Wochen der Wahrheit für die Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal

Handball  Mit Kappelwindeck und Freiburg warten zwei Liga-Schwergewichte auf Schozach-Bottwartal

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Das Spielmacherinnen-Duell zwischen Svenja Kaufmann (Mitte) und der ebenfalls erstligaerfahrenen Desiree Kolasinac verspricht Spannung.

Foto: Archiv/Veigel

Die 14:0-Punkte aus den ersten sieben Spielen suggerieren etwas anderes, aber die Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal sind bisher nach dem Motto verfahren: Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss. In vielen Spielen genügten 15, 20 starke Minuten, um die zwei Punkte unter Dach und Fach zu bringen. Wenn an diesem Sonntag (15.45 Uhr) die SG Kappelwindeck/Steinbach zu Gast in der Langhanshalle ist, dann wird sich zeigen, wie hoch das Team von Trainer Hans Christensen tatsächlich zu springen vermag. Gegen den Tabellendritten wird es eine Topleistung über 60 Minuten brauchen.

Und zwar in erster Linie in der Defensive. Denn die Gäste aus Bühl bei Baden-Baden reisen mit dem torgefährlichsten Angriff der Liga an. 268 Treffer in acht Spielen bedeuten einen Schnitt von 33,5 Toren. Mit der Offensiv-Power sind die rund 25 Gegentore im Schnitt gut verkraftbar. Interessant ist dabei, dass sich die vielen Tore von Spiel zu Spiel auf unterschiedliche Schützinnen verteilen. Kommt das Team von Trainer Arnold Manz ins Rollen, ist es kaum mehr aufzuhalten. Nur zum Saisonauftakt bei der TSG Ketsch gelang das bei der 24:26-Niederlage nicht. Seitdem hat der Drittliga-Aufsteiger von 2018 wie die SGSB 14:0 Punkte eingefahren.

Brutal gute Einzelspielerinnen

"Sie haben brutal gute Einzelspielerinnen", sagt SGSB-Trainer Hans Christensen. Dabei hat er in erster Linie den Kopf des Teams, die erstligaerfahrene Spielmacherin Desiree Kolasinac, im Blick. Dazu aber natürlich auch das halbe Dutzend Eigengewächse, das vergangene Saison noch im Viertelfinale um die deutsche A-Juniorinnen-Meisterschaft stand und dort an der SG BBM Bietigheim scheiterte. Schon vor Saisonbeginn hatte es Manz als größten Erfolg der Vorbereitung verbucht, dass keines seines umworbenen Talente den Verein verlassen hat.

A propos Vorbereitung. Beim Stromberg-Cup in Bönnigheim bestritten beide Teams das Endspiel. Wobei genau genommen in den 35 Minuten Spielzeit nur ein Team aktiv teilnahm. Mit 23:10 düpierte Kappelwindeck/Steinbach den Ligakonkurrenten und holte sich den Turniersieg. "Wir haben den Kampf nicht angenommen", ärgerte sich Christensen hernach gewaltig über den gruseligen Auftritt. Mit Blick auf den Sonntag ist der Trainer über dieses Spiel Anfang August gar nicht mehr so unglücklich: "Da haben wir noch ein Brett im Rücken." Sprich: Hier steht noch eine Revanche aus.

Glanz und Gloria geht nicht immer

Das einzige Pflichtspiel zwischen beiden Teams endete am 14. Dezember 2019 mit einem 24:19-Heimerfolg der SGSB. Es war ein Arbeitssieg. "Glanz und Gloria geht nicht immer", sagte der damalige Trainer Michael Stettner. Das Rückspiel in Steinbach fiel der Corona-Pandemie zum Opfer.

Sollte es der zweitbesten Abwehr der Liga gelingen, auch gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach ihren Schnitt von rund 23 Gegentoren zu halten, dann würde ein ähnlicher Erfolg in greifbare Nähe rücken. "Wir haben die Generalprobe hinter uns", sagte Rückraumspielern Natascha Weber nach dem 28:23-Auswärtssieg in Bietigheim, "jetzt sind wir bereit für die Spitzenspiele". Bereit für die ganz hohen Sprünge.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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