Simpler Kabinenspruch verhilft zur Steigerung

Handball  Nach einer schwachen ersten Hälfte schaffen die Drittliga-Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal mit einem Zitat ihres Trainers noch einen deutlichen 33:24-Erfolg gegen Marpingen-Alsweiler.

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Caroline Maier und die SGSB hängen sich mächtig rein.

Foto: Andreas Veigel

Es gab keinen Zaubertrank in der Kabine der Beilsteiner Langhanshalle. Ein simples Zitat genügte, um bei den Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal am Samstagabend für eine spürbare Wirkung in der zweiten Hälfte gegen die HSG Marpingen- Alsweiler zu erzielen, wie Spielmacherin Svenja Kaufmann nach dem 33:24 (16:15) schmunzelnd verriet.

Ruhige Ansprache des Trainers

"Sein Spruch war, dass mal ein Trainer zu ihm gesagt hat, wenn man zwei Halbzeiten gewinnt, ist auch das Spiel gewonnen", gab die Leaderin der SGSB einen Einblick in die eher ruhige Pausenansprache von Trainer Hans Christensen.

Dass es zurück auf dem Feld dann doch etwas lauter zuging, war für Kaufmann ebenfalls entscheidend für eine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang: "Nach einer holprigen ersten Hälfte war es auch wichtig, dass die Zuschauer da waren, uns unterstützt und angefeuert haben, um den Schwung zu bekommen."

VIel Stückwerk in der ersten Hälfte

In der ersten Hälfte hatten die 150 Beobachter hingegen viel Stückwerk ihrer SG gesehen. "Der Gegner hatte nichts zu verlieren, das hat man gemerkt. Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen - insbesondere in der Abwehr haben wir anfangs gar keinen Zugriff bekommen und sehr viel von Außen zugelassen", meinte Svenja Kaufmann, die mit dem Team mit einem 1:3 gestartet war.

Nach elf Minuten hatte Keeperin Jana Brausch beim 4:7 bereits viel zu oft hinter sich gegriffen. Ihre Defensive ließ sie immer wieder allein und auch die Nummer 99 hatte nicht ihren allerbesten Tag erwischt. Zwar schaffte Schozach-Bottwartal in der 20. Minute durch Caroline Maier zumindest den 10:10-Ausgleich, blieb aber weiter hinter den eigenen Möglichkeiten.

Keller sorgt für Aufschwung

Erst in der Endphase von Hälfte eins fand die SG so langsam in die Favoritenrolle. Auch Torhüter-Talent Rena Keller hatte im SGSB-Kasten nach ihrer Einwechslung ihren Anteil am Aufschwung, entschärfte gleich mehrere freie Würfe und verunsicherte somit den frech agierenden Außenseiter. Kapitänin Theresa Müller besorgte die wichtige 16:15-Pausenführung, damit das Positivste der ersten 30 Minuten für Schozach-Bottwartal und zugleich die Grundlage für Hans Christensens simples Kabinen-Zitat.

Besonders in der Deckungsarbeit gab Schozach-Bottwartal nach der Pause ein ganz anderes Bild ab. Auf dem Weg zur 23:17-Führung ließ die nun deutlich offensivere SG-Abwehr gerade einmal zwei Treffer in elf Minuten zu - fünf weniger als noch im ersten Durchgang. "Das war der Knackpunkt", betonte auch Svenja Kaufmann.

Gegnerinnen geht die Puste aus

Die Moral von Marpingen-Alsweiler war spätestens nach dem 26:20 zehn Minuten vor der Schlusssirene gebrochen. "Da ist ihnen dann auch die Puste ausgegangen, es kam nicht mehr viel Gegenwehr", erklärte Kaufmann den letztlich recht deutlichen 33:24-Erfolg, den sie gemeinsam mit den Fans genießen durfte. "Es ist einfach schön, wenn man sich danach wieder vor der Halle austauschen kann, Rückmeldungen bekommt und sieht, dass es den Leuten trotz Mundschutz Spaß gemacht hat." Und dafür brauchte es gar keinen Zaubertrank.

SGSB: Keller, Brausch - Weber (2), Hanak, Müller (6), Kaufmann (2), Hönig (10/4), Keil (2), Klenk (3), Hage, Räuchle (1), Maier (6), Loehnig (1).

Siebenmeter: SGSB 4/4, HSG 5/7.

Zeitstrafen: 3/4. Zuschauer: 150.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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