Wegweisende Partien im Unterland
Weinsberg will gegen Herrenberg Platz fünf verteidigen, Neckarsulm Plochingen auf die Probe stellen

Wohin geht die Reise der beiden Oberliga-Teams aus dem Unterland. Zwei Drittel der Runde sind gespielt und sowohl für Weinsberg als auch Neckarsulm steht an diesem Wochenende zu Hause eine richtungsweisende Partie an. Während die Weinsberger sich nach der Pleite gegen Remshalden am Sonntag (17 Uhr) im Duell um Platz vier mit der SG H2Ku Herrenberg rehabilitieren wollen, stellt Aufsteiger Neckarsulm bereits am Samstagabend (20 Uhr) in der Pichterichhalle den Tabellensechsten TV Plochingen auf die Probe.
Wie weit ist Neckarsulm wirklich? Eine Frage, die Peter Baumanns Oberliga-Männer vielleicht schon gegen die Plochinger beantworten können. Mit einer 7:1-Punkte-Serie ist die Sport-Union stark in die Rückrunde gestartet. Zuletzt ließ der Aufsteiger beim Zweiten Pforzheim/Eutingen aber einiges an Körpersprache vermissen. Ein Erfolg war gegen das heimstarke Topteam freilich nicht eingeplant, ein krachendes 15:29 hätte es aber auch nicht sein müssen.
Mit dem TVP wartet erneut ein Team aus dem oberen Tabellen-Drittel. Beim Sechsten um Trainerfuchs Daniel Brack schrammte die Sport-Union schon im Hinspiel mit einem 28:31 knapp an einer Überraschung vorbei. Um es diesmal zu schaffen, muss Neckarsulm neben Johannes Hablizel, der die NSU-Defensive beim ersten Duell mit acht Treffern deklassierte, vor allem die großen Kreisläufer und den gefährlichen Henrik Bischof im Rückraum zu fassen bekommen. "Es ist an der Zeit, auch mal gegen ein solches Team zu punkten. Wir rechnen uns schon etwas aus", geht NSU-Kapitän Henning Tittel motiviert in die Partie.
Als besonders gefährlich bewertet Tittel die offensive Abwehr der Plochinger: "Da müssen wir Lösungen finden." Ein Ansatz sind für den erfahrenen Kreisläufer die technischen Fehler: "Wenn wir diesmal nur die Hälfte machen, sieht es ganz gut aus." Auch an den Halbchancen hätten die Neckarsulmer in einer "guten Trainswoche" gearbeitet. Punkten die Baumänner gegen den TVP, wird eine weitere Saison in der Oberliga immer wahrscheinlicher.
Sicher auch ein Grund, warum es Jonas Heilmann vom Württembergligisten SG Schozach-Bottwartal in Richtung Neckarsulm zieht. Der ehemalige Horkheimer wird bei der Sport-Union zudem auch eine höherklassige Jugendmannschaft trainieren. Coachen möchte auch Clemens Borchardt. Für den 31-jährigen Routinier ist die Rückrunde die Abschiedstour. Danach wird er als Co-Trainer von Peter Baumann auf die Neckarsulmer Bank wechseln.
Auf der Trainerbank in Weinsberg wird am Sonntag natürlich Stefan Fähnle sitzen, theoretisch zumindest, weil er die meiste Zeit steht. Unter der Woche leitete allerdings Co-Trainer Matthias Friebe die Übungseinheiten. Fähnle war auf einem Trainerlehrgang. "Wir hatten ein grobes Korsett besprochen, das ich dann umgesetzt habe. Ich würde schon behaupten, dass wir uns gut auf Herrenberg vorbereitet haben", sagt Friebe.
Im Hinspiel gelang gegen den eigentlichen Aufstiegsfavoriten ein 37:32-Auswärtssieg. Der langjährige Drittligist hat bereits sieben Niederlagen auf dem Konto, zuletzt gab es eine unnötige 28:31-Pleite gegen Abstiegskandidat TSB Schwäbisch-Gmünd. Mit 25:15 Zählern sind sie punktgleich mit dem TSV. Wer dem Spitzentrio folgen will, muss dieses direkte Duell gewinnen. "In Weinsberg stehen wir unter Zugzwang, wenn die Fahrt nicht ohne uns weitergehen soll", hatte Herrenbergs Co-Trainer Markus Guse, der den erkrankten Alexander Job vergangenes Wochenende vertrat, bereits nach der Heimniederlage gegen Schwäbisch-Gmünd gesagt. Friebe sieht es ähnlich: "Wer das Spiel verliert, verliert auch die Tabellenspitze aus den Augen."
Verzichten müssen die Weinsberger am Sonntag auf Keeper Yannick Hölzl, der sich beim Krafttraining den kleinen Finger ausgerenkt hat. Der grippegeplagte Alexander Ruck und der von einer Fersenprellung gehandicapte Alexej Prasolov werden wohl einsatzfähig sein.
Definitiv fehlen wird ein alter Bekannter: Fabian Gerstlauer hat sich früh in der Saison das Kreuzband gerissen. Zu seiner Zeit beim TV Flein war der Mittelmann häufig zu Gast in der Weibertreuhalle.

Stimme.de
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