SG Heuchelberg: Neuer Koch, alter Rezeptwunsch

Handball  Trainerwechsel am Heuchelberg. Benjamin Koch soll Umbruch der SG-Frauen mit vielen Talenten vorantreiben. Auch zwei spielerische Verstärkungen stehen bereits fest.

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Nils Koch fehlt die Zeit, künftig weiter am Heuchelberg zu coachen.

Fotos: Veigel

Und erneut weht ein frischer Wind um den Heuchelberg. Wenn der Ball bei der SG wieder fliegen darf, dann tut er das in gewohnten Bahnen. Noch immer möchte sich der ehemalige TSV Nordheim bei den Frauen in der neuen Verbandsliga vorzugsweise mit Personal aus der eigenen Jugend etablieren. Und noch immer heißt der Chefcoach für dieses Vorhaben Koch. Statt Nils Koch wird künftig allerdings Benjamin Koch an der Seitenlinie stehen, wenn das SG-Team wieder aufs Parkett geht.

"Beim Namen hören die Verbindungen aber noch nicht auf. Wir wohnen auch nur einen Kilometer auseinander und haben zusammen Handball gespielt", sagt der gut gelaunte neue Chefcoach mit Blick auf den geschätzten Vorgänger.

Nur ein Spiel, dann kam die zweite Corona-Welle

Nur ein Spiel machte Nils Koch in der Verbandsliga nach dem unvermeidlichen Württembergliga-Abschied und einem radikalen Umbruch mit der SG Heuchelberg. 12:24 hieß es Mitte Oktober gegen Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen. Dann kam die zweite Corona-Welle. Und während der Zwangspause die frühzeitigen Entscheidungen, sich einvernehmlich zu trennen. "Ich bin ja damals während der laufenden Württembergliga-Runde eingestiegen und habe nicht händeringend nach etwas gesucht", sagt der scheidende SG-Trainer. Schon damals war sein Zeitkonto knapp bemessen: "Ich bin im Gesundheitswesen tätig und habe aktuell nicht weniger zu tun." Früh kommunizierte Nils Koch das Problem, damit der Verein sich in Ruhe nach einer Alternative umsehen kann: "Intern kommt das jetzt also nicht überraschend. Es ist eine sehr gut Lösung, auch für die Mädels. Es ist eine gute, harmonische Truppe. Die wollen was lernen, was bewegen. Und ich denke, genau das will Benni auch."

Der neue Trainer ist ein perfektes Komplettpaket

SG Heuchelberg: Neuer Koch, alter Rezeptwunsch

Benjamin Koch fühlt sich wieder bereit für den Schritt zu den Aktiven.

Aus gesundheitlichen Gründen ist Benjamin Koch zuletzt kürzer getreten, hat sich auf Aufgaben in der Jugendarbeit beschränkt: "Jetzt fühle ich mich fit für den Schritt zurück zu den Aktiven." Erfahrung hat er dort bereits genug gesammelt, war unter anderem als Frauen-Coach beim TV Flein oder TSV Bönnigheim in der Oberliga tätig. "Somit stellt er ein perfektes Komplettpaket für uns da, um die Verbindung zwischen den erfahrenen aktiven Spielerinnen und dem jungen Nachwuchs zu schaffen und daraus eine Mannschaft zu formen", sagt der rührige sportliche Leiter Uwe Kurrle in einer Vereinsmitteilung.

Benjamin Koch fühlt sich bereit: "Es kribbelt schon. Mir geht es super. Das Unbekannte hat mich gereizt." Außer drei Spielerinnen, die Koch vom Sehen kennt, ist die SG Heuchelberg für ihn ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt, "eine Wundertüte, etwas ganz neues ohne großen Druck".

Ziel ist der Klassenerhalt in der Verbandsliga

Schnell voranbringen möchte der ehrgeizige Trainer seine neues Team natürlich trotzdem: "Es wird viel Arbeit, aber perspektivisch wollen wir an alte, glorreiche Zeiten anknüpfen." In naher Zukunft soll der Verbandsliga-Klassenerhalt her. Im April wird sich Benjamin Koch seinem neuen Team vorstellen. Wenn möglich persönlich, oder eben digital: "Bis jetzt habe ich die Mannschaft ja noch gar nicht gesehen." Zumindest etwas positives kann der Coach der speziellen Corona-Zeit abgewinnen: "Es haben bestimmt alle richtig Lust auf die Vorbereitung. Das ist schön als Trainer."

Und wenn der Ball bei der SG wieder fliegen darf, soll mit neuen Koch das alte Rezept gelingen.

Zwei Zugänge vom Landesligisten HSG Kochertürn/Stein

Der neue SG-Trainer Benjamin Koch darf sich bereits auf zwei Zugänge freuen: Ein Doppelpack vom Landesligisten HSG Kochertürn/Stein. Zum einen wird die 20-jährige Torhüterin Enny Bayer, die aus der Jugend des SV Heilbronns stammt, an den Heuchelberg wechseln. Zum anderen verstärkt die ebenfalls 20-Jährige Nina Brenneis den SG-Rückraum. Brenneis hat bereits Erfahrung in der Jugendbundesliga gesammelt und wird als Spielmacherin und Halblinke auf die Platte gehen. "Es kann gut sein, dass noch zwei, drei Neue kommen. Wenn nicht, bin ich aber auch so mit dem Kader zufrieden", sagt Chefcoach Koch.

 

Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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