Ein letzter Oberliga-Sonntag für den TSV Weinsberg und die NSU?

Handball  Steigende Corona-Infektionszahlen werfen einen langen Schatten über die Spiele von Weinsberg und Neckarsulm. Dass es der letzte Oberliga-Sonntag sein könnte, schließt niemand mehr aus.

Email

Vor dicht besetzten Zuschauerrängen wie in der Vorsaison werden die Weinsberger um Max Schulze ihren Heimauftakt nicht geben können.

Foto: Archiv/Andreas Veigel

Der Heimauftakt ist für jedes Oberliga-Team etwas besonderes. Nach zwei Auswärtsspielen ist er für den TSV Weinsberg an diesem Sonntag (17 Uhr) allerdings auch besonders schwierig. "Es war für alle ein Riesenaufwand", sagt der Sportliche Leiter Axel Mayer zur Erstellung des Hygienkonzepts für die Weibertreuhalle, wo sein TSV nun den TV Bittenfeld II und 98 Fans empfängt.

Dass die Begegnung ob der steigenden Corona-Infektionszahlen kurzfristig gekippt wird, fürchtet Mayer nicht: "Ich sehe da keine Gefahr, zumal die Zahlen im Landkreis Heilbronn ja niedriger sind. Und unser Konzept passt."

Auf absolutem Neuland unterwegs

Leichtfertig gehen die Weinsberger aber dennoch nicht mit der schwierigen Situation um. Im Gegenteil. "Es ist absolutes Neuland. Wir sind ganz pingelig und achten darauf, dass alles peinlich genau eingehalten wird. Es müsste schon sehr viel passieren, dass sich jemand ansteckt - zumindest abseits des Spielfelds. Das ist ja das paradoxe", sagt Axel Mayer.

Dass es der letzte Oberliga-Sonntag sein könnte, will er nicht ausschließen: "Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass die Runde zu Ende gespielt werden kann. Man muss auf Sicht fahren, von Woche zu Woche denken - generell kann alles schnell vorbei sein. Provokativ formuliert stellt sich die Frage, ob ein Ausfall der Saison nicht mehr Sinn machen würde." Ob Unsinn oder Sinn - so lange sie spielen, wollen die Weinsberger natürlich auch gewinnen und an die gute Leistung beim jüngsten 38:32 in Neuhausen anknüpfen.

Henning Tittel glaubt nicht, dass die komplette Saison gespielt wird

Ein Sieg wäre auch für die Sport-Union wichtig, wenn sie am Sonntag (17 Uhr) noch einmal spielen darf. "Stand jetzt gehen wir davon aus, dass wir spielen. Schwäbisch Gmünd hat uns das Hygienekonzept zugeschickt und wir hoffen, dass sich alle verantwortungsvoll daran halten. Wie es aber in zwei Tagen aussieht, weiß keiner", sagt Neckarsulms Teammanager Henning Tittel.

Er glaubt nicht, "dass wir die komplette Saison spielen werden - ob wir noch bis Weihnachten spielen, sogar noch danach, oder davor schon nicht mehr - da will ich mich nicht festlegen". Die Neckarsulmer haben sich mit der speziellen Situation abgefunden. "Aber ganz safe ist man nie. Sicher hat nicht jeder ein ganz, ganz gutes Gefühl. Besonders sicher bist du nie", sagt Tittel.

Sorgen auch abseits von Corona

Auch abseits der steigenden Infektionszahlen plagen die Sport-Union sorgen. Die angespannte Personalsituation hat sich noch einmal verschlechtert. Die Verletzung, die sich NSU-Shooter Kevin Matschke beim jüngsten 31:34 gegen Zizishausen am Sprunggelenk zugezogen hat, stellte sich wie befürchtet als Bänderriss heraus. Auch das Syndesmoseband könnte in Mitleidenschaft gezogen sein, das Ergebnis steht noch aus. Matschke wird aber definitiv für mehrere Wochen ausfallen.

Fraglich ist der letzte verbliebene Linkshänder im NSU-Aufgebot. Bereits gegen Zizishausen spielte David Track mit Schmerzen im Ellenbogen. "Die aktuelle Personalsituation ist echt schwierig. Zusammen mit der Corona-Ungewissheit sind das schlechte Vorzeichen", sagt Henning Tittel. "So etwas kann aber auch mal beflügeln", hofft er.

Bittenfeld II ist stark in die Saison gestartet

Ein paar Flügel wären gegen Schwäbisch Gmünd tatsächlich nicht verkehrt, denn der TSB ist stark in die Saison gestartet, auch wenn es gegen Bittenfeld II zuletzt eine knappe Niederlage gegeben hat. Der ehemalige Bundesliga-Profi Dragos Oprea als neuer Chefcoach sorgt für gute Stimmung beim TSB. "Mit Dodo herrscht da natürlich Euphorie. Alle sind heiß, das wird richtig schwer für uns", weiß Tittel. Was er nicht weiß, ist, ob der Oberliga-Sonntag bereits der letzte für dieses Saison ist.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Kommentar hinzufügen