Tischtennis
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Der Aufstieg von Neckarsulm II soll nicht die letzte Feier gewesen sein

Die junge Reserve der Sport-Union sichert sich den Oberliga-Titel. Große Aufregung beim finalen Gastspiel in Ketsch.

Florian Huber
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Lesezeit 2 Min
Der Aufstieg von Neckarsulm II soll nicht die letzte Feier gewesen sein
Jubel bei Spielerinnen, Fans und dem Trainer-Team nach dem 7:3-Sieg in Ketsch. Damit zog Neckarsulm im letzten Saisonspiel noch an Ettlingen vorbei. Foto: privat  Foto: privat

Ein Handwerker hat sein Werkzeug immer im Fahrzeug, ein Arzt den Koffer. Für den Fall der Fälle packte auch Susanne Gumbrecht am Samstag ihre Sporttasche mit den Tischtennis-Sachen ins Auto. Sicher ist sicher. Nicht, dass wie neulich aus der Betreuerin/Spielerinnen-Mutter in Windeseile wieder eine Mitspielerin werden muss, weil jemand überraschend im Stau feststeckt und flugs Ersatz her muss.

Schläger und Schuhe blieben in der Tasche, den Oberliga-Titel machte die junge Neckarsulmer Sport-Union-Mannschaft am Samstag mit dem 7:3 in Ketsch auch ohne Punkte von Susanne Gumbrecht perfekt, die als Susanne Harst einst die erfolgreichsten Zeiten des Neckarsulmer Frauen-Tischtennis prägte. "Das nun ist die beste Generation seit vielen, vielen Jahren", sagt Susanne Gumbrecht über den großen Stall an Eigengewächsen, der künftig mit einer Mannschaft in der 3. Liga und einer zweiten in der 4. Liga, der Regionalliga, vertreten sein wird. "Es ist schön, dass die meisten Spielerinnen bei uns mit dem Sport angefangen haben", sagt Gumbrecht, die immer montagabends das Training leitet.

Drei Spielerinnen sind zwischen 14 und 16 Jahre alt

Drei der vier Spielerinnen sind ja noch Jugendspielerinnen. Minh-Thao Nguyen ist erst 14 Jahre alt, Lucia Behringer auch. Anna Gumbrecht mit ihren 16 Jahren ebenfalls noch weit weg von Volljährigkeit. In Kristin Fabriz wirkte beim Meisterstück am Samstag nur eine Ü18-Spielerin mit.

Im engen Zweikampf mit dem spielfreien TTV Ettlingen musste in Ketsch unbedingt ein 5:5 für den Meistertitel her. Ein 7:3-Auswärtssieg wurde es. Mit viel Zittern, Bibbern und Bangen. Die Mädels wirkten so aufgeregt wie die ganze Saison zusammen nicht. Christian Behringer und auch Susanne Gumbrecht waren vor Ort eher als beruhigende Eltern, denn als taktische Tippgeber in den Spielpausen gefordert.

Ungutes Gefühl trotz 4:2-Führung

Auch Christian Hofmann fieberte als Teamchef der Neckarsulmer Frauen vor Ort mit. "Trotz der 4:2-Führung hatte ich ein ungutes Gefühl", sagt er. Erst nach dem fünften Punkt, mit dem das Remis und der Meistertitel feststand, wich die Anspannung der Freude.

Nach einem gemeinsamen Abendessen endete die Meistersause dann als Pool-Party. Am Montag stand dann schon wieder Tischtennis-Arbeit an. Zumindest für Susanne Gumbrecht, die sich durch ihre zwei Rückrundeneinsätze nun auch Oberliga-Meisterin nennen darf.

Zu dritt in Tailfingen auf Tischtennis-Fortbildung

Gemeinsam mit Schwester Anette und Klaus Werz sind die drei Neckarsulmer gerade in Tailfingen auf einer Fortbildung für den Trainerschein, geleitet vom ehemaligen Sontheimer Markus Teichert. Der Schwerpunkt dabei: Doppel-Training. Das passt. "Da ist bei unseren Mädels auch noch Luft nach oben", sagt Susanne Gumbrecht. Minh-Thao Nguyen glänzte im vorderen Paarkreuz als beste Spielerin der Liga mit einer Bilanz von 30:6, Winter-Neuzugang Lucia Behringer stand dem mit 15:5 Siegen kaum etwas nach.

Nun gilt es, künftig zwei junge Teams in Liga drei und vier zu halten. "Das wird kein Spagat, der Kader ist so groß und ausgeglichen. Der Klassenerhalt sollte jeweils machbar sein", sagt Christian Hofmann über die acht Positionen, für die künftig elf Spielerinnen infrage kommen. Denn Rebecca Merz kehrt nach ihrem Auslandsaufenthalt zurück, und in Ronja Mödinger wurde die erste Mannschaft nochmals verstärkt. Sie blieb bei Drittliga-Topteam DJK SB Stuttgart in der aktuellen Saison im hinteren Paarkreuz unbesiegt (16:0). "Sie will ein bisschen kürzertreten und wird nicht jedes Spiel machen", sagt Christian Hofmann.

DM-Titel in der U18 als Ziel

Bei den Heimspielen gehen sich erste und zweite Frauen-Mannschaft künftig übrigens wie bisher aus dem Weg, die zweite Mannschaft spielt an Samstagen, der Sonntag gehört den beiden Drittligateams, männlich wie weiblich. Die Meistersause vom Samstag soll nicht die letzte in dieser Saison gewesen sein. Das nächste Ziel ist bereits klar. Die beiden Nguyen-Schwestern, Lucia Behringer und Anna Gumbrecht wollen den Titel als deutsche Mannschaftsmeisterinnen in der U18 erringen.

 
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