Sebastian Heymann feuert Göppingen zum Derbysieg

Handball  Der 23-jährige Horkheimer verwandelt letzten Wurf des Spiels zum 32:31-Sieg und dürfte anschließend eine angenehme Busreise nach Berlin gehabt haben.

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Sebastian Heymann mit der Nummer 10 erzielt das Tor zum 31:32. Foto: Oliver Zimmermann/imago-images

Bei 59:58 stand die Uhr am Samstagabend in der Mannheimer SAP Arena, als Sebastian Heymann den Ball bekam, absprang und die Kugel mit gefühlt 200 Stundenkilometern an Schwedens Nationalkeeper Andreas Palicka vorbei ins Tor beförderte. Es war der 32:31-Siegtreffer für seine Göppinger bei den Rhein-Neckar Löwen. Sekunden später wurde der 23-jährige Horkheimer unter einer blau-weißen Jubeltraube begraben. 

„Uns war klar, dass wir den Ball am Ende nicht mehr hergeben und noch den einen Wurf nehmen. Ich bin froh, dass ich ihn genommen habe und dann zum Glück für uns auch ins Tor reingehauen habe“, sagte der Siegtorschütze hinterher. Es war bereits der zweite Derbysieg für die Göppinger in dieser Saison. Das Hinspiel Mitte Februar hatte Göppingen bereits mit 34:32 gewonnen. 

Die Gäste legten zu Beginn die 20 besten Minuten der Saison hin und führten bereits mit 13:7 (19. Minute). „Die ersten 20 Minuten waren überragend. Den großen Vorsprung geben wir dann ein bisschen zu leicht wieder aus der Hand“, monierte Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer die nur knappe 17:15-Pausenführung. 

Ein Kampf auf Biegen und Brechen

Im zweiten Durchgang war es dann ein Kampf auf Biegen und Brechen zwischen beiden Teams. Mehrmals glichen die Löwen aus, schafften es aber nie, die Führung zu übernehmen. „Das war sicher auch ein Knackpunkt“, meinte Heymann, der dank seiner zuletzt starken Leistungen auch für den Kretzsche des Monats nominiert ist. 

40 Sekunden vor dem Ende glichen die Gastgeber ein letztes Mal zum 31:31 aus. Zum Ärger der Löwen stoppten die Referees bei der Freiwurfentscheidung zwei Sekunden vor dem Ende die Uhr. Nur dadurch bekam Heymann die durch den Schutzschirm seiner Mitspieler ermöglichte Wurfchance. „Das Tor war phänomenal“, lobte Mayerhoffer.

Heymanns Treffer sind bei den Gegnern gefürchtet

Ähnliche Treffer hat Heymann allerdings auch schon zu Beginn seiner Karriere für den TSB Horkheim in der 3. Liga erzielt. Freiwürfe des Rückraumlinken waren schon da bei den Gegnern gefürchtet. 

Witzigerweise durfte Heymann sein Tor und den Derbysieg am Samstag noch stundenlang auskosten. Gemeinsam mit Teamkollege Marcel Schiller und den Löwen-Nationalspielern Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki sowie Teammanager Oliver Roggisch ging es zu fünft im großen Nationalmannschaftsbus nach Berlin. Dort wartet am kommenden Wochenende die Olympia-Qualifikation. 

Hier geht es zum Video von Heymanns Buzzer-Beater

 

 

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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