TSB Horkheim wird gedemütigt

Handball  Horkheim kassiert eine bittere 29:37-Heimpleite in der Zweitliga-Aufstiegsrunde gegen die HSG Hanau.

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Großer Frust beim TSB Horkheim. Das war eine miserable Leistung. Trainer Michael Schweikardt war "sehr enttäuscht über diesen Auftritt".

Fotos: Mario Berger

Was war schlimmer, dass die paar trommelnden Helfer auf der ansonsten Pandemie-leeren Tribüne den Horkheimer Handballern verbal in den Hintern traten ("Wir wollen euch kämpfen sehen!") oder dass sie es bald nicht mehr taten, weil es vollkommen sinnlos war angesichts der miserablen Leistung des TSB?

Mit 29:37 (11:17) verlor der TSB Horkheim sein zweites Spiel in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga. Die Heimpleite gegen die HSG Hanau war noch weit enttäuschender als das Auftakt-30:33 (10:18) beim HC Oppenweiler/Backnang.

Unabsichtlicher Aufwärtshaken

Erst watschten die bis dahin in zwei Spielen sieglos gebliebenen Hessen die Horkheimer Mannschaft sportlich ab. Dann verpasste der zu Recht stolze HSG-Trainer Hannes Geist dem TSB unabsichtlich noch einen krachenden Aufwärtshaken, als er sagte: "Wir haben das erste Mal 37 Tore geworfen in der Vereinsgeschichte - so gefühlt. Zumindest in der 3. Liga."

Der TSB hatte beim Versuch des Toreverhinderns sehr viel falsch gemacht, "ähnlich wie in Oppenweiler", klagte Trainer Michael Schweikardt. "Wir haben es erneut nicht geschafft, eine kompakte Abwehr zu stellen." Im ersten Spiel der Aufstiegsrunde gab es allerdings eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, diesmal nicht, zumindest nicht lange. "Wir hatten eine kurze gute Phase", sagte Schweikardt. Aus dem 11:17 zur Pause wurde in der 34. Minute ein 15:19. Doch dieser Vier-Tore-Rückstand war der Höhepunkt des zweiten Spielabschnitts. Beim 15:22 in der 36. Minute war alles vorbei. Die Zehn-Tore-Demütigung in der 58. Minute, als es 27:37 stand, war der Tiefpunkt.

Schweikardt braucht Zeit in der Kabine

Michael Schweikardt war bedient. Er brauchte erstmal Zeit in der Kabine, bevor er zur Analyse ins Foyer der Römerhalle kam. "Ich habe der Mannschaft ein paar Dinge gesagt, die ich nicht in der Zeitung haben will."

TSB Horkheim wird gedemütigt
Trainer Michael Schweikardt war "sehr enttäuscht über diesen Auftritt".

Schweikardt ist kein notorischer Motzki, der Tobsuchtsanfälle bekommt. Der langjährige Bundesligaspieler ist ein ruhiger Trainer und ein angenehmer Mensch. "Das ist jetzt eine andere Zeit", sagt er, "da wird den Spielern nicht mehr der Hintern versohlt." Aber der Trainer des TSB Horkheim hat klare Worte gefunden nach der schlimmen Pleite gegen die HSG Hanau.

Mit Kopf und Herz dabei sein

Schweikardt hat seine Spieler nochmal daran erinnert, dass es die klare Erwartung gibt, dass sie in dieser Aufstiegsrunde "mit dem Kopf und mit dem Herz dabei sein" müssen. "Ich bin sehr enttäuscht über diesen Auftritt."

Für den Horkheimer Trainer ist vor dem dritten Spiel am 1. Mai beim ebenfalls noch sieglosen TV Willstätt klar: "Es muss was passieren, das funktioniert so nicht." Der TSB ist mit 0:4 Punkten Letzter in der Siebener-Gruppe des Südens, der TVW ist mit 1:5 Zählern Vorletzter.

Was ist zu verbessern?

An diesem Montag wird Schweikardt zusammen mit der Mannschaft die Video-Aufzeichnung des Spiels gegen die HSG Hanau anschauen. Die entscheidende Frage lautet: "Wo können wir uns verbessern?" Denn: "Wir müssen versuchen, jetzt an Punkte zu kommen."

Die besten vier Mannschaften der Siebener-Gruppe kommen weiter. Für den TSB Horkheim könnte am 1. Mai schon alles vorbei sein. Michael Schweikardts Problem: Es stimmt im Angriff nicht, es stimmt in der Abwehr nicht.

Fünf Torhüterparaden im ganzen Spiel

Und die Männer ganz hinten? Nun ja. "Wir haben fünf Torhüterparaden im ganzen Spiel, damit gewinnt man nichts." Sven Grathwohl spielte in der ersten Halbzeit, Yannick Hölzl nach der Pause.

Aber schuld an der Horkheimer 29:37-Pleite waren alle. "Es kommt sehr viel zusammen", sagte der Trainer. Sein Hanauer Kollege Hannes Geist konnte derweil feststellen: "Die Mannschaft zieht voll mit." Darauf kommt es an.

Stenogramm:
TSB Horkheim: Grathwohl, Hölzl - Reichert, Grosser, Fröhlich (5), Zeiler (9), Kuhnle, Heß (1), Seiz (7/4), Freudl (1), Niklas Matusik (1), Bohnenstengel, Uhl, Starz (2), Zerweck (3), Noah Matusik. Beste Werfer HSG Hanau: Braun (6), Strohl (5), Christoffel (5/5). Siebenmeter: TSB 4/4, HSG 5/5. Zeitstrafen: 3/5.

 

Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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