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Aufeinandertreffen der Siegerinnen in der Beilsteiner Langhanshalle

SGSB empfängt im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde den SV Allensbach. Spielmacherin Svenja Kaufmann steht trotz Hochform zu angekündigtem Abschied

Stephan Sonntag
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Lesezeit 2 Min
Aufeinandertreffen der Siegerinnen in der Beilsteiner Langhanshalle
Bei dem Abschluss von Svenja Kaufmann staunen sogar die zahlreich auf der Tribüne vertretenen Weinsberger Oberliga-Handballer um Kapitän Sven König.  Foto: Berger, Mario

Der Entschluss von Svenja Kaufmann steht. Nach dieser Saison ist Schluss - ob mit oder ohne Zweitliga-Aufstieg ihrer SG Schozach-Bottwartal. "Ich habe diese Entscheidung ja nicht zwischen Frühstück und Mittagessen getroffen. Es gibt für alles eine Zeit und ich werde den Leistungssport hinter mir lassen", versichert die 28-Jährige.

Bis dahin will die Spielmacherin aber wie bei ihrer überragenden Vorstellung vergangene Woche gegen Haunstetten alles geben, um eine beeindruckende Saison zu krönen. An diesem Sonntag (15 Uhr) kommt es am zweiten Spieltag der Aufstiegsrunde in der Beilsteiner Langhanshalle zum Aufeinandertreffen mit dem im ersten Spiel ebenfalls siegreichen SV Allensbach.

Nur schleppend in die Trainingswoche gekommen

Der 23:18-Auftakterfolg vergangene Woche gegen Haunstetten hat zweifellos die Lust auf mehr geweckt, aber auch Spuren hinterlassen. "Ich bin nur schleppend in die Trainingswoche gekommen", gibt Kaufmann zu. "Jedes Spiel ist jetzt ein Endspiel. Das ist psychisch und physisch eine Herausforderung", sagt die frühere Neckarsulmer Bundesligaspielerin. Der Trainer - ein erklärter Gegner dieses Spielformats am Saisonende - hat es ähnlich empfunden. "Es war ein sehr emotionales Spiel am Sonntag. Die Woche lief schwer, aber ich setze darauf, dass eine volle Halle uns wieder zu einer Topleistung treibt", sagt Hans Christensen.

An der mangelnden Unterstützung dürfte ein zweiter Sieg nicht scheitern. "Es liegen bereits knapp 200 Kartenanfragen vor", teilte der Verein am Freitag mit. Am Spieltag wird die Tageskasse um 13 Uhr geöffnet. Ein rechtzeitiges Erscheinen wird empfohlen.

Große Kulisse treibt die Spielerinnen an

Aufeinandertreffen der Siegerinnen in der Beilsteiner Langhanshalle
"Der siebte Mann oder die siebte Frau" − Svenja Kaufmann ist es egal, hauptsache die Beilsteiner Langhanshalle wird am Sonntag so voll wie vergangenen Sonntag. Fotos: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Die Unterstützung von den Tribünen ist auch für Kaufmann ein entscheidender Faktor. "Eine so volle Halle wie am Sonntag habe ich schon lange nicht mehr erlebt, viele junge Spielerinnen noch nie. Vor so einer Kulisse aufspielen zu dürfen, die Euphorie zu fühlen, dafür betreibt man ja den Sport." Kaufmann durfte jede Sekunde der 60 Minuten genießen, stand vom Anpfiff bis zur Schlusssirene auf der Platte. "Ein kleines Päuschen hätte mir schon gutgetan, aber ich habe ja nicht mal eine Zwei-Minuten-Strafe zum Durchschnaufen bekommen", sagt sie lachend.

Ihre 19 Zeitstrafen in der regulären Runde übertraf lediglich Bietigheims Carlotta Hees. "Ich bin sicher keine unfaire Spielerin, lege aber eine andere Härte an den Tag. Daher bin ich prädestiniert für Strafen - ob berechtigt oder unberechtigt sei mal dahingestellt", erklärt Kaufmann. Sollte sie auch gegen Allensbach 60 Minuten abliefern müssen, dann werde sie das tun. "Ich habe nach Saisonende ja viel Aussicht auf Freizeit", sagt sie mit Blick auf ihr bevorstehendes Karriereende.

Prunkstück 6:0-Abwehr mit Torhüterin Joelle Arno

Mit Allensbach wartet am Sonntag ein ganz anderer Gegner als vergangene Woche. Prunkstück des Teams von Trainerduo Sandra Reichmann und Oliver Lebherz ist die 6:0-Abwehr mit Torhüterin Joelle Arno dahinter, die im Auftaktspiel gegen Freiburg im zweiten Durchgang lediglich sieben Gegentreffer zuließ. "Besserer Zugriff in der Defensive, bessere Torhüterinnen", nennt Christensen daher wenig überraschend neben der "Tagesform" die ausschlaggebenden Kriterien für den Sieg.

Vielleicht hätte der Trainer noch die bessere Denker- und Lenkerin erwähnen können. Auf der Position hat Allensbach mit Nadja Greinert einen ebenbürtigen Konterpart zu Kaufmann. Wie die gebürtige Neckarsulmerin befindet sich auch die gebürtige Radolfzellerin auf der Zielgeraden ihre Karriere. Die 29-Jährige gab in dieser Woche bekannt, dass sie am Saisonende aufhören wird.

 
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