SGSB will den nächsten Gegner müde spielen

Handball  Die Frauen von Drittliga-Tabellenführer Schozach-Bottwartal sind beim Aufsteiger HSG Hunsrück einmal mehr in der Favoritenrolle. SGSB-Top-Torschützin Hönig ist voll in den Fokus der Gegner geraten.

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Im Angriffsmodus: Hannah Hönig hat in den ersten drei Saisonspielen im Schnitt zehn Tore für die SG Schozach-Bottwartal erzielt.

Foto: Andreas Veigel

Die dritte Auswärtsfahrt der Saison führt die Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal ins beschauliche Kleinich. Im 700-Seelen-Dorf ist Aufsteiger HSG Hunsrück beheimatet und empfängt am Samstag (20 Uhr) in der Hirtenfeldhalle den Tabellenführer.

Vorsicht aus der Favoritenrolle heraus

"Klar, wir fahren als Favorit dahin", redet SGSB-Trainer Hans Christensen nicht herum. Allerdings scheint die HSG nach zwei derben Klatschen zu Saisonbeginn inzwischen im Drittliga-Fahrwasser angekommen zu sein. Gegen die starke SG Kappelwindeck-Steinbach verlor das Team von Trainer Nils Ibach nur knapp, gegen die TG 88 Pforzheim gelang Ende September auswärts der erste Saisonsieg. "Die SGSB wird die bislang größte Herausforderung für uns", sagt Ibach. "Sie sind eingespielt, stellen eine gut strukturierte Abwehr und sind von allen Positionen torgefährlich." Die zwei spielfreien Wochen hatte der Trainer nicht wie gewünscht nutzen können, da ein Virus in der Kabine umging und den Großteil der Mannschaft außer Gefecht gesetzt hatte. Trotzdem ist das Ziel klar: "Wir wollen den Gegner ärgern", sagt Ibach.

Solche Ansagen kennt man beim Spitzenreiter aus dem Bottwartal. "Das ist wieder ein Gegner, der nichts zu verlieren hat und befreit aufspielen kann. Wir müssen unsere Leistung abrufen, gerne mal über 50 statt nur über 30 Minuten", sagt Christensen. Damit spielt der Däne auf die zwei Gesichter seines Teams an, das die bisher drei Saisonsiege immer erst durch eine klare Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte einfuhr. "Das lag sicher auch daran, dass den Gegnern in den zweiten 30 Minuten die Luft ausging", sagt Christensen.

Siebenmetertore muss man erst mal machen

Ähnlich sieht es seine Top-Torschützin. "Wir halten unser Niveau, während die Gegner in der zweiten Hälfte irgendwann nachlassen", sagt Hannah Hönig. Im Schnitt zehn Tore pro Spiel hat die 18-Jährige bisher erzielt. Knapp die Hälfte davon von der Siebenmeterlinie. "Die muss man aber auch erst einmal machen", sagt die Linksaußen schmunzelnd. Der Nachteil der reichen Torausbeute besteht darin, dass Hönig bei den gegnerischen Teams mittlerweile im Fokus steht. "Ich habe das beim Spiel in Ketsch bemerkt, dass die Torhüterin genau mein Wurfbild studiert hatte." Sorgen bereitet ihr das allerdings nicht: "Du musst immer ein bisschen besser sein als die Torhüterin. Ich achte aber schon darauf, dass ich den ersten Siebenmeter nicht immer in dieselbe Ecke werfe."

Ihren Zehn-Tore-Schnitt würde Hönig auch am Samstag gerne fortführen. Die Gastgeberinnen sind jedenfalls von personellen Ausfälle geplagt - besonders im Rückraum. Mit Hanna Bach ist zudem eine Spielmacherin im Urlaub, hinter dem Einsatz der zweiten, Lia Römer, steht noch ein Fragezeichen. Die SGSB wird hingegen in Bestbesetzung antreten. Lediglich Top-Talent Lara Däuble weilt bei einem Lehrgang mit der U16-Nationalmannschaft in Hoyerswerda und bestreitet am Wochenende in Polen ihre ersten beiden Länderspiele.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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