Mit 21 ist die SGSB voll geschäftsfähig

Handball  Im 22. Drittliga-Spiel der jungen SG Schozach-Bottwartal wäre ein Fehltritt gegen St. Leon/Reilingen erstmals absolut sträflich. Die Frauen aus Beilstein erwarten einen Gegner, der stärker sein sollte als sein Tabelenplatz.

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Kapitänin Theresa Müller (links) und die SG Schozach-Bottwartal peilen gegen St. Leon/Reilingen den nächsten Erfolg an. Wieder wird Trainer Hans Christensen auf schnelle Gegenstöße setzen.

Foto: Andreas Veigel

Die SG Schozach-Bottwartal ist seit vergangenem Samstag 21. Nicht Jahre, sondern Drittliga-Spiele alt. Als verlustpunktfreier Spitzenreiter der jungen Saison treten die Beilsteinerinnen an diesem Sonntag ab 16 Uhr in der Langhanshalle voll geschäftsfähig gegen die HSG St. Leon/Reilingen an.

Von Partie 18 bis 21, den ersten vier Begegnungen der aktuellen Runde, galt für die SGSB trotz so manchem Fehltritt noch eingeschränkte Strafbarkeit. Tatbestand waren eher harmlose Auftaktgegner. Im Schlagabtausch mit St. Leon/Reilingen wären grobe Verstöße nun absolut sträflich. "Das wird unser erster richtiger Prüfstein. Die sind sehr gefährlich und eigentlich etwas stärker einzuschätzen als sie jetzt nach drei Spielen dastehen", warnt Hans Christensen.

Das Team ist ziemlich verspielt

Trotz der erreichten 21 ist das Team des neuen Chefcoaches noch ziemlich verspielt. Zumindest im Training. "Er legt viel Wert aufs Spielen, viel sechs gegen sechs - da kommt wahrscheinlich die dänische Ader durch", verrät SG-Kapitänin Theresa Müller mit einem Schmunzeln über Christensen.

Unter dem neuen starken Mann wird in Beilstein besonders das Tempospiel forciert. Wichtig ist für Hans Christensen, "dass wir hinten schnell rausgehen, erste und zweite Welle laufen - da mussten wir uns etwas umstellen, aber es ist das, was in den Spielen gut geklappt hat", sagt Müller. Sicherlich einer der Haupt-Gründe, warum das einstige SGSB-Prunkstück Abwehr noch nicht die gewohnte Sicherheit ausstrahlt.

"Punktemäßig können wir uns natürlich nicht beschweren. Unsere Leistung war aber nicht immer so glänzend, wie es in der Tabelle ausschaut. Wir hatten schon unsere Problemchen", sagt die SG-Spielführerin, die defensiven Nachholbedarf sieht: "Da müssen wir noch zulegen." Nur 17 Gegentore waren es im einzigen Drittliga-Spiel der Vorsaison, ehe die Corona-Zwangspause folgte. Nach den 16 Begegnungen der starken Premieren-Runde 2019/20 landete Schozach-Bottwartal auch deshalb auf dem dritten Platz, weil die SG im Schnitt weniger als 23 Gegentore zuließ - der damalige Spitzenwert des Klassements.

Der Trainer kommt gut an

Trotzdem ist das Vertrauen in Hans Christensen taktischen Plan groß. Und der Däne kommt bei seiner jungen Mannschaft auch zwischenmenschlich gut an. Der öffentlich eher etwas unterkühlte und recht wortkarge Christensen sorgt teamintern regelmäßig für ausgelassene Stimmung, berichtet Theresa Müller: "Er ist ziemlich locker und macht viele Späßchen, das passt schon ganz gut."

Passen sollte am Sonntag auch Christensens Matchplan. Zwar ist St. Leon/Reilingen mit 2:4 Punkten recht mäßig gestartet. Die HSG hat jedoch einen richtigen guten Rückraum, vor allem halblinks. "Die haben generell viele gute Spielerinnen, auch auf außen. Die sind dynamisch und da müssen wir stark dagegen halten - vor allem am Anfang", blickt Müller auf eine Problemzone des Auftakts.

Warum sich Schozach-Bottwartal im ersten Durchgang bisher oft schwer getan hat, immer wieder schlecht ins Spiel fand, kann die SG-Kapitänin nicht erklären. Aber sie weiß, dass es aufhören muss: "Das können wir uns gegen einen solchen Gegner nicht mehr leisten." Gegenmaßnahmen soll es schon vor dem Anpfiff geben: "Wir versuchen uns jetzt beim Aufwärmen noch mehr zu motivieren. Auch in der Kabine, bevor es dann aufs Feld geht." Ein beherzter Schlachtruf könnte ebenfalls helfen. Exotisch ist er bei Schozach-Bottwartal in jedem Fall. "Er ist halb deutsch, halb dänisch, ein Mix", verrät Theresa Müller. Was ein Sieg bedeutet, weiß ihr Team mit dem Slogan "Wir spielen auf Sejr" nun in mehrfacher Hinsicht.

Satte 15 Stück davon hat die SGSB in ihren 21 Drittliga-Spielen eingefahren, in der aktuellen Runde bislang alles gewonnen. Der 16. Erfolg soll gegen St. Leon/Reilingen folgen. Fehltritte wären auf dem Weg dorthin aber absolut sträflich.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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