SG Schozach-Bottwartal stärkt die Abwehrkräfte

Handball  Die Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal brechen Prüfstein in St. Leon beim 25:23 vor allem defensiv.

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Theresa Müller auf dem Weg zum Tor. "Wir hätten den Sack früher zu machen können", sagte die SG-Kapitänin.

Foto: Mario Berger

Nach einem flotten Siegestanz in enger Umarmung zogen sich die allermeisten SG-Spielerinnen recht schnell einen dicken Pullover über. In der frostigen Beilsteiner Langhanshalle waren am Sonntagnachmittag neben warmen Klamotten auch gute Abwehrkräfte von Vorteil. Für den frierenden Zuschauer auf der zugigen Tribüne. Aber auch für die Defensive des Drittliga-Teams auf dem Feld.

Zumindest Schozach-Bottwartal bewies sie beim 25:23 (13:11) gegen die HSG St. Leon/Reilingen, stärkte seine spielerischen Abwehrkräfte im Vergleich zu den ersten vier Saisonsiegen enorm. Auch wenn der Spitzenreiter der Staffel E im bisher fordernsten Duell am Ende unnötigerweise doch ein kleines bisschen bibbern musste. "Wir haben uns defensiv um fast hundert Prozent gesteigert - das ist die Abwehr, die wir sonst immer gespielt haben: hart, fair und von Anfang an voll da", sagte Sina Klenk.

6:0-Deckung mit den tragenden Säulen Klenk und Kaufmann

Gemeinsam mit Svenja Kaufmann war sie im Mittelblock der massiven und doch beweglichen 6:0-Deckung tragende Säule für die beiden nächsten Zähler. Selbst satte vier Zeitstrafen im ersten Durchgang erschütterten den starken SG-Abwehrverbund nur wenig. "In der zweiten Halbzeit haben wir dann mit einer offensiven Abwehr ein bisschen was ausprobiert", erklärte die unermüdlich arbeitende Klenk.

Nach dem souveränen 19:14 ließ Trainer Hans Christensen ab der 40. Minute in 5:1-Formation decken. Ein eher ungewohntes System für seine SG, das nach dem 22:16 (47.) auch immer wieder ein paar Anfälligkeiten offenbarte. Zudem stolperte Schozach-Bottwartal nach der deutlichen Führung vermehrt über technische Fehltritte und war nach vielen Wechseln und ohne die defensiven Leaderinnen Kaufmann und Klenk auf der Platte auch nicht mehr ganz so präsent wie während der Anfangsphase.

In der Schlussviertelstunde nur noch magere vier Treffer

Das ließ die willensstarke HSG zwischenzeitlich aufschließen. Zurück in der klassischen Abwehr-Aufstellung brachte Schozach-Bottwartal den letztlich ungefährdeten, aber zu knappen Sieg über die Zeit. Selbst wenn in der Schlussviertelstunde nur noch magere vier Treffer glückten - sie genügten. "Das war unnötig, wir hätten den Sack früher zu machen können", sagte SG-Kapitänin Theresa Müller. Zumindest auf Topscorerin Hannah Hönig war offensiv wieder einmal absolut Verlass. Die finalen drei Schozach-Bottwartal-Treffer gingen allesamt auf das üppige Torkonto der sicheren Rechtsaußen, das am Ende mit zwölf erneut zweistellig bestückt war. Eine hundertprozentige Quote von der Siebenmeterlinie inklusive.

Matchwinner war trotzdem nicht die variable Nummer zehn allein, sondern vor allem der gemeinsame Kampf in der Abwehr. "Wir haben das defensiv gut gemacht", lobte auch Christensen: "Wir hätten sicherlich auch die Gegentormarke von 20 knacken können, wenn wir nicht zwei, drei dumme Abpraller bekommen hätten." Hadern wollte der Trainer nach dem übersprungenen Prüftstein aber nicht: "Die Mädels haben es gut gemacht, auch wenn am Ende etwas Stress und Hektik drin war." Wärmenden Applaus von der Tribüne gab es nach der Schlusssirene natürlich dennoch. Er galt vor allem der beeindruckenden ersten Hälfte. Und tat Spielerinnen und Zuschauern gleichermaßen gut. Den einen innendrin, den anderen außen.

"Es ist hier drin immer so kalt - das ist abartig", erklärte Theresa Müller. Da helfen nur dicke Klamotten und im Idealfall starke Abwehrkräfte.

SGSB: Keller, Brausch - Weber (2), Hanak, Müller (2), Kaufmann (1), Däuble, Hönig (12/5), Keil (1), Klenk (3), Hage (1), Räuchle (1), Maier, Loehnig (2).

Beste Schützinnen HSG: Rimpf (8/3), Scholl (4), Laier (4).

Siebenmeter: SGSB 5/5, HSG 3/4. Zeitstrafen: 6/3. Zuschauer: 250.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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