SGSB im Stil eines Topteams

Handball  Schozach-Bottwartal schlägt Kappelwindeck/Steinbach im Drittliga-Topspiel mit der bisher besten Saisonleistung 28:26. Eine offene Manndeckung hat allerdings noch einmal für Unruhe gesorgt.

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Schozach-Bottwartals Trainer Hans Christensen haderte zwar etwas mit den vielen Gegentoren in der Schlussphase, war sonst aber sehr zufrieden.

Foto: Andreas Veigel

Den Ton in der Langhanshalle gab die SG Kappelwindeck/Steinbach an. Allerdings nur auf den Rängen. Mit stattlichen sieben Trommeln nach Beilstein gekommen, sorgten die geschlossen in blau gekleideten Gäste unter den insgesamt 280 Zuschauern für mächtig Stimmung. Und auch ihre Mannschaft gab bei der SG Schozach-Bottwartal keineswegs ein schlechtes Bild ab.

Beides war an diesem Sonntagabend allerdings nicht genug. Denn die verlustpunktfreien Gastgeberinnen steigerten sich pünktlich zum Duell mit dem Dritten nochmals beträchtlich. "Die erste Halbzeit war bisher die beste, die wir gespielt haben. Wenn wir müssen, dann liefern wir auch ab - ich hoffe, das bleibt so", sagte SGSB-Spielmacherin Svenja Kaufmann, die beim 28:26 (13:11) offensiv mit sieben Toren routiniert voran ging.

Bester Angriff der Liga macht lediglich 26 Tore

Der Schlüssel für die beiden wichtigen Punkte lag aber vor allem in der dichten Defensive. "Wir sind in der Abwehr supersicher gestanden", betonte Kaufmann. Auch ihr Trainer, Hans Christensen, lobte seine Defensive: "Den besten Angriff der Liga musst du erstmal bei nur 26 Toren halten." So richtig überschwänglich fiel die Freude des Dänen ob der zehn Schlussminuten aber trotzdem nicht aus.

Dass aus einem 25:17 noch ein recht knapper, wenn auch ungefährdeter Sieg wurde, fuchste den findigen Übungsleiter: "Eigentlich war es eine relativ klare Sache bis zur offenen Manndeckung, wo wir uns das ein oder andere Mal nicht sehr clever angestellt haben. Und das ist das Einfachste, was es überhaupt gibt, wenn man sich bewegt und hart und mit Geschwindigkeit in die Tiefe geht. Das müssen wir noch besprechen, da geht noch was." Christensen ging mit dem unbefriedigenden Gefühl aus der Partei, "dass auch sieben, oder acht Plus drin gewesen wären - aber wenn wir so ein Spitzenspiel gewinnen, ist es schon okay, klar".

Na endlich: Starker 3:1-Start nach sechs Minuten

Klar mehr als nur okay war der Start ins Spiel von seinem Team, der sonst bei Schozach-Bottwartal ja gerne mal ein bisschen schläfrig ausfällt. "Wir haben die ganze Woche über schon gesagt, es muss besser sein - sagen kann man aber viel, wir haben es in die Tat umgesetzt", sagte Svenja Kaufmann zum Auftritt im Stil eines echten Spitzenteams und einem 3:1 nach sechs Minuten. "Hebet se", forderten die Fans der Gäste aus Baden zum Schlag der Trommel beherzten Einhalt gegen die bewegliche SGSB-Offensive. Die bessere Abwehr-Arbeit zeigte aber die Heimmannschaft.

Nur Desiree Kolasinac stellte die starke 6:0-Formation von Schozach-Bottwartal immer wieder in brenzlige Situationen. "Die Desi hat natürlich Qualität im Eins-gegen-Eins, das hat sie auch gezeigt. Sie war so ein bisschen der Kopf - ohne sie wären die, glaube ich, komplett auseinander gefallen", sagte Svenja Kaufmann zur besten Spielerin der SG Kappelwindeck/Steinbach, mit der sie sich einst schon in der Bundesliga gemessen hatte.

Verdiente 13:11-Führung zur Pause

SGSB im Stil eines Topteams

Svenja Kaufmann warf alles in die Partie, was sie hatte. Sieben Tore und ein sicherer Auftritt im Mittelblock der SG Schozach-Bottwartal waren Zeugnis eines richtig guten Spiels der routinierten Anführerin.

Foto: Mario Berger

Vielleicht nicht ganz auf Erstliga-, aber doch auf sehr hohem Niveau, hielt das Spitzenspiel, was die Vorzeichen versprochen hatten. Die 13:11-Pausenführung der SGSB war verdient, der Ausgang gegen gute Gäste aber noch völlig offen.

Zum Start in die zweite Hälfte erhöhte Schozach-Bottwartal die Schlagzahl. Jana Brausch gab im Kasten zudem beeindruckendem Rückhalt. Beim 22:15 eine Viertelstunde vor der Schlusssirene verstummten selbst die unermüdlichen Gäste-Trommler für einen kurzen Moment.

Svenja Kaufmann: Am Ende war etwas die Luft raus

Ihr Team allerdings ging trotz des vorentscheidenden Rückstands nicht in den Schonmodus. Im Gegenteil. Trainer Arnold Manz gelang mit der offenen Manndeckung nochmal ein guter Zug, der die müder werdende Heimmannschaft immer wieder stolpern ließ. "Am Ende war etwas die Luft raus und dadurch auch die Beweglichkeit", musste Svenja Kaufmann gestehen.

In echte Gefahr gerieten die beiden Big Points aber trotzdem nicht mehr. Im Stil eines Topteams brachte Schozach-Bottwartal den verdienten Sieg über die Zeit.

SG Schozach-Bottwartal: Keller , Brausch (beide Tor) - Weber, Hanak, Müller (3), Kaufmann (7), Däuble (2), Hönig (4), Keil, Klenk (3/1), Hage (2), Räuchle, Maier (1), Loehnig (6). Beste Schützin der SG KS: Kolasinac (10/5). Siebenmeter: SGSB 1/5, SGKS 5/7. Zeitstrafen: 4/2. Zuschauer: 280.

 

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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