. Nach der Pause war Heilbronn zunächst zwar gefühlt näher am 4:2, doch der einzige Treffer in dem Abschnitt gelang den Gästen. In ihrer ersten Überzahl trafen die Sachsen zum Ausgleich. Das Spiel war nach dem 3:3 von Thomas Pielmeier plötzlich wieder offen. Die Partie hätte in dieser Phase gut und gerne kippen können, denn die Falken handelten sich gleich die nächste Strafe ein. Und diese tat dem dezimierten Team weh: Alex Lambacher erhielt für seinen Check an der Bande zwei plus zehn Strafminuten. Die Falken überstanden die Unterzahl gut, waren danach wieder da.

Offene Partie in der Schlussphase

Ein Tor für Dresden kurz darauf gaben die Schiedsrichter nicht, weil Mirko Pantkowski beim Angriff umgemäht wurde. Richtig entschieden. Und doch mussten die Falken noch bange Minuten überstehen, weil sie am Ende wieder in Unterzahl waren. In der 37. Minute vergaben die Gäste eine Riesenchance, trafen nur den Pfosten, was sich die Schiedsrichter per Videobeweis bestätigen ließen. Auf der anderen Seite vergab Helms einen Alleingang. Auch kullerte die Scheibe nach einem Schuss von Gibson am Kasten vorbei.

Es blieb eng, bis in die Schlussminuten hinein. Die Falken mussten in der Mitte des Drittels bei einer Strafe gegen sich zittern, hatten, gerade wieder vollständig, zwei gute Chancen durch Gelke und Kevin Lavallée, jedoch auch einen Alleingang gegen sich. Es ging in die Verlängerung. Es half nichts: Es ging in die Verlängerung, Heilbronn spielte stark, der Zusatzpunkt ging aber an Dresden.


Heilbronner Falken

Tor: Pantkowski, Mnich, Frensel. Abwehr: Maschmeyer - Eberhardt, Mapes - Sharrow. Angriff: Ranta - Damon - Gibson, Gelke - Lavallée - Kirsch, Helms - Lambacher - Pavlu.

Tore: 1:0 (3.) Lambacher, 1:1 (5.) Della Rovere, 2:1 (9.) Gelke, 3:1 (11.) Ranta, 3:2 (12.) Walther, 3:3 (29.) Pielmeier, 3:4 (64.) Knackstedt.

Strafminuten: 20/10.

Schiedsrichter: Tony Engelmann, Nicole Hertrich.

Zuschauer: 1956.

 


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