Mit Spaß in der Abwehr zum fünften Saisonsieg
Dank starker Defensivleistung in der zweiten Halbzeit schlägt Oberliga-Aufsteiger SG Schozach-Bottwartal die HSG Mannheim 28:21.

Die Matchwinnerin feierte sich nicht ausgelassen. Jasmin Schweizer freute sich mehr nach innen: "Der Spaß am Spiel war heute wieder da", sagte die Torhüterin der SG Schozach-Bottwartal nach dem verdienten 28:21 (14:14)-Sieg gegen die HSG Mannheim gelassen. Die 20-Jährige hatte schon während des Spiels die schweren Dinge leicht aussehen lassen. "Jasmin hat heute ein super Spiel gemacht. Das freut mich ganz besonders für sie", sagte Trainer Michael Stettner.
Ein bisschen durfte sich der Coach auch selbst auf die Schulter klopfen, schließlich hatte er seine Matchwinnerin zur Halbzeit eingewechselt. Tabea Kraft hatte bis dahin kein schlechtes Spiel gemacht, war von der Abwehr vor ihr aber ein ums andere Mal alleingelassen worden. "In den zweiten 30 Minuten waren wir in der Abwehr und im Rückzugsverhalten ganz anders präsent", sagte Stettner. Seine Keeperin sah es ähnlich: "Der Block war da, das hilft natürlich."
Zu Beginn der Partie war statt Block eher Blockade angesagt. Die selbst verschuldete Niederlage in Heiningen spukte den Bottwartälerinnen noch in den Köpfen. Die auswärtsstarken Mannheimerinnen traten aber auch überraschend couragiert und selbstbewusst auf. "Mannheim ist viel stärker als ihr Tabellenplatz aussagt. Das haben sie heute bewiesen", sagte Stettner. Besonders Linksaußen Nathalie Schützdeller und die Rückraumlinke Nadine Titze stellten die SGSB-Abwehr zu Beginn vor Probleme. Das Duo erzielte die ersten fünf Treffer für das Team. Nach dem 3:1 (4. Minute) für die Gastgeberinnen entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Pausensirene. Und Rennen ist hier wörtlich gemeint − beide Teams gingen hohes Tempo, es entwickelte sich ein hochklassiges Oberligaspiel. Selbst bei Gegentoren schafften es die Mannheimerinnen, mit ihrer schnellen Mitte konterähnliche Situationen zu generieren. Um die zu unterbinden, blieben der SGSB oft nur Fouls. Auf der anderen Seite griff auch die aggressive 6:0-Abwehr der HSG beherzt zu. Verschenkt wurden die 14 Treffer auf beiden Seiten zur Pause wahrlich nicht.
Die Steigerung in der Abwehr und die Einwechslung von Schweizer gaben im zweiten Durchgang den Ausschlag. Nur sieben Gegentore ließ die SGSB bis zum Schluss noch zu. Schweizer parierte zwei Siebenmeter, entschied zwei Eins-gegen-Eins-Situationen für sich und ließ sich auch von einem Kopftreffer nicht beirren. Vorne waren natürlich wieder Alisa Berger und Theresa Müller die Zielspielerinnen, aber auch Rechtsaußen Mélanie Guyomard war mit fünf Treffern eminent torgefährlich. Hilfreich war auch die Rote Karte gegen die stärkste HSG-Abwehrspielerin Cora Goldmann nach der dritten Zeitstrafe.
Kurz nach dem Seitenwechsel ging Mannheim noch ein letztes Mal in Führung (15:14), danach setzten sich die Gastgeberinnen Tor um Tor ab. Spätestens beim 26:20 (55.) durch Cinja Wehe und einer damit einhergehenden Zwei-Minuten-Strafe für Nadine Titze war die Partie entschieden.
SG Schozach-Bottwartal: Kraft, Schweizer (Tor) - Bieser, Berger (11/5), Ziegler (3), Müller (4), Brunn, Gösoy, Benz (2), Klenk, Wehe (1), Wunschik (1), Mangold (1), Guyomard (5).
Beste Schützinnen der HSG: Titze (7), Schützdeller (6/4).
Siebenmeter: SGSB 7/5; HSG 8/5
Zeitstrafen: 4/6.
Disqualifikation: Goldmann (HSG/47.) nach dritter Zeitstrafe.
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