Lücke im Netz kostet Weinsberg einen Punkt

Handball  Ein Krimi zum Oberliga-Auftakt des TSV Weinsberg gegen Herrenberg endet trotz des Siegtreffers in den Schlusssekunden kurios mit 26:26.

Von Gustav Döttling
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Robin Mahl und die Weinsberger hatten die zwei Punkte schon vor Augen, doch die Schiedsrichter erkannten den in der letzten Sekunde der Partie erzielten Siegtreffer des TSV gegen Herrenberg nicht an.

Foto: Mario Berger

Minutenlang diskutieren Weinsbergs Kapitän Sven König, seine Mitspieler und der neue TSV-Trainer Michael Stettner nach der Schlusssirene mit den beiden Schiedsrichtern vom TuS Gutach - vergeblich. Die Unparteiischen ließen sich nicht erweichen, den in der letzten Sekunde der Partie erzielten Siegtreffer des Oberligisten Weinsberg gegen Herrenberg anzuerkennen. Pech für Weinsberg, die Referees hatten den Ball am Samstagabend nicht im Tor gesehen.

Nicht korrekt befestigtes Tornetz

Der fulminante Wurf von Rechtsaußen war vom Arm des Torwarts in den linken oberen Winkel neben dem Pfosten des Herrenberger Tors geprallt. Der Ball flog durch eine Lücke zwischen dem Pfosten und dem nicht korrekt befestigten Tornetz ins Aus. Statt 27:26 stand es letztlich kurioserweise nur 26:26. Ein Krimi zum Auftakt in der Weibertreuhalle blieb ohne Happy End.

"Das ist bitter, wenn man so um den verdienten Sieg gebracht wird, der Ball war drin, das hat sogar ein Herrenberger Spieler gesagt, hatte aber nicht den Mumm, das den Schiris zu sagen", haderte Kapitän Sven König mit dem Schicksal.

Stettner nimmt Auszeit

Die Schlussphase der Partie war an Dramatik nicht zu überbieten: Beim Stand von 26:26 parierte Weinbergs überragender Torwart Marc Krammer einen Siebenmeter der Herrenberger. Sofort legte TSV-Coach Michael Stettner die grüne Auszeitkarte auf den Zeitnehmertisch und stellte seine Mannschaft auf den Angriff in den letzten 20 Sekunden der Begegnung ein. Tatsächlich gelang zwei Sekunden vor der Schlusssirene der scheinbare Siegtreffer - und wurde nicht anerkannt.

Dabei hatte das erste Saisonspiel für den TSV durchaus verheißungsvoll begonnen. Neuzugang Robin Mahl brachte mit zwei Treffern in der zweiten und vierten Minute die Weinsberger in Führung. Im Gegenzug verkürzte Herrenberg auf 1:2, ehe Jan König für Weinsberg auf 3:1 erhöhte. In der 6. Minute glich Herrenberg zum 3:3 aus und die Zuschauer erlebten bis zur 23. Minute beim 10:10 ein abwechslungsreiches Spiel, in dem sich beide Mannschaft mit den Führungstreffern immer wieder abwechselten.

Zu viele technische Fehler

In der 26. Minute erhöhte Herrenberg beim 12:10 erstmals seine Führung auf zwei Tore. Den Vorsprung retteten die Gäste allerdings nicht in die Pause, da Mahl mit einem Siebenmeter in der 30. Minute auf 13:14 verkürzen konnte. Nach Wiederanpfiff kam Herrenberg zunächst besser in Tritt und baute bis zur 37. Minute seinen Vorsprung mit 18:15 auf drei Tore aus. Die Weinsberger ließen in der zweiten Halbzeit einige klare Chancen liegen. Durch technische Fehler verlor der TSV gleich mehrfach den Ball und ermöglichte dem Gast somit viel zu einfache Tore.

Der TSV zeigte jedoch Kampfgeist und Moral. In der 50. Minute glich Kreisläufer Moritz-Lukas Lanig für den TSV zum 24:24 aus. Mit zwei Toren brachte der starke Weinsberger Rechtsaußen Mert Darancik die Weinsberger mit 26:24 in Front. In den letzten drei Minuten versäumte es der TSV jedoch, bei mehreren guten Möglichkeiten den Sieg einzufahren.

Herrenberg glich in der 58. Minute aus und hatte 30 Sekunden vor dem Ende mit einem Siebenmeter die Chance zur Führung. Doch Krammer hielt bravourös. Gut ins Weinsberger Spiel haben sich auch die Neuzugänge Timon Ströbel und Felix Hofacker eingefügt. Am unglücklichen Ende änderten aber auch sie nichts.

Kampfgeist hat gestimmt

"Nach dem Spielverlauf in den letzten zehn Minuten ist das Unentschieden für uns ein Erfolg", meinte Nicolas Rhotert vom Herrenberger Trainerteam. "Auch wenn noch nicht alles rund läuft, auf dieser Leistung können wir in den nächsten Spielen aufbauen, Moral und Kampfgeist haben gestimmt", sagte Michael Stettner. Seine Bilanz: "Abwehr hat gut funktioniert, viele Chancen liegen lassen, an der Durchschlagskraft im Angriff und der Chancenverwertung gibt es Luft nach oben." Und an der Befestigung des Tornetzes natürlich.


TSV Weinsberg: Krammer, Zügel (Tor), Schulze (3), Stöbel (2), Kazmeier (n.E.), Hofacker (1), J. König (2), Heim (n.E), Lanig (1), Schrempf (n.E.), Mahl (5), Wahl (2), Darancik (6).

Bester Werfer SG: Zürn (7/2), Mosdzien (5/3).

Siebenmeter: TSV 2/3, SG 5/8.

Zeitstrafen: 4/6; Zuschauer: 250.


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