Für den Ex-Horkheimer Lenz schließt sich in Hagen mit der Chance auf die 2. Liga ein Kreis

Handball  Marcel Lenz hat den HC Oppenweiler/Backnang zur Finalrunde um den Zweitliga-Aufstieg gegen Eintracht Hagen geworfen.

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Seine eiserne Nervenstärke hat Marcel Lenz schon in seinen vier Jahren beim TSB Horkheim zwischen 2014 und 2018 mehr als einmal bewiesen. Dank des herausragenden Auftritts des Linksaußen mit 13 Toren und makelloser Siebenmeterbilanz hat Handball-Drittligist HC Oppenweiler/Backnang am Samstagabend das Zwischenrunden-Rückspiel gegen den TuS Vinnhorst mit 31:29 gewonnen und damit die Finalrunde um den Zweitliga-Aufstieg gegen Eintracht Hagen erreicht. Unser Redakteur Stephan Sonntag hat am Sonntag mit dem 31-Jährigen telefoniert, während er am Neckar entlang radelte.

Der HCOB ist nur noch einen Schritt von der 2. Liga entfernt. Hätten Sie das vor Beginn der Aufstiegsrunde erwartet?

Marcel Lenz: Auf keinen Fall. Nach dem Unentschieden zum Auftakt in Hanau haben wir noch von einem gewonnenen Punkt gesprochen, obwohl es vom Spielverlauf eher ein verlorener war. Dann haben wir die Vorrundengruppe als Erster abgeschlossen - und dadurch den vermeintlich leichtesten Gegner für die Zwischenrunde bekommen.


Leicht war es allerdings nicht. Nach der 26:27-Auswärtsniederlage in Vinnhorst war das Rückspiel ein ständiger Ritt auf der Rasierklinge.

Lenz: Absolut. Es war ein harter Kampf über 120 Minuten, der ebenso gut andersherum hätte ausgehen können.


Ihr verwandelter Siebenmeter 17 Sekunden vor Ende brachte die Entscheidung. Was ging Ihnen vor dem Wurf durch den Kopf?

Lenz: Gar nichts - jedenfalls nichts Negatives. Ich war konzentriert, hatte aber vor dem Pfiff keine Idee, wo ich hinwerfe. Ein bisschen Glück kam dazu, weil der Keeper bei der ersten Wurftäuschung schon fast abgesessen ist und ich dadurch einen relativ leichten Wurf hatte. Emotional hat mich aber was anderes noch mehr berührt.


Was denn?

Lenz: Vinnhorsts Trainer Davor Dominikovic kam nach dem Spiel zu mir und hat mich gelobt. Es war mir eine Ehre, zwei Spiele gegen eine solche Handball-Legende absolvieren zu dürfen, der mit der kroatischen Nationalmannschaft alles gewonnen hat.


Sie werden dieses Jahr 32, sind Lehrer. Würden Sie sich tatsächlich nochmal ins Abenteuer 2. Liga stürzen?

Lenz: Darüber mache ich mir endgültig Gedanken, wenn wir den Aufstieg wirklich schaffen sollten. Es wird stark vom Trainingsalltag abhängen. Vielleicht bekomme ich vom Trainer ja die Möglichkeit, mal die eine oder andere Einheit auslassen zu dürfen (lacht).


Am Samstag geht es zum Final-Hinspiel nach Hagen. Die Halle kennen Sie bereits.

Lenz: Stimmt. Mit Horkheim sind wir da 2017 gegen Hildesheim am Zweitliga-Aufstieg gescheitert. Da schließt sich ein Kreis für mich. Ich freue mich auf die zweite Chance.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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