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Stromberg-Cup überzeugt mit sportlicher Klasse und Zuschauer-Masse

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Verbandsligist SG BBM Bietigheim II gewinnt das Männer-, Regensburg siegt beim Frauen-Turnier des TSV Bönnigheim. Die Teams des gastgebenden Vereins scheitern bereits in der Vorrunde, enttäuschen aber keineswegs.

Intensiver Stromberg-Cup I: Jonas Keller (SG Schozach-Bottwartal) und Sport-Union-Torwart Nico Seyboth kämpfen im Vorrundenspiel um den Ball.
Intensiver Stromberg-Cup I: Jonas Keller (SG Schozach-Bottwartal) und Sport-Union-Torwart Nico Seyboth kämpfen im Vorrundenspiel um den Ball.  Foto: Seidel, Ralf

Wer ohne Erwartungen anreist und am Ende im Finale um den Titel spielt, der darf ohne Zweifel eine positive Bilanz ziehen. Beim Männer-Turnier des 17. Stromberg-Cups des TSV Bönnigheim traf genau das auf Verbandsliga-Aufsteiger Sport-Union Neckarsulm zu. "Es läuft überraschend gut", hatte Spielertrainer Jonas Heilmann schon vor dem Endspiel richtig erkannt. "Wir sind eigentlich ohne Platzierungswunsch hergekommen." Nach zwei Siegen und einem 18:18 gegen die klassenhöhere SG Schozach-Bottwartal ließen die Neckarsulmer die SG, Gastgeber Bönnigheim und den TSV Friedberg aus der Bayernliga in Vorrundengruppe B hinter sich.

SGSB-Männer verpassen knapp und unglücklich das Halbfinale

Während Neckarsulms Finalgegner, die SG BBM Bietigheim II, verlustpunktfrei durch die A-Gruppe marschierte und später auch im Endspiel gegen Heilmanns Neckarsulmer mit 20:12 (10:6) die Oberhand behalten sollte, schien sich der Bietigheimer Finalgegner im letzten Vorrundenspiel in einem Fernduell zwischen der Sport-Union und Schozach-Bottwartal zu entscheiden. Beide Teams standen aufgrund ihrer Punkteteilung bei 3:1 Zählern. Jeweils ein Sieg im finalen Gruppenspiel und es wäre auf das Torverhältnis angekommen. Doch weil Schozach-Bottwartal dem TSV Friedberg unterlag, wurde es für das Team von Trainer Henning Fröschle statt Tabellenplatz eins nur Rang drei und damit nicht mal das Spiel um den dritten Platz, das der TV Bittenfeld II gewann.

Viel Raum für Fehler bot das in zwei Hallen ausgetragene Turnier also nicht. Die Gastgeber des TSV Bönnigheim aus der Landesliga verloren zwar ihre drei Turnierspiele, überzeugten dafür aber optisch: Weil das Team von Trainer Michael Zimmermann am Morgen seine Mannschaftsfotos geschossen hatte, trug der Großteil der Akteure Oberlippenbart.

Fleins neuer Keeper Hämmerling sowie die Neckarsulmer Holoch und Kazmeier überzeugen

Weniger kreativ, dafür sportlich wertvoll, fielen zahlreiche andere Akteure auf: Philipp Hämmerling, Torwart des TV Flein, war einer von ihnen. Er zeigte vor allem bei der knappen 14:15-Niederlage seines Teams gegen den späteren Titelträger aus Bietigheim eine überragende Leistung. Bei der Sport-Union machten etwa Georg Holoch im linken Rückraum und Rückkehrer Luca Kazmeier (Rückraum Mitte) viel Spaß. Und dass auch die Gastgeber mit dem Spielgerät umzugehen wissen, zeigten exemplarisch Timo Zundel und Andreas Horst mit Hinter-Rücken-Pässen in ihrem Auftaktspiel gegen Friedberg (15:16).

Rund 700 Zuschauer fanden an den beiden Turniertagen den Weg nach Bönnigheim. "Eine tolle Kulisse", wie TSV-Abteilungsleiter Christof Weis befand. "Wir wollen künftig der erste Termin sein, den sich die Teams in den Vorbereitungskalender schreiben." Denn mit dem Frauen-Zweitligisten SG Schozach-Bottwartal und Erstligist Sport-Union Neckarsulm stehen für 2023 noch zwei Vereine auf der Wunschliste, die in diesem Jahr bereits anderweitig verplant waren.

Ein bisschen Party darf in Bönnigheim ebenfalls sein

Intensiver Stromberg-Cup II: Bönnigheims Katja Kerner, beste Werferin des TSV, war kaum zu stoppen.
Intensiver Stromberg-Cup II: Bönnigheims Katja Kerner, beste Werferin des TSV, war kaum zu stoppen.  Foto: Seidel, Ralf

Wie die Männer verpassten auch die Drittliga-Frauen des TSV Bönnigheim am Sonntag den Sprung unter die besten vier Teams. In dem hochkarätig besetzten Frauen-Turnier triumphierte am Ende Zweitligist Regensburg. Dennoch war Trainer Sven Bühler mit den Auftritten seines Teams zufrieden: "Das Turnier war ein klarer Schritt nach vorne, die Abwehr war agiler, wir waren taktisch besser." Was schmerzte waren die knappen Vorrundenniederlagen gegen Zweitligist Mainz und Oberligist FSG Ketsch mit jeweils nur einem Tor Unterschied. "Heute tut es weh, dass wir das Halbfinale verpasst haben, morgen wird das gute Gefühl aber da sein", war sich Bühler sicher.

Immerhin gelang im Vorrundenspiel gegen den Schweizer Erstligisten HV Herzogenbuchsee mit 18:16 die direkte Revanche für die 28:33-Testspiel-Niederlage vom Freitagabend. Nicht von ungefähr: "Eventuell hatten wir uns am Samstag einen hinter die Rüstung gerömert", ließ eine Schweizerin wissen. Ein bisschen Party gehört in Bönnigheim eben auch dazu.


Bönnigheimer Nachverpflichtung

Trainer Sven Bühler hatte es vor einigen Wochen bereits angedeutet, nun konnte Vollzug vermeldet werden: Frauen-Drittligist TSV Bönnigheim legt nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Torhüterin Kathrin Gerullis zwischen den Pfosten noch einmal nach. Aus der Nachwuchsabteilung der SG BBM Bietigheim kommt die 18-jährige Rosaria Cotardo zum TSV. Zudem soll Marilen Biedermann aus der TSV-Zweiten den Ausfall von Lea Meic auf Rechtsaußen kompensieren.

 
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