Der etwas andere Heimauftakt für die Neckarsulmer Oberliga-Männer

Handball  Unter veränderten Bedingungen in der Pichterichhalle hofft Neckarsulm auf Altbewährtes. Nur 39 Zuschauer dürfen bei der Partie gegen den TSV Zizishausen am Samstagabend dabei sein.

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In guter Form: Niklas Brake ist ein Lichtblick bei Neckarsulm.

Foto: Archiv/Veigel

Ein wenig Altbewährtes war bei den Neckarsulmern trotz des erfolglosen Oberliga-Auftakts dann doch zu sehen. Zumindest durch die Augen von Niklas Brake.

Nach dem ernüchternden 30:31 in Fellbach am vergangenen Wochenende stellte der Halbrechte der Sport-Union einen Schnappschuss der Partie in den Sozialen Medien ein. Und erinnerte mit der Bildunterschrift freudig an eine vertraute Verbindung, die eine erste, zaghafte Neuauflage gefunden hatte.

Die großen Fußspuren des Felix Kazmeier

Das Zusammenspiel von Brake und Kazmeier habe schon immer funktioniert, ließ der NSU-Shooter wissen und markierte seinen guten Kumpel Felix Kazmeier und dessen kleinen Bruder Luca. Während der große Kazmeier Neckarsulm nach gemeinsamen Jugendzeiten mit Brake früh Richtung 3. Liga entwachsen war, tritt nun Luca Kazmeier in die großen Spuren bei der Sport-Union. Und legte Niklas Brake bei seinem Aktiven-Debüt als Spielmacher das ein oder andere der acht Tore auf. Ein eigener Treffer fehlte nicht nur ihm, sondern auch seinem Team, um zumindest einen Zähler mitzunehmen. Nicht nur das soll an diesem Samstag (20 Uhr) beim ersten Heimspiel gegen den TSV Zizishausen anders werden.

Denn von der altbewährten Neckarsulmer Abwehrstärke, die vor dem Saisonstart von NSU-Trainer Clemens Borchardt beschworen worden ist, war beim Auftakt sehr wenig zu sehen. Warum? Das war für den Chefcoach direkt nach dem ersten Dämpfer ein echtes Rätsel.

Moritz Kerner fällt mit Muskelfaserriss aus

Bereits vor der Partie in Fellbach hatte Borchardt ziemlich knobeln müssen. Und zwar bei seinem Personal. Denn gleich mehrere Stammkräfte fielen verletzungsbedingt aus und machten das Wiederaufleben der Brake-Kazmeier-Verbindung über mehrere Minuten erst möglich. Gegen Zizishausen könnte zumindest wieder Robin Mahl zu seinen ersten Spielminuten kommen. Zu den Langzeit-Ausfällen Jonas Heilmann und Sandro Gohly gesellt sich aber auch noch Moritz Kerner, der sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen hat.

Ein Ausweichen in die Ballei ist nicht möglich

Nicht dabei sein wird am Samstagabend auch so mancher Neckarsulmer Stammzuschauer. Das Corona bedingte Hygienekonzept der Pichterichhalle lässt lediglich einen ganz geringen Teil der Fans zu.

"In dieser Halle ist es leider extrem schwierig", sagt Sascha Göttler, bei der Sport-Union unter anderem zuständig für das Ticketing. Genehmigt ist der Platz für 39 Schaulustige, darunter vier vorgeschriebene Gästefans und ein Schiedsrichterbeobachter. Die mittlere der drei Reihen auf der Zuschauertribüne muss gesperrt bleiben.

Außerdem sind auf Vorgabe der Stadt nur Einzeltickets verkauft worden, berichtet Göttler. "Aktuell geht nicht mehr", sagt er mit Blick auf die Heimspielstätte der NSU-Männer die normalerweise Kapazität für bis zu 300 Fans bietet.

Das Ausweichen in die Ballei, deren Hygienekonzept durch die Neckarsulmer Bundesliga-Frauen bereits erprobt ist, wäre theoretisch denkbar, "aber die ist nicht nur durch unseren Verein sehr stark gebucht", glaubt Sascha Göttler nur an vereinzelte Termine wie das Derby gegen Lokalrivale Weinsberg.

Der Heimauftakt wird diesmal anders werden. Ein wenig Altbewährtes will aber nicht nur Niklas Brake ganz gerne sehen.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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