Die große Unbekannte steht für Weinsberg abseits des Handballfeldes

Handball  Weinsberger zeigen starkes 33:23 zum Heimauftakt gegen Bittenfeld II und damit vielleicht auch schon der Heimabschluss.

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Gewohntes Bild im Weinsberger Rückraum, ungewohntes Bild auf der Weinsberger Tribüne: Die etablierte TSV-Achse um Max Schulze (beim Wurf) war massiv, die Zuschauerkulisse durfte es nicht sein.

Foto: Ralf Seidel

Für ein paar Sekunden hüpften die Weinsberger tatsächlich im Siegeskreis. Doch echte Euphorie wollte nach dem deutlichen 33:23 (16:8)-Sieg beim Oberliga-Heimspielauftakt am Sonntagabend gegen den TV Bittenfeld II nicht aufkommen. Zu unwirklich war die Atmosphäre vor den wenigen Zuschauern in der Weibertreuhalle und viel zu sehr stand die Frage im Raum, ob es überhaupt ein weiteres Spiel geben wird.

"Das ist die große Unbekannte", sagte Trainer Markus Kübler hinterher. "Stand jetzt gehe ich davon aus, dass wir Montagabend trainieren und am Freitag spielen." Dann stünde das Derby in Neckarsulm auf dem Programm. Es ist fraglicher denn je, dass dies tatsächlich stattfinden wird. Das erste Oberligaspiel in Weinsberg nach siebeneinhalb Monaten könnte also ganz schnell schon wieder das vorerst letzte gewesen sein.

Vom Ergebnis betrachtet war es perfekt

Zumindest war es ein guter Auftritt der Heimmannschaft. "Rein vom Ergebnis betrachtet war es perfekt. Ich bin sehr froh, dass ich hier endlich spielen durfte", sagte Neuzugang Timon Ströbel zu seinem Heimdebüt. Es waren in erster Linie aber die etablierten Kräfte der Weinsberger, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Die Rückraum-Achse Max Schulze, Sven König und Moritz Wahl hatte lediglich zu Beginn etwas Ladehemmung und ließ einige klare Torgelegenheiten aus.

Doch nach einer Viertelstunde waren die Visiere eingestellt und TVB-Keeper Sebastian Rica-Kovac hatte fast immer das Nachsehen. "Mit den Dingern, die wir vorne reingemacht haben, haben wir uns das Selbstvertrauen in der Abwehr geholt", stellte Ströbel fest. Tatsächlich gelangen den Gästen nach dem 6:8-Anschluss (16. Minute) bis zur Pause nur noch zwei Treffer. "Das Zusammenspiel Abwehr und Torhüter hat heute gut geklappt", lobte Kübler.

TVB gefühlt auch mit einer A-Jugend

Allerdings trat der TVB gefühlt auch mit einer A-Jugend an. Die Topspieler Alexander Heib und Martin Kienzle standen Trainer Jörg Ebermann weiterhin nicht zur Verfügung. Vergangene Woche gelang ohne das Duo allerdings ein 29:26-Heimsieg gegen Schwäbisch Gmünd. Immer hin jenes Team, gegen das der TSV seine Auftaktpartie deutlich verloren hatte. "Da waren wir ersatzgeschwächt und der Gegner hat das ausgenutzt. Heute haben wir es ausgenutzt", stellte Kübler nüchtern fest.

Bereits zur Pause war das Spiel beim 16:8 praktisch entschieden. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gäste noch einmal kurz, mit mehr Aggressivität in der Abwehr zurück ins Spiel zu kommen. Doch das Aufbäumen war spätestens mit der ersten Zehn-Tore-Führung zum 23:13 (42.) durch Moritz-Lukas Lanig beendet.

"Es war gut, dass wir heute klar gewonnen haben. Wer weiß, ob es unser letztes Spiel war, da zählt womöglich noch jedes Tor", brachte auch der Kreisläufer die große Ungewissheit zur Sprache. Als Tabellensechster befinden sich die Weinsberger in jedem Fall oberhalb der Abstiegszone. Immerhin eine Gewissheit des Abends.

TSV Weinsberg: Krems, Zügel (Tor) - Schulze (7), Ströbel (1), Baumann (2), Schmid, Schenk (1), Lanig (4), S. König (11/3), Pech, Vukotic (2), Wahl (5).

Beste Schütze des TVB: Theurer (4).
Siebenmeter: TSV 3/3; TVB 3/3.
Zeitstrafen: 2/4.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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