Trotz Licht-Ausfall: TSV Weinsberg strahlt mit ungewohntem Abwehr-Glanz

Handball  Am Sonntag gab es die nächste Kuriosität in der Weibertreuhalle: zwischenzeitlich streikte die Beleuchtung. Den heimischen Oberligisten störte das nicht, der TSV fuhr einen 33:21-Sieg gegen Birkenau ein.

Email

Jan König kämpfte unerbittlich für seine Weinsberger und war auch in der Offensive mit acht Treffern einer der Aktivposten.

Foto: Andreas Veigel

Am Ende störte Michael Stettner nur eine Zahl. "Die Quote, dass hier irgendetwas Außergewöhnliches in der Halle passiert, liegt aktuell bei 75 Prozent - das ist deutlich zu hoch. Jetzt haben wir dann alles durch. Ich wüsste nicht, was als nächstes noch kommen sollte - hoffentlich schneit es hier nicht rein", sagte der Weinsberger Trainer schmunzelnd.

Denn bevor sein Team mit einer außergewöhnlich guten Defensivleistung gegen den TSV Birkenau ein 33:21 (14:11) im vierten Oberliga-Heimspiel schaffte, gab es nach einem Loch im TSV-Tornetz zum Auftakt und Wassertropfen vom Weinsberger Dach auch die dritte Kuriosität in der Weibertreuhalle.

Plötzlich gingen die Lichter in der Weibertreuhalle aus

Nach elf gespielten Minuten und einer Weinsberger 5:4-Führung gingen die Lichter am Sonntag plötzlich aus. Nicht beim TSV-Team, sondern bei einem Teil der Deckenbeleuchtung. Die drei Strahler-Reihen über der Weinsberger Hälfte wollten nicht mehr. Erst nach langer Unterbrechung ließen sie sich wieder anknipsen. Und als Weinsberg seinen Rhythmus nach kurzem Blackout und 7:9-Rückstand wiedergefunden hatte, strahlte auch die Defensive eine ungewohnte Sicherheit aus.

Gerade einmal zwei Gegentreffer ließ der 6:0-Verbund um den überragenden Jan König in den zwölf Minuten bis zur 14:11-Pausenführung noch zu. Ironischerweise machte ausgerechnet ein siebter Birkenauer Feldspieler die TSV-Abwehr auf einmal bärenstark. "Da haben wir den Rhythmus gekriegt und die aus dem Spiel gebracht - ab da lief es für uns und bei denen war irgendwann der Glaube weg", erklärte König den defensiven Leistungsschub seiner Mannschaft, die bei den jüngsten drei Siegen immer mehr als 30 Gegentore gefangen hatte.

Deutliche Steigerung in der Defensive

"Wir haben geackert wie die Blöden", sagte Stettner zur beherzten Deckungsarbeit, die in der zweiten Hälfte sogar noch eine Steigerung erlebte. "Es war ein Riesenschritt nach vorne, es sah wirklich richtig gut aus", freute sich der Coach über den Weg zum vorentscheidenden 23:13 in der 43. Minute. Hinzu kam in Marc Krammer ein Keeper in richtig guter Verfassung. "Es war okay - im Endeffekt macht die Abwehr die Arbeit und ich gucke, dass ich ihnen noch ein bisschen helfe", nahm er seine 14 Paraden bescheiden: "Ich bin das erste Jahr hier und kann die Vergangenheit nicht beurteilen. Aber so wie die Abwehr gestanden ist, ist es das, was wir leisten können."

Michael Stettner konnte es sich leisten, früh komplett durchzuwechseln: "Die schuften alle im Training, haben sich das verdient und es auch gut gemacht - selbst wenn die Abläufe nicht so da sind."

Dass die Zahl an Gegentoren letztlich auch deshalb nicht unter 20 lag, störte ihn da überhaupt nicht: "Ich weiß gar nicht, ab welcher Gegentor-Marke ich dem Team eine Kiste Bier spendieren muss, oder ob da überhaupt etwas ausgemacht ist. Aber für die Leistung kriegen die von mir einen Kasten", sagte Stettner.

TSV Weinsberg: Brodmann, Krammer - Schulze (2), Ströbel, Kazmeier (2), Hofacker (2), J. König (8), Heim, Lanig (7), Schrempf, S. König (2), Pech, Mahl (4/1), Wahl (3), Darancik (2).

Siebenmeter: TSV 1/2, SG 4/4.

Zeitstrafen: 4/4.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Kommentar hinzufügen