3:4 in Landshut - Futsch ist die Tabellenführung der Falken

Eishockey  Heilbronner drehen 0:2-Rückstand beim Aufsteiger Landshut, geben die Partie aber wieder aus der Hand. Trainer Mellitzer moniert die vielen Strafzeiten und die kleinliche Linie der Referees.

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3:4 in Landshut - Futsch ist die Tabellenführung der Falken

In Landshut lief es nicht für die Falken und Alexander Nikiforuk.

Foto: Archiv/Veigel

Der Höhenflug der Heilbronner Falken ist vorerst gestoppt, die Tabellenführung in der DEL 2 weg. Ausgerechnet der Aufsteiger EV Landshut spielte sich an Allerheiligen zum Partycrasher auf. Selbst rund 400 mitgereiste Fans aus dem Unterland unter den 3895 Zuschauern konnten die 3:4 (1:2, 2:2, 0:0)-Niederlage bei den Niederbayern nicht verhindern. Zu viele Fehler und zu wenig Disziplin waren letztlich ausschlaggebend.

"Wir haben heute bestimmt keine 20 Minuten mit fünf gegen fünf gespielt", ärgerte sich Falkencoach Alexander Mellitzer nicht nur über seine Mannschaft, sondern monierte auch das "fehlende Fingerspitzengefühl" des Schiedsrichtergespanns. Sein Landshuter Kollege Axel Kammerer stimmte zu: "Die Referees haben sehr kleinlich gepfiffen und dadurch unnötig Hektik ins Spiel gebracht." 18 Strafminuten hüben wie drüben entsprachen tatsächlich nicht dem äußert fairen Geschehen auf dem Eis.

Top-Scorer Dylan Wruck fehlte krankheitsbedingt

Die erste schlechte Nachricht für die Falken gab es schon vor dem Spiel: Der Mann mit dem roten Helm war kurzerhand krankheitsbedingt ausgefallen. Ohne Dylan Wruck dafür aber wieder mit Bryce Gervais trafen die Falken in Landshut ein. Da auch Valentino Klos verletzungsbedingt passen musste und Samuel Soramies mit Mannheim in Köln antreten musste, hatten die Falken keine komplette vierte Sturmreihe mehr.

Auffälligster Falke im ersten Drittel war der Ersatzmann mit dem roten Helm: Yannik Valenti. In der ersten Überzahlsituation traf der Youngster den Außenpfosten (9. Minute). Die beste Chance bis dahin. Dann folgten 33 ganz wilde Sekunden. Erst setzte Tadas Kumeliauskas von hinterm Tor perfekt Maximilian Forster vor dem Tor ein, der zum 1:0 für Landshut traf (14.). Elf Sekunden später schlug die Scheibe schon wieder hinter Matthias Nemec ein. Einen Leichtsinnsfehler von Ian Brady nutzte Kumeliauskas dieses Mal selbst zum 2:0.

Es folgte die schnelle Antwort des Spitzenreiters. Nur 22 Sekunden später schob Heilbronns Rothelm die Scheibe in einer Zwei-auf-Eins-Situation ganz locker zum 1:2-Anschluss über die Linie, weil EVL-Goalie Jaroslav Hübl auf den Querpass zu Gervais spekuliert hatte.

Unnötige Strafen wegen Meckerns

Das Mitteldrittel schien dann schnell wieder der Parade-Abschnitt der Gäste zu werden. In Überzahl stand Stefan Della Rovere nach einem Schuss von Derek Damon genau dort, wo ein zentraler Stürmer stehen muss und verwertete den Rebound zum 2:2-Ausgleich (21.). Die Falken traten jetzt richtig aufs Gas. Nach einem Maginot-Solo im Messi-Stil sicherte Davis Koch die Scheibe und fand vor dem Tor Sebastian Hon. Der Ausbildungsspieler erzielte sein erstes Tor als Profi zum 3:2 (26.). Spiel gedreht, alles lief für Heilbronn.

Doch die zuletzt so oft gelobte Disziplin ließ zu wünschen übrig. Die Gäste schluckten zu viele Strafen, Damon und Della Rovere unnötigerweise auch noch wegen Meckerns. Dadurch fand der Aufsteiger wieder ins Spiel. Max Schmidtpeter glich mit einem Knaller durch die Beine von Nemec zum 3:3 aus (31.). Erik Gollenbeck brachte sein Team in Überzahl wieder in Führung (33.). Beim 4:3 blieb es schließlich. "Im Schlussdrittel waren wir nicht zwingend genug, um die Partie noch einmal zu drehen", sagte Mellitzer. Am Sonntag (18.30 Uhr) kommt Kaufbeuren.


Weitere Infos zum Spiel 

Tor: Nemec, Schickendanz; Abwehr: Pavlu - Maschmeyer, Brady - Möller, Mapes - Maginot, Würth. Angriff: Preto -Miller - Brune, Della Rovere - Damon - Nikiforuk, Valenti - Gervais - Koch, Knaub, Hon.

Tore: 1:0 (14.) Forster, 2:0 (15.) Kumeliauskas, 2:1 (15.) Valenti, 2:2 (21.) Della Rovere, 2:3 (26.) Hon, 3:3 (31.) Schmidtpeter, 4:3 (33.) Gollenbeck

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Daniel Kannengießer

Strafminuten: 18/18

Zuschauer: 3895


 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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