Niederlagen für Weinsberg und Neckarsulm zum Oberliga-Auftakt

Handball  Dem TSV fehlt bei der 27:34-Niederlage beim TSB Schwäbisch Gmünd die tiefe Bank. Beim der 30:31 der Neckarsulmer Sport-Union in Fellbach bekommt die Abwehr zu wenig Zugriff.

Email

Kein Auftakt nach Wunsch für Markus Kübler und den TSV.

Foto: Archiv/Veigel

Das war nicht der erhoffte Saisonstart für den TSV Weinsberg. Zum Oberliga-Auftakt verlor das Team von Trainer Markus Kübler am Sonntag beim TSB Schwäbisch Gmünd deutlich mit 27:34 (12:19). Schon zur Pause war angesichts des Sieben-Tore-Rückstands die Vorentscheidung gefallen. "Den Einbruch vor der Halbzeit haben wir nicht mehr korrigieren können", lautete Küblers Fazit.

Dragos Oprea hat in Schwäbisch Gmünd Euphorie ausgelöst

Das Vorjahres-Kellerkind trat in heimischer Halle von Beginn an mit breiter Brust auf. Der neue Trainer Dragos Oprea hat im Remstal eine regelrechte Euphorie ausgelöst. Unter dem langjährigen Bundesligaprofi und ehemaligen Nationalspieler hatte der TSB schon in der Vorbereitung überzeugt. Wir leben von unserer Leidenschaft", hatte der frühere Horkheimer Jugendspieler Oprea im Vorfeld gesagt. Und sein Team ging tatsächlich aggressiv und kompromisslos zu Werke.

Gegen die traditionell sehr offensiv agierende Abwehrformation des TSB musste sich Weinsberg jeden Treffer hart erarbeiten. Knapp 20 Minuten klappte das passabel. Nach dem ersten Oberliga-Tor des Neuzugang Timon Ströbel war der TSV beim 9:10 (20.) auf Augenhöhe. "Wir sind gut reingekommen", attestierte auch Kübler seinem Team einen ordentlichen Start.

Markus Kübler fehlen Alternativen von der Bank

Doch nach einer Auszeit legte Opreas Team einen 7:0-Lauf zum 17:9 (26.) hin, der im Grunde schon die Vorentscheidung brachte. "Da hätte uns etwas Frische im Rückraum gut getan", sagte Kübler. Angesichts von nur acht fitten Feldspielern hatte der Gästecoach aber praktisch keine Alternativen auf der Bank. So wurden beim Stand von 19:12 die Seiten gewechselt. "Wir hatten uns vorgenommen, schnell wieder auf minus drei heranzukommen", sagte Kübler. Das klappte nach der Pause auch beinahe: beim 21:17 (37.) waren es zumindest nur noch vier Treffer Rückstand. Doch in Minimalbesetzung war gegen starke Gastgeber eine echte Aufholjagd nicht drin.


TSV Weinsberg: Krems, Zügel (Tor) - Schulze (3), Ströbel (2), Baumann (1), Schmid, Schenk (4), Lanig (5), S. König (12/6), Pech, Vukotic.

Bester Schütze des TSB: Fröhlich (11/4).

Siebenmeter: TSB 4/4; TSV 6/6.

Zeitstrafen: 8/3.


Spielunterbrechung nutzt den Gastgebern

Ein Systemausfall in der Fellbacher Zeppelinhalle kam den Gastgebern beim 31:30 (15:13)-Sieg gegen Neckarsulm gelegen. Nach einer knappen Viertelstunde führte die Sport-Union zum Oberliga-Auftakt beim Kellerkind der Vorsaison mit 7:5. Dann fielen die Laptops am Zeitnehmertisch aus, die Partie wurde für eine Viertelstunde unterbrochen. "Danach hatten wir eine Schwächephase und haben uns mehr in die Halbzeit gequält", sagte Trainer Clemens Borchardt.

Den 13:15-Rückstand machte sein Team nach dem Seitenwechsel aber postwendend wett. Felix Trumpp brachte seine Farben in der 38. Minute wieder mit 18:16 in Führung. "Im Angriff haben wir sie über 60 Minuten gut bespielt", lobte Borchardt. Das eigentlich Prunkstück seines Teams, die Abwehr, funktionierte hingegen weniger gut. "Gerade am Anfang hatten wir nicht genügend Zugriff, haben nicht aggressiv genug verteidigt, uns gegenseitig zu wenig geholfen", sagte Borchardt.

Keine Führung mehr in den letzten 20 Minuten

Trotzdem waren Punkte jederzeit in Reichweite. Ausgerechnet in Überzahl schlichen sich dann aber einige Fehlwürfe und einfache Ballverluste ein, so dass Fellbach ab dem 20:19 (42.) immer vorlegte. "Mein Team hat alles gegeben und sich immer wieder ran gekämpft", lobte Borchardt.

Selbst das 29:25 (57.) vom starken Ex-Horkheimer Andreas Blodig war noch keine Vorernscheidung. Am Ende fehlte beim Endstand aber eben ein Tor. "Wenn du auswärts 30 machst, darfst du eben nicht 31 kassieren", sagte Borchardt.


Neckarsulmer SU: Max Kerner, Bartelmann (Tor) - L. Kazmeier, Trumpp (6), Castiello, Brake (8), Track (1), Moritz Kerner (1), Schreider (3), K. Matschke (5/2), Hemmer (5), R. Matschke, Hofacker (1).

Beste Schützen des SVF: Sawada (6), Blodig (6), Schuhbauer (6/1).

Siebenmeter: SVF 3/2; NSU 2/2.

Zeitstrafen: 7/5.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

Kommentar hinzufügen