Handball-Nationalspieler Heymann muss nach gemeinsamer Autofahrt mit Torwart Bitter in Quarantäne

Handball  Der Heilbronner Handball-Nationalspieler Sebastian Heymann befindet sich in Quarantäne, weil er mit dem positiv getesteten Nationaltorwart Johannes Bitter im Auto heimgefahren ist. Am Mittwoch teilte der Deutsche Handballbund mit, dass nach Bitter ein weiterer Nationalspieler positiv auf Corona getestet wurde. Ein Spiel ist bereits abgesagt.

Von dpa

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Der Heilbronner Handball-Nationalspieler Sebastian Heymann befindet sich in Quarantäne, weil er mit dem positiv getesteten Nationaltorwart Bitter im Auto heimgefahren ist. Fotos: dpa

Ein positiver Corona-Test von Nationaltorhüter Johannes Bitter vergrößert die Sorgen im deutschen Handball und wirkt sich möglicherweise auf den Bundesliga-Spielplan aus. Rund 48 Stunden nach dem EM-Qualifikationsspiel in Tallinn gegen Estland fiel auch der zweite Test beim 38-Jährigen positiv aus, wie sein Club TVB Stuttgart sowie der Deutsche Handballbund (DHB) am Dienstagabend mitteilten. Der Weltmeister von 2007 ist frei von Symptomen und befindet sich bereits seit Montag in häuslicher Isolation. Ob weitere Nationalspieler positiv getestet wurden, blieb zunächst unklar.

Die Handball-Bundesliga (HBL) wird nach Bitters positivem Test eventuell das für diesen Donnerstag geplante Spiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen verlegen, wie HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann sagte. Nach dpa-Informationen waren zwei Göppinger Nationalspieler nach der Rückkehr aus Estland gemeinsam mit Bitter im Auto nach Baden-Württemberg zurückgekehrt. Einer davon der Heilbronner Sebastian Heymann.

Die beiden Spieler befinden sich ebenfalls in Quarantäne, ihre Testergebnisse lagen zunächst nicht vor. Auch ob vielleicht sogar mehrere Partien verlegt werden, stand noch nicht fest. "Das weitere Vorgehen wird von den Gesundheitsämtern abhängen", sagte Bohmann.

Damit bestätigen sich schon jetzt die Sorgen, welche die Liga und einige Vereine schon vor der Länderspielpause geäußert hatten. "Das Zusammenkommen mit Spielern aus anderen Vereinen und die Spiele gegen andere Nationalmannschaften, bei denen es genauso ist" würden ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bedeuten, erklärte Bohmann am Dienstag. Der ohnehin extrem eng getaktete Handball-Kalender könnte durch weitere positive Fälle durcheinandergewirbelt werden.

Wo und wie Bitter sich mit dem Virus angesteckt haben könnte, wusste der Routinier selbst nicht. "Für mich ist unerklärlich, was Ursache der Infektion ist", sagte er. "Wir Nationalspieler haben uns während des gesamten Lehrgangs sehr sicher gefühlt. Die Abläufe waren sehr gut und professionell."

Zweiter Nationalspieler positiv auf Corona getestet

Am Mittwoch teilte der Deutsche Handballbund (DHB) mit, dass nach Torhüter Johannes Bitter ein weiterer Handball-Nationalspieler positiv auf Corona getestet wurde. Der Spieler befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, einen Namen nannte der Deutsche Handballbund (DHB) in seiner Mitteilung am Mittwoch nicht. Er habe sich bereits einem zweiten Test unterzogen, dessen Ergebnis im Laufe des Mittwochs erwartet wird.

Unabhängig von diesem zweiten Testergebnis reagierte die Handball-Bundesliga (HBL) und sagte vorsorglich die ursprünglich für diesen Mittwochabend geplante Partie zwischen der SG Flensburg-Handewitt und der MT Melsungen ab. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Beide Clubs hatten für die deutsche Nationalmannschaft Spieler abgestellt.

Möglicherweise wirken sich die Corona-Fälle im Nationalteam auch auf den restlichen Bundesliga-Spielplan aus. Die vier weiteren Mittwochspartien sollen laut HBL zwar stattfinden. Ob jedoch auch die für Donnerstag angesetzten Spiele alle wie geplant ausgetragen werden können, hängt laut HBL von den bislang nicht vorliegenden Testergebnissen der übrigen deutschen Nationalspieler ab.

Die DHB-Auswahl hatte am Sonntagnachmittag noch in der EM-Qualifikation in Estland gespielt. Anschließend war zunächst das positive Testergebnis von Bitter bekanntgeworden. Nun gibt es nach der Rückkehr aus Tallinn einen weiteren positiven Corona-Fall.


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