Olympia-Aussicht als Geburtstagsgeschenk für Sebastian Heymann

Handball  Der Horkheimer Sebastian Heymann steht nach seinem WM-Verzicht wieder im Nationalmannschaftskader für die Qualifikationsspiele in Berlin. Ausgerechnet am Tag seines 23. Geburtstages erfolgte die frohe Kunde.

Von Stephan Sonntag und dpa

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Ab Samstag wieder im Kreise des DHB-Teams: Sebastian Heymann.

Foto: dpa

Alfred Gislason war die Erleichterung über die Rückkehr des Kieler Star-Trios für die wegweisende Olympia-Qualifikation deutlich anzumerken. Im Kampf um das Tokio-Ticket vom 12. bis 14. März in Berlin kann der Handball-Bundestrainer wieder auf die bei der historischen WM-Pleite schmerzlich vermissten Leistungsträger Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold vom deutschen Rekordmeister und Champions-League-Sieger bauen. "Das sind drei Spieler, die schon sehr lange im Deckungsverbund zusammenspielen. Damit haben wir wieder einen Innenblock, der zu den besten der Welt gehört", sagte Gislason.

Olympiaziel der DHB-Auswahl ist eine Medaille

Im 19-köpfigen Aufgebot, das der 61 Jahre alte Isländer am Montag bekanntgab, stehen zudem die bei der Weltmeisterschaft ausgefallenen Rückraumspieler Fabian Wiede und Sebastian Heymann. "Wir haben damit mehr viel mehr Erfahrung und deutlich mehr Breite im Kader als bei WM", frohlockte Gislason. "Unser klares Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio. Gegner und Programm stellen eine große Aufgabe dar. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Aufgebot bereit für diese Herausforderung sind."

Bei der Ausscheidung in der Hauptstadt trifft die DHB-Auswahl auf den WM-Zweiten Schweden, den EM-Vierten Slowenien und Algerien. Die ersten zwei Teams qualifizieren sich für die Sommerspiele, wo die deutsche Mannschaft um die Medaillen spielen will.

Doppelter Grund zur Freude für Sebastian Heymann

Olympia in Tokio ist natürlich auch ein großes Ziel für den Horkheimer Heymann. Auf die WM-Teilnahme hatte der Rückraumlinke schweren Herzens verzichtet, um nach seinem Bundesliga-Comeback im Oktober 2020 nach vorangegangener einjähriger Verletzungsauszeit noch einmal intensiv an seiner Physis zu arbeiten.

Die Nominierung für die Qualifikationsspiele fiel genau auf den Tag seines 23. Geburtstages. Es gab also doppelten Grund zur Freude. "Ich hatte dem Bundestrainer im Vorfeld auf seine Anfrage hin meine Einsatzfähigkeit bestätigt. Jetzt freue ich mich auf die Nationalmannschaftswoche, auch wenn das Programm und die Aufgaben anspruchsvoll sind."

Bundestrainer musste keinen Spieler überreden

Wie im Fall von Heymann musste Gislason auch bei den übrigen Rückkehrern keine große Überzeugungsarbeit leisten. "Sie sind alle sehr stolz, für Deutschland aufzulaufen, und haben sofort zugesagt. Alle haben sich gefreut, wieder dabei zu sein. Ich musste niemanden überreden."

Prominenteste Opfer in Gislasons Personal-Puzzle sind die beiden Europameister Finn Lemke und Jannik Kohlbacher. Der Abwehrspezialist von der MT Melsungen und der Kreisläufer von den Rhein-Neckar Löwen, die seit dem EM-Triumph 2016 zu festen Größen im DHB-Team gehörten, hatten das Nachsehen gegen Johannes Golla. Der 23-Jährige vom Bundesliga-Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt erhielt als einer der wenigen WM-Gewinner den Vorzug.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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