Für Kaufmann sollen aller guten Dinge drei sein

Handball  Die ehemalige Erstliga-Spielmacherin Svenja Kaufmann bleibt für ein weiteres Jahr bei der SG Schozach-Bottwartal. Die 27-Jährige hofft diesmal auf eine komplette Saison und macht sich Gedanken, wie es danach für sie weitergehen soll.

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Will sich noch einmal voll reinwerfen: SGSB-Spielmacherin Svenja Kaufmann, die sich so langsam mit dem Karriere-Ende beschäftigt.

Foto: Archiv/Schmerbeck

Svenja Kaufmann bringt Dinge gerne konsequent zu Ende. So war es, als sie sich in Neckarsulm einst vom Eigengewächs bis zur Bundesliga-Spielmacherin entwickelte. Und so soll es auch in der zweiten Halbzeit ihrer sportlichen Karriere sein, die sie seit 2019 beim Drittligisten SG Schozach-Bottwartal bestreitet. Über die volle Distanz konnte die 27-Jährige in Beilstein aber bisher nicht einmal gehen.

Nach zwei vergeblichen Anläufen will es Svenja Kaufmann in der kommenden Saison deshalb endlich packen - eine komplette Runde mit der SGSB. Dafür hat die Schlüsselspielerin für ein weiteres Jahr zugesagt. Trotz immer lauter werdender Gedanken an einen möglichen Abschied aus der Handball-Halle.

Kaufmann nimmt gerne noch einmal einen dritten Anlauf

"Klar denkt man darüber in meinem Alter langsam nach. Zumindest eine Saison würde ich mit dem Verein aber schonmal gerne zu Ende bringen. Ich nehme gerne nochmal einen dritten Anlauf", sagt Kaufmann und verweist auf die wenigen positiven Nebeneffekte der heimtückischen Pandemie: "Zum Glück bin ich körperlich noch nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden - auch aufgrund der letzten Saison, die ja bis auf ein Spiel nicht stattgefunden hat. Oder der davor, die ja auch nicht fertig gespielt werden konnte."

An Alternativen für eine Freizeitgestaltung ohne Handball fehlt es nicht: "Ich bin ja mit vielen Spielerinnen der ehemaligen Neckarsulmer Mannschaft in Kontakt - da gibt es doch die ein oder andere Idee, was man auch nach einer Handball-Karriere machen kann und die auch für mich ganz interessant klingt."

Die Alternativen sind sehr eingeschränkt

Ins Detail gehen möchte Kaufmann nicht, "aber Reisen ist ja aktuell eh nicht möglich - die Alternativen sind sehr eingeschränkt", verrät sie nur. Momentan sei eher die Lust auf gemeinschaftliches Training da. Und natürlich auf Spiele mit Schozach-Bottwartal. "Ich denke, dass in der Mannschaft viel Potenzial steckt und das wollen wir zeigen, wenn wir dann hoffentlich wieder dürfen."

Die Verlängerung mit Svenja Kaufmann war für den weiteren Weg der SGSB ein zentraler Punkt. "Wir sind erstmal froh, dass sie jetzt noch ein Jahr dranhängt. Alles weitere werden wir im Januar, Februar 2022 mit ihr besprechen", sagt der Sportliche Leiter Michael Gramsch. "Von ihr können die Jungen noch viel lernen - die Bundesliga-Erfahrung nimmt ihr niemand. Sie ist beruflich sehr eingespannt und hat dementsprechende Verantwortung - der Handball kommt da hintenan. Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt", sagt Gramsch.

Gedanken an den übernächsten Schritt sind zu früh

Also noch eine allerletzte Saison und dann ist endgültig Schluss mit Handball-Verpflichtungen für Kaufmann? "Aktuell ist planen schwierig. Man muss einfach alles auf sich zukommen lassen. Gedanken an den übernächsten Schritt sind einfach zu früh, auch wenn ich mir sonst lieber mittel- bis langfristige Gedanken mache."

Svenja Kaufmann bringt Dinge eben gerne konsequent zu Ende. Und während der Corona-Zwangspause aufhören - "das wäre nicht meine Traumvorstellung gewesen, nachdem ich zweimal eine Saison nicht zum Abschluss bringen konnte. Es heißt ja meistens, dass aller guten Dinge drei sind und dann mal schauen, wie es weitergeht".


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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