Crowdfunding mit kreativen Prämien

Handball  Die Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal kämpfen mit Crowdfunding gegen die Corona-Löcher im Budget und bieten kreative Prämien als Anreiz für die Unterstützung.

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Stehen in schweren Zeiten zusammen: Die Drittliga-Spielerinnen der SGSB um Theresa Müller (Mitte) und Svenja Kaufmann (links daneben).

Foto: Andreas Veigel

Einfach mal etwas zusätzliches Geld einsacken? Nein, so leicht wird es während der Corona-Krise nicht werden. Weder mit Blick auf mögliche Unterstützung des mitunter trägen Staatsapparates, noch beim Hoffen auf die Großzügigkeit von wirtschaftlich oftmals stark gebeutelten Sponsoren. Schon gar nicht im Schwabenland. Das war dem Drittliga-Team der SG Schozach-Bottwartal frühzeitig klar.

"Man muss in dieser Zeit einfach auch neue und unkonventionelle Wege gehen", sagt SGSB-Teammanager Michael Gramsch zu einem bemerkenswerten Online-Projekt (www.toyota-crowd.de/sgsb3.liga), das die Verantwortlichen gemeinsam mit den Spielerinnen auf die Beine gestellt haben.

Angestrebte sind mindestens 4400 Euro

Dass unter dem geflügelten Begriff Crowdfunding im Internet Spenden für einen vorab definierten Ziel-Betrag gesammelt werden und das Geld nur beim Erreichen von selbigem ausgezahlt wird, ist mittlerweile kaum mehr unkonventionell und auch nicht neu. Besonders ist die Aktion der Beilsteinerinnen, die am Montag startet und dann drei Wochen lang laufen wird, dennoch. Und zwar wegen der 14 teils recht kreativen Prämien, die mit gewissen Spendensummen auf dem Weg zu den angestrebten 4400 Euro verbunden sind.

Mit zehn Euro und dafür als Dankeschön wahlweise virtuellem Weizenbier oder einer Grillwurst geht es passend zu den Zeiten ohne gegenseitigen Austausch los. Handfesteres bekommt da mit einem Paar SGSG-Socken schon, wer den Betrag verdoppelt. Und wem es doch nach echtem kulinarischen Genuss ist, der bekommt für 45 Euro eine Magnumflasche Bottwartaler Rotwein - selbstredend von der Mannschaft signiert. Wer 50 Euro oder mehr spendet, der kauft sich auch ein Stückchen Exklusivität. Von signierten Bällen und Trikots bis zum individuellen Training mit Chefcoach Michael Stettner und eigenen Firmenevents - die Gegenangebote für höhere Summen sind limitiert.

Ideen für Prämien sprudelten

"Unsere Spielerinnen und auch der Trainerstab waren Feuer und Flamme. Die Ideen für Prämien sprudelten nur so", betont Michael Gramsch. Vor allem sein Bruder Andreas, Mitglied im SGSB-Vorstand, war aber federführend und als Projektpate für die Umsetzung der Ideen verantwortlich. Die Werbetrommel wird aber gemeinsam gerührt. "Wir als Team stehen voll hinter der Aktion und haben schon unsere Crowd mobilisiert", sagt SGSB-Akteurin Theresa Müller.

Zwar hat Schozach-Bottwartal schwäbisch solide gewirtschaftet und geplant, wichtige Einnahmen durch die Bewirtung bei gestrichenen Heimspielen und Festen sind aber weggebrochen, was sich vor allem auf das Budget für die Saisonvorbereitung oder Busfahrten zu künftigen Auswärtsspielen auswirkt. Ein Berater der Crowdfunding-Website hat deshalb 4000 Euro als Zielbetrag vorgeschlagen. Die zusätzlichen 400 Euro setzen sich aus elf Prozent für Gebühren und Bearbeitungskosten zusammen. Wird mehr Geld gesammelt, geht der Überschuss an die Jugend.

Bönnigheimer Bündnis

Auch die Oberliga-Handballerinnen des TSV Bönnigheim versuchen, sich mit Crowdfunding zu helfen. Allerdings nicht alleine. Gemeinsam mit der restlichen Handball-Abteilung, Trial-Weltmeister Oliver Widmann und zwei Eishockey-Spieler des SC Bietigheim-Bissingen bilden sie ein regionales Bündnis mit Bönnigheimer Wurzeln.

Mindestens 3000 Euro sollen erreicht werden, um akute Sponsorenausfälle auszugleichen, Online-Trainingsprogramme zu finanzieren und Coaches zu bezahlen. Das Projekt ist unter www.startnext.com bereits online, bietet ebenfalls Prämien für Spenden und läuft bis Ende Juni.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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