TSV Weinsberg fährt zum Spitzenspiel

Handball  Oberliga-Tabellenführer Weinsberg will bei Verfolger Köndringen-Teningen trotz einiger Wehwehchen wieder mit viel Härte zu Werke gehen. Am leiblichen Wohl wird der Plan jedenfalls nicht scheitern.

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Die Weinsberger um Kapitän Sven König spüren zwar noch ein paar schmerzhafte Nachwehen vom Spiel gegen Zizishausen, sind aber heiß aufs Topduell.

Foto: Veigel

Zumindest um das leibliche Wohl muss sich Michael Stettner absolut keine Gedanken machen. "Die Jungs klären die Verpflegung selbstständig - diese war im ersten Auswärtsspiel gegen Schutterwald eine Eins mit Sternchen", sagt der Weinsberger Trainer vor seiner zweiten Oberliga-Gastfahrt an diesem Sonntag (17 Uhr) zur SG Köndringen-Teningen mit einem Schmunzeln.

Völlig ohne Sorgen steigt der TSV trotzdem nicht in den Mannschaftsbus, wenn er sich als Tabellenführer auf den Weg zum Topspiel beim Zweiten macht. "Wir hatten diese Woche leider einige angeschlagene Spieler", sagt Stettner.

Mit Vorfreude statt mit Erfolgsdruck ins Spitzenspiel

Zwar werden fast alle Weinsberger mit an Bord sein, jedoch bei weitem nicht ideal vorbereitet ankommen. Jan König konnte wegen Beschwerden vom jüngsten 31:26-Erfolg gegen Zizishausen genauso nur das Abschlusstraining absolvieren wie Moritz Wahl, der gesundheitlich angeschlagen ist. Timon Ströbel hatte schon vor dem Spiel gegen Zizishausen Probleme mit dem Knie, konnte nicht trainieren und droht auszufallen.

Michael Stettner will mit seinem TSV-Team "natürlich trotzdem versuchen, dort wenn möglich was Zählbares mitzunehmen". Denn nicht nur für die Verpflegung im Mannschaftsbus verdienen die Weinsberger Bestnoten vom neuen Chefcoach: "Wir können nach einem sehr guten Saisonstart absolut ohne Druck nach Köndringen fahren. Bei uns überwiegt klar die Vorfreude auf das Spiel gegenüber der Anspannung." Aufgrund des Heimvorteils sieht er die Favoritenrolle zwar knapp bei der SG, "wir müssen uns aber definitiv nicht verstecken, werden alles was wir haben raushauen und dann schauen wir mal".

Auf den TSV wartet ein "echtes Brett"

Der Blick auf die Tabellen macht in Weinsberg aktuell in jedem Fall so richtig Freude. Ungeschlagen steht der TSV mit 11:1 Punkten an der Spitze und hat mit 202 Toren in sechs Spielen - im Schnitt über 33 Treffer pro Partie - zudem den gefährlichsten Angriff des gesamten Klassements. Auch die traditionelle Weinsberger Schwachstelle Abwehr zeigte sich zuletzt stark verbessert. An die Klasse der SG-Deckung reicht sie dennoch nicht ganz heran. Köndringen/Teningen verteidigt je nach Gegner flexibel offensiv oder defensiv und hat mit dem erfahrenen Sebastian Kicki im Kasten zudem einen Topmann.

Stettner weiß, "dass das schon ein echtes Brett sein wird gegen eine heimstarke Köndringer Mannschaft". Die SG musste vergangene Woche mit einem 31:32 in Neuenbürg zudem die erste Saison-Niederlage verschmerzen. "Von daher sind die sicherlich doppelt motiviert, um das vergessen zu machen und gleichzeitig uns ein Bein zu stellen", warnt Weinsbergs Coach und fordert "wieder eine aggressive, bewegliche und trotzdem kompakte Abwehr inklusive Torhüter." Im Angriff sei es essentiell, "zu versuchen, die kompakte Abwehr der Gäste in Bewegung zu bekommen".

Wert auf Bewegung legt Stettner auch schon vor dem Anwurf: "Nach einer solch langen Fahrt ist es mir wichtig, sich nochmal als Team ein paar Minuten gemeinsam die Beine zu vertreten an der frischen Luft." Auf der Rückfahrt darf es dann gerne ein kühles Sieger-Getränk geben.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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