Ein Teamplayer führt fortan die SG Schozach-Bottwartal
Marc Nitsche ist neuer Vorsitzender der SGSB und freut sich auf zwei mögliche Meisterfeiern an diesem Samstag − Zwei Neuzugänge stehen fest

Eine doppelte Meisterfeier erlebt die Langhanshalle in Beilstein auch nicht jeden Tag. An diesem Samstag könnte das seltene Ereignis eintreten. Feier eins ist ab 18 Uhr fest gebucht: Mit einem Sieg gegen die SG H2Ku Herrenberg II wären die Frauen der SG Schozach-Bottwartal vorzeitig Meister der Württembergliga Nord.
Feier zwei beträfe ab 20 Uhr die Gastmannschaft: die Männer des TV Bittenfeld II könnten mit einem Sieg gegen Schozach-Bottwartal ebenfalls Meister der Württembergliga Nord werden, wenn zeitgleich der TSV Schmiden in Fellbach verliert.
"Zwei Feiern würden sich an der Theke sicher positiv auswirken", sagt Marc Nitsche. Da spricht noch der langjährige Kassier aus dem neu gewählten ersten Vorsitzenden der SGSB. Der 44-jährige Untergruppenbacher hat kürzlich Andreas Gramsch an der Spitze der Spielgemeinschaft abgelöst, der aus beruflichen und familiären Gründen kürzertreten wollte. "Ohne das Team um mich herum hätte ich diesen Schritt nicht gemacht", sagt Nitsche. "Wir arbeiten schon lange vertrauensvoll zusammen und es gibt eine große Dynamik im Verein."

Das gilt insbesondere für die Württembergliga-Frauen. "Sie sind unser Aushängeschild", sagt Nitsche. Das Team wird nächste Saison in der Oberliga spielen, als erste Aktiven-Mannschaft der SGSB. Ziel des Vereins ist es, sich dort dauerhaft zu etablieren. Mit den Verpflichtungen von Franziska Ziegler und Saskia Benz vom künftigen Ligakonkurrenten TSV Bönnigheim sind bereits weitere personelle Weichen gestellt worden. "Wir wollen uns dauerhaft in der Oberliga etablieren", gibt Nitsche die Marschroute vor.
Also aller Fokus auf die Frauen? Jahrelang war der Oberliga-Aufstieg des Männerteams das große Ziel. "Es gibt keinen Paradigmenwechsel. Jugend, Frauen und Männer - die Bereiche stehen bei uns alle gleichberechtigt nebeneinander", erklärt Nitsche.
Im Nachwuchsbereich hat sich der Verein ebenfalls neu aufgestellt. Aus Altersgründen stellte sich der langjährige Jugendleiter Edwin Gahai nicht mehr zur Wahl. Seine Aufgaben werden künftig auf ein Trio verteilt. Mit Tobias Naumann steht ein Nachfolger bereits fest, zwei weitere sollen bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 4. Mai gewählt werden.
Die war nötig geworden, weil es auch eine strukturelle Veränderung geben wird. Die bisher ausgelagerte Spielgemeinschaft Schozach-Bottwartal Sport & Spiel GmbH soll wieder in die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) der Stammvereine integriert werden. "Wir erhoffen uns dadurch eine größere Effizienz der internen Abläufe", sagt Nitsche. Nach außen verändere sich dadurch nichts, die Stammvereine müssten aber noch zustimmen. "Handball ist ein Teamsport und in diesem Sinne treffen wir auch die Entscheidungen in den Gremien", sagt Nitsche.
Seine eigene Meisterfeier hatte der zweifache Familienvater übrigens schon. Mit den Männern 40 der SGSB entthronte er den Abonnement-Bezirksmeister aus Neckarsulm. Das Erfolgsgeheimnis: "Moderner Dreikampf: Fußball, Binokel und Weizenbier."
Zur Person
Marc Nitsche entspringt einer Handballerfamilie. In seinem Heimatort Weinsberg begann er im Alter von fünf Jahren mit dem "schönsten Sport der Welt" (Nitsche). Nach dem Studium kehrte er in die Region zurück und engagierte sich bei der SG Abstatt-Untergruppenbach, die 2014 mit der SG Bottwartal zur SG Schozach-Bottwartal fusionierte. Als Firmenkundenbetreuer bei der Kreissparkasse Heilbronn war der Posten des Kassiers naheliegend. Nitsches Vater Heinz ist Vorsitzender des Handballbezirks Heilbronn-Franken. son
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