Michael Stettner hört am Saisonende auf

Handball  SGSB-Trainer macht nach Corona-Runde Schluss bei den Drittliga-Frauen. Partie bei Ketsch II findet trotz abgesagtem Auftaktspiel statt

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Michael Stettner gibt bei Schozach-Bottwartal nur noch in dieser Saison die Richtung vor, dann legt er sein Traineramt nieder.

Foto: Andreas Veigel

Wie viele Spiele Michael Stettner bei den Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal noch als Chefcoach an der Seitenlinie steht? Das vermag er nicht zu sagen - obwohl Stettner eigentlich früh für Klarheit gesorgt hat: "Ich habe die sportliche Leitung Frauen 1 schon vor längerer Zeit informiert, dass ich nach der Runde auf eigenen Wunsch nicht mehr verlängern werde und die aktuelle Saison meine letzte als Trainer dieser Mannschaft sein wird."

Doch das Ende könnte ob der Coronavirus-Pandemie sehr viel schneller kommen als gedacht.

Mannschaft sollte Entscheidung zuerst erfahren

Der geplante Saisonauftakt in Beilstein musste vergangenes Wochenende bereits abgeblasen werden, weil es einen Corona-Fall in der zweiten Mannschaft gab. Deshalb hat der SGSB-Coach das Team nach dem Dienstagstraining auch direkt über seinen persönlichen Beschluss informiert, nach sechs Saisons als Trainer der aktiven Mannschaft und insgesamt neun Jahren bei der SGSB Schluss zu machen.

"Aufgrund der aktuellen Lage muss man ja beinahe täglich mit Änderungen, Verschiebungen, Aussetzung oder dem Abbruch der Runde rechnen. Leider weiß man nie, ob es die letzte Woche oder gar das letzte mal gewesen ist, dass man sich sieht." Michael Stettner war es extrem wichtig, "dass die Spielerinnen das von mir selbst persönlich gesagt bekommen und nicht via Presse, Telefonkonferenz oder Whatsapp".

Absprache mit dem Trainer von Ketsch

Einen Anruf hatte es aber von Ketsch II gegeben. "Ketsch hat bei uns angefragt, wie die aktuelle Situation nach dem Wochenende ausschaut und wir haben grünes Licht gegeben", sagt Stettner. Auswärts soll der Start an diesem Samstag (18 Uhr) klappen.

Die Marschroute bei der Bundesliga-Reserve ist für den Trainer klar: "Wir wollen nach der langen, langen Pause versuchen, gut in die Partie zu kommen und so schnell wie möglich unseren Spielfluss finden. Wir wollen einen positiven Auftakt und zwei Punkte mitnehmen, keine Frage - man darf aber nicht vergessen, dass das letzte Trainingsspiel mehrere Wochen her ist."

Seine Mannschaft erwarte mit Ketsch II eine offensive Abwehr mit vielen jungen Spielerinnen, die teilweise auch im Kader der Bundesligamannschaft stehen: "Wie immer wird es wichtig, dass unserer Abwehr im Zusammenspiel mit den Torhütern funktioniert und wir dann ins Umschaltspiel kommen."

Mit 18:28 ist Ketsch der Start im Derby gegen St. Leon/Reilingen gründlich misslungen. Gerade deshalb warnt Michael Stettner: "Sie haben sich den Auftakt sicherlich anders vorgestellt und sich im ersten Heimspiel gegen uns garantiert was vorgenommen." Außerdem wisse man bei einer zweiten Mannschaft nie, wer am Ende wirklich alles aufläuft - vor allem wenn die Bundesligatruppe spielfrei ist.

Stettners Zukunft ist noch offen

Ebenfalls unklar ist auch, wohin es Michael Stettner nach seinem angekündigten Abschied ziehen wird. "Ich bin ich jetzt einfach der Meinung, dass es Zeit wird, etwas Neues zu machen und eventuell den nächsten Schritt zu gehen. Alles in allem aber glaube ich, dass jetzt einfach nach der Runde der richtige Zeitpunkt ist", kündigt er an.

Dass der angekündigte Abschied seine Rolle als Chefcoach beeinflusst, glaubt er nicht: "Aktuell habe ich nichts anderes sportlich im Kopf, als gemeinsam unsere Ziele zu erreichen und somit parallel natürlich auch die Weiterentwicklung dieser tollen Mannschaft. Wer mich kennt, weiß, dass ich weiter hundert Prozent gebe, bis zur letzten Trainingseinheit und dem letztem Spiel."


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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