Die Frühstarterinnen aus Bönnigheim sind in der Oberliga spät dran

Handball  Die Oberliga-Frauen des TSV Bönnigheim empfangen zum Saisonstart den SV Neustadt-Hohenacker und wollen wieder einmal ihre Auftakt-Qualitäten beweisen.

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Annika Gröger (am Ball) war eine der Gewinnerinnen in der Saisonvorbereitungdes TSV Bönnigheim.

Foto: Seidel

Die Oberliga-Frauen des TSV Bönnigheim sind die regionalen Spätstarterinnen in die Saison 2021/22. An diesem Samstag (20 Uhr) empfängt das Team von Trainer Stefan Martin zum Auftakt den SV Neustadt-Hohenacker. "Nach dieser sehr langen Vorbereitung wird es auch Zeit", findet der Trainer.

Der Vorjahres-Aufsteiger hat sein erstes Heimspiel vergangene Woche bereits mit 31:25 gegen die TG Nürtingen II gewonnen. Somit hatte der TSV-Coach zumindest schon einmal aktuelles Videomaterial zur Verfügung. "Das stimmt, ist aber nicht unbedingt ein Vorteil. Denn der Gegner ist schon ein bisschen im Rhythmus und wir müssen erst einmal unsere Nerven in den Griff bekommen", sagt Martin.

Maike Grosser als wichtige Allrounderin

Auf dem Papier kommt sein Kader praktisch identisch mit der Vorsaison daher. Neu hinzugekommen ist Maike Grosser von der Neckarsulmer Sport-Union II, die variabel am Kreis, auf Rückraum Mitte und auf Außen eingesetzt werden kann. "Wie wichtig Maike für uns sein wird, zeigt sich schon im ersten Spiel", sagt Martin.

Denn die Bönnigheimerinnen plagen bereits jetzt Verletzungssorgen auf den Außenpositionen. Da Jasmina Welz frühestens im November zurückkehrt und Louise Haiges sich im Landesliga-Spiel bei der zweiten Mannschaft verletzt hat, muss Grosser auf Linksaußen aushelfen. Auf Rechtsaußen fehlt zudem Lara Haar, im Rückraum Neuzugang Theresa Wald, die sich ebenfalls beim Spiel der Zweiten einen Muskelfaserriss zugezogen hat. "Da haben wir gleich ein paar Baustellen", sagt Martin.

In der Breite gut aufgestellt

Mit 15 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen ist der TSV jedoch auch in der Breite gut aufgestellt und kann diese Ausfälle kompensieren. Gerade im Rückraum besitzt das Team auf den Halbpositionen mit Katja Kerner und Sina Häberlen echte Waffen. Stefanie Samer ist zudem eine erfahrene Spielmacherin. Mit Annika Gröger, die zudem eine sichere Siebenmeterschützin ist, der Ex-Neckarsulmerin Lena Halupka, Mara Hafendörfer sowie Chiara Ullrich verfügt Martin auch dahinter über reichlich Qualität und Flexibilität. "Gerade Lena Halupka hat eine super Vorbereitung gespielt", lobt Martin.

Ähnlich verheißungsvoll sieht es am Kreis aus. Sandra Graner zählt sicher zu den stärksten Kreisläuferinnen der Liga. Alexandra Zäh ist mit 32 Jahren die Team-Oma und ein Ruhepol, wenn mal zu viel Hektik aufkommt. Mit Maike Grosser ist eine weitere starke Alternative auf dieser Position hinzugekommen. "Was den Kreis angeht, habe ich keine Sorgen", sagt Martin. Das Torhütergespann des TSV hat in der Vorbereitung ebenfalls überzeugt. Kathrin Gerullis ist ja beinahe noch ein Neuzugang, da sie zu Beginn der abgebrochenen Corona-Saison aus Nordheim kam. In ihren drei Pflichtspielen unterstrich die 25-Jährige aber bereits, dass sie ein großer Rückhalt sein kann.

Keeperin Michelle Altmann hat einen Sprung gemacht

Sollte es bei ihr mal nicht funktionieren, steht mit Michelle Altmann eine sehr gute Alternative parat. "Michelle hat in der Vorbereitung nochmal einen Sprung gemacht, agiert jetzt noch deutlich abgeklärter", lobt Martin.

Auf ein konkretes Saisonziel will sich der Trainer nicht festlegen lassen: "Nach praktisch 18 Monaten Pause ist das kaum möglich." In die vergangene Spielzeit war der TSV mit drei Siegen gestartet. "Wir wissen durchaus, dass wir zu den Favoriten der Liga gezählt werden, möchten das natürlich auch unter Beweis stellen und vorne mitmischen", gibt Martin mal als grobe Devise aus.

Da ist der erste Gegner durchaus ein Prüfstein. "Der SV spielt seit Jahren nahezu unverändert zusammen. Ihre 3:2:1-Deckung ist bekannt und gefürchtet", sagt Martin.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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