SG Schoazch-Bottwartal will auch ohne besonderes Knistern Alarm machen

Handball  Für die Drittliga-Spielerinnen der SG Schozach-Bottwartal hat die Partie gegen Möglingen keinen Derby-Charakter, dennoch soll gegen den Außenseiter der sechste Saisonsieg eingefahren werden.

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Sina Klenk (Zweite von rechts) steht in der SG-Abwehr Ex-Club Möglingen gegenüber. Verbindungen zum TVM hat sie nicht mehr.

Foto: imago-images/Alexander Keppler

Es ist eine besondere Begegnung für die SG Schozach-Bottwartal. "Was für die Herren das Spiel beim SKV war, ist für die Damen das Spiel gegen Möglingen", vermeldete der Verein vor dem Drittliga-Heimspiel seiner Frauen an diesem Samstag (18 Uhr) gegen den TVM vollmundig. Für Abwehrchefin Sina Klenk ist es zudem ein Wiedersehen. Von 2015 bis 2017 stand sie im Möglinger Kader, ehe sie sich der SGSB anschloss.

"Mittlerweile ist das schon recht weit weg und nicht mehr ganz so besonders wie früher. Ich kenne von der Möglinger Mannschaft mit so vielen Jungen eigentlich gar keine mehr, habe mit keiner zusammengespielt und kaum noch Bezug. Früher waren es andere Derbys, da hat man sich untereinander gekannt. Da haben die ganzen alten Hasen noch mitgespielt", sagt Klenk. Ihre einstigen TV-Teamkolleginnen "spielen mittlerweile in der zweiten Mannschaft von Möglingen - da gucke ich auch gerne mal zu".

Caroline Maier und Natascha Weber werden wohl fehlen

Sina Klenk steht in der Drittliga-Defensive der SG hingegen noch immer voll im Fokus und ist im Mittelblock der 6:0-Abwehr neben Svenja Kaufmann routinierter Rückhalt. Auch im Angriff hofft die erfahrene Rückraumspielerin gegen ihren Ex-Club auf viele Einsatzminuten - "das wäre schön". Unschön sind für Caroline Maier Problemen am Sprunggelenk, die sie wohl zum Aussetzen zwingen. Auch Außen Natascha Weber fehlt verletzt. An der Favoritenrolle ändert das aber absolut nichts.

Schozach-Bottwartal empfängt Möglingen mit 10:0 Punkten auf dem Konto. Der TVM hat nach einem Auftaktsieg hingegen dreimal nicht gewonnen, ehe zuletzt ein knappes 27:25 gegen Pforzheim und damit der 5:5-Punkteausgleich auf dem Zählerkonto glückte. "Das ist eine junge, aggressive und motivierte Mannschaft - die sollten wir nicht unterschätzen. Aber natürlich können wir die Favoritenrolle nicht ablehnen", sagt Sina Klenk.

Abwehr als Fundament für die nächsten zwei Punkte

Als Schozach-Bottwartal vor zwei Jahren zuletzt auf Möglingen getroffen ist, waren die Rollen bei einem 32:19 jedenfalls klar verteilt. Für ein ähnlich deutliches Ergebnis beim Wiedersehen möchte SG-Trainer Hans Christensen vor allem wieder eine gute Abwehrleistung sehen. Ähnlich, wie beim jüngsten 25:23 gegen St. Leon/Reilingen, als die Defensive den bislang besten Auftritt zeigte. Danach hatte das Team allerdings zwei spielfreie Wochenenden, ehe nun der TV kommt. "Wir sind jetzt nicht mehr ganz so im Rhythmus und Möglingen hat gespielt - das ist aber kein Grund, nicht gewinnen zu wollen. Und in diesem Spiel sind wir Favorit", sagt Kapitänin Theresa Müller und betont: "Wir müssen wieder gucken, dass wir von hinten schnell rausspielen und so eine Abwehr stellen, wie beim letzten Spiel - da hat sie zum ersten Mal in dieser Saison richtig gut geklappt und das gibt Sicherheit."

Auch der besondere Charakter der Begegnung soll Schozach-Bottwartal in Sachen Abwehrhärte helfen. "Gegen Möglingen ist es für uns immer ein Derby, auch wenn es nicht mehr ganz so ist wie früher", sagt Müller. Der TVM mag für die SG-Frauen vielleicht nicht ganz dasselbe sein wie Oberstenfeld für die Württembergliga-Männer - etwas Prestige steht gegen den nicht einmal 30 Kilometer entfernten Gast aber dennoch auf dem Spiel.

Junge Möglinger Spielerinnen unter Druck setzen

Schozach-Bottwartal möchte von Beginn an aggressiv zu Werke gehen. "Damit können wir sie knacken. Es ist eine junge Mannschaft, der ein bisschen die Erfahrung fehlt. Wenn wir die unter Druck setzen, lassen sich solche jüngeren Spielerinnen leichter aus dem Konzept bringen", schildert Sina Klenk ein potenzielles Erfolgsrezept gegen Möglingen.

Es soll schließlich ein besonderes Spiel werden - auch, ohne besonderes Derby-Knistern möchte die SGSB gegen den TVM richtig Alarm machen.

In Rot und unter 3G-Plus-Bedingungen

Die SG Schozach-Bottwartal muss für die Zuschauer in der Beilsteiner Langhanshalle auf das 3G-Plus-Prinzip ausweichen. Beim Spiel gegen den TV Möglingen werden aufgrund des Erreichens der Warnstufe für ungeimpfte und nicht genesene Personen PCR-Tests notwendig. Die Maskenpflicht bleibt auch am Sitzplatz bestehen. Trotzdem hofft die SGSB auf eine volle Halle und Derby-Atmosphäre. Damit in jedem Fall optisch ein besonderes Signal von der Tribüne ans Heimteam gesendet wird, soll für alle SGSB-Fans Rot die Farbe des Abends sein. "Taucht die Halle in ein rotes Farbenmeer", bittet der Verein um einen besonderen Dresscode.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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