Oberstenfeld geht mit Abstrichen in die Saison

Handball  Der SKV Oberstenfeld setzt nach Abgängen von drei wichtigen Spielern und durchwachsener Vorbereitung auf Geschlossenheit

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Marc Pflugfelder steht seinem Vater zwar nicht mehr als Co-Trainer zur Seite, ist aber weiterhin die Schaltstelle im Oberstenfelder Angriffsspiel.

Foto: Archiv/Berger

Thomas Pflugfelder redet nicht lange drumherum. "Es waren jetzt acht Monte Pause. Und es war eine schwierige Phase - auch in der Spieler-Akquise", sagt der Trainer des SKV Oberstenfeld. Als der Handball wegen Corona nach nur drei Pflichtspielen der Vorsaison ruhen musste, habe so mancher überlegt, ob er wieder für die Oberstenfelder Württembergliga-Mannschaft aktiv werden will.

In Keeper Yannik Zieker, Kreisläufer Güngür Cakar und Rückraum-Talent Martin Lübke entschied sich ein wichtiges SKV-Trio dagegen. Und wollte erst einmal ersetzt sein. "Wir haben sie schon kompensiert - ob schlagkräftig, das muss sich zeigen", sagt Pflugfelder vor dem schweren Heimauftakt gegen das Topteam Neuhausen/Ernsbach an diesem Sonntag (17 Uhr).

Neckarsulmer Oberliga-Rückzug hilft

Den Oberstenfeldern kam der Neckarsulmer Oberliga-Rückzug bei der schwierigen Suche nach Verstärkung gelegen. Din Kandic und Elias Castiello tragen nun das grüne statt das blaue Trikot. Außerdem folgte Tassilo Heling seinem Bruder Anton nach Oberstenfeld. Die entstandene Lücke im Tor schließt Tobias Tauterat, der unterm anderem schon zwischen den Weinsberger Oberliga-Pfosten stand.

Es kommt also durchaus Erfahrung in den Kader. Trotzdem lautet die Zielsetzung nur Klassenerhalt. "Es ist eine stärkere Liga als davor und wir hatten eine sehr durchwachsene Vorbereitung. Wir waren zu keinem Zeitpunkt vollzählig. Das waren schon klare Abstriche im Vergleich zur Vorsaison", erklärt Thomas Pflugfelder.

Der Trainer will "keine wilde Sau" sehen

Zum Auftakt aber sind alle Oberstenfelder mit an Bord. Und sollen schnellen Handball zeigen. "Aber strukturiert, keine wilde Sau", warnt der Trainer, der defensiv wohl auf eine 5:1-Deckung als Standardformation setzt, aber auch "6:0 als zweite Deckungsvariante" im Repertoire weiß. Sein Sohn Marc Pflugfelder wird in der Abwehr wohl öfter eine Pause bekommen, schließlich ist er die zentrale Schaltstelle des SKV-Angriffsspiels.

Abseits der Platte zieht sich der Spielmacher aber als Co-Trainer seines Vaters zurück. Nicht aus familiären Unstimmigkeiten, sondern wegen anderer Verpflichtungen, versichert Pflugfelder senior: "Marc ist als Trainer der Kornwestheimer Bundesliga-A-Junioren gefordert. Künftig gibt es nur noch zwei Trainer. Mich und Timo Stauch."

Gecoacht und gespielt werden soll diesmal im Idealfall über eine gesamte Saison, wünscht sich Thomas Pflugfelder: "Wir sind zu 95 Prozent geimpft, nur einer noch nicht vollständig. Einen weiteren Lockdown können wir nicht verkraften."


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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