HVW: Hinrunde gestrichen, Start Anfang Februar

Handball  Auf dem Verbandstag des Handballverbands Württemberg wird beschlossen, dass die bereits absolvierten Spiele aus dem Herbst zählen, es aber mit der Rückrunde weitergehen wird. Keine Wertung gibt es in der Jugend.

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Der HVW hat beschlossen, die bisherigen Spiele zu werten und die Handball-Saison mit der Rückrunde weiterzuführen. Foto: Archiv/Berger

Es ist ein klarer Beschluss, getragen von einer großen Mehrheit. Beim virtuell abgehaltenen Verbandstag des Handballverbands Württemberg (HVW) wurde am Samstag festgelegt, wie die aktuelle Coronakrisen-Saison im Jahr 2021 beendet werden soll. Zurzeit ist der Spielbetrieb wegen des von der Politik vorgegebenen Lockdowns ausgesetzt.

Beschlossen wurde, dass die im Herbst bereits ausgetragenen Begegnungen gewertet werden, die restlichen Spiele der Hinrunde allerdings als abgesetzt gelten. Die Saison wird mit der Rückrunde weitergeführt. Für dieses Modell gab es 98 Ja-Stimmen. Bei neun Enthaltungen und 15 Gegenstimmen war es kein umstrittener Beschluss.

Am 6./7. Februar könnte es den Re-Start geben

Weitergehen wird es mit den Handballspielen in den HVW-Ligen frühestens am 6./7. Februar. "Weil die ersten drei Spieltage ja schon im Oktober gespielt worden sind und jede Paarung nur einmal stattfinden darf, verschiebt sich der Re-Start entsprechend nach hinten", erläuterte Michael Roll. Der Heilbronner ist Vorstand beim TSB Horkheim und Vorsitzender des HVW-Spieltechnik-Ausschusses.

Im Gespräch mit der Heilbronner Stimme sprach Roll von einem "klaren, sauberen Konzept", doch es folgte ein Nachsatz, der in der aktuellen Pandemie-Situation unvermeidlich ist: "Wir haben jetzt einen Plan - aber wir haben keine Gewissheit. Keiner weiß, was in den kommenden Wochen in der Coronakrise passieren wird."

Es ist ein Problem ganz vieler Sportfunktionäre, dass sie Zukunftsperspektiven entwickeln müssen, ohne hellseherische Fähigkeiten einsetzen zu können. Roll sagte am Sonntagnachmittag: "Wenn der Lockdown weiter verlängert wird, dann kommen wir irgendwann in einen Bereich, wo wir von einer Deadline reden müssen. Ein Re-Start am Wochenende des 13./14. März wäre wohl die absolut letzte Möglichkeit, die Saison noch zu retten."

Ein Trainings-Vorlauf muss sein

Es geht ja nicht nur darum, dass wieder Punktspiele stattfinden können. "Ich denke, dass drei bis vier Wochen Trainings-Vorlauf sein müssten, bevor der Spielbetrieb wieder starten kann", betonte Michael Roll, der den Delegierten beim 34. Ordentlichen Verbandstag des Handballverbands Württemberg auch alternative Denkmodelle vorgestellt hatte.

Eine Alternative zum nun gefassten Beschluss wäre beispielsweise gewesen, alle Begegnungen zu annullieren, die zu Beginn der Saison bereits ausgetragen wurden, ehe der Spielbetrieb ausgesetzt werden musste. Eine andere Option hätte darin bestehen können, kleinere Ligen zu bilden und Platzierungs-Entscheidungen in anschließenden Playoffs herbeizuführen. Doch die klare Mehrheit war für ein anderes Weiterführungs-Modell.

Eine Entscheidung gab es auch zum Jugendbereich. "Oberste Priorität hat für uns die korrekte Durchführung der Qualifikation, die Mitte März beginnt", sagte Michael Roll. Die aktuellen Tabellen nach dem Stopp durch die Politik zeigen, dass manche Teams schon drei Spiele hinter sich haben, andere noch gar keines. Der geplante Meisterschaftsspielbetrieb gilt deshalb als beendet. Die angesetzten Begegnungen können, falls dann erlaubt, "als Vorbereitung für die Quali etwa" gespielt werden. Gewertet werden sie nicht.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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