Das Neckarsulmer Ziel: voll da sein

Handball  Die Bundesliga-Frauen der Neckarsulmer Sport-Union planen vor der Auswärtspartie gegen Verfolger Bensheim-Auerbach, ihre Trainerin Tanja Logvin zu überzeugen.

Email

Mit vorbildlichem Einsatz: NSU-Regisseurin Lynn Knippenborg

Foto: Veigel

Es braucht nur eine Frage. Kann jede Neckarsulmerin diese bejahen, ist Trainerin Tanja Logvin zufrieden - unabhängig vom Ergebnis. So wird es auch am Ostersamstag nach dem Bundesliga-Spiel bei Verfolger HSG Bensheim-Auerbach (18 Uhr) sein. "Habe ich 60 Minuten alles gegeben, was ich kann?" Darauf lässt sich für Logvin das Wesentliche reduzieren. Und eine Antwort auf das 28:30 in Leverkusen geben. Denn diese Antwort erwartet die 46-Jährige.

Problemzone erste Halbzeit

Auch für die Aufarbeitung der unnötigen Niederlage bei Bayer reichte der NSU-Trainerin eine einfache Frage an ihre Mannschaft: "Hat Leverkusen gewonnen oder habt ihr selbst verloren?" Allen sei nach der hohen Hypothek aus der schwachen ersten Hälfte, der unbelohnten Aufholjagd und dem Dämpfer am Ende schmerzlich bewusst gewesen: "Wir müssen konzentrierter arbeiten - ein Spiel fängt schon beim Aufwärmen an, jede Sekunde zählt".

Ein Neckarsulmer Edelfan hatte die Auffälligkeit schon früh ausgemacht und auf der NSU-Facebook-Seite nebst Glückwünschen mit einem Augenzwinkern angemahnt. "Vielleicht solltet ihr in Zukunft immer mit der zweiten Halbzeit beginnen", kommentierte Ex-DHB-Präsident Bernhard Bauer am 13. Februar das Neckarsulmer 33:24 (12:13) bei den Ketscher Kurpfalz Bären. Mit Ausnahme der 24:36-Schlappe in Bietigheim war die zweite Hälfte seither in sechs Spielen stets die bessere der SU. In der Regel reichte das für zwei Bundesliga-Punkte.

Lernprozess für die Jungen

"Gegen Mainz, die Bären oder Bad Wildungen drehst du die Spiele noch, aber jetzt warten Gegner auf Augenhöhe wie Leverkusen, da geht das nicht so einfach", mahnt Tanja Logvin. Sie vermutet, dass sich die ein oder andere ihrer Sache zuletzt zu sicher gewesen ist. Schließlich hatte eine Leistungssteigerungen im zweiten Durchgang oft gereicht: "Das ist Unerfahrenheit und ein Lernprozess. Sie sind noch jung."

Deutlich über dem Altersschnitt der Mannschaft liegt Lynn Knippenborg. Die Regisseurin bringt mit ihren 29 Jahren viel Routine mit. Und nimmt auch deshalb eine tragende Rolle bei der Sport-Union ein, wie Tanja Logvin betont: "Lynn ist ein absolutes Vorbild, gerade für die Jungen."

Knippenborg hat den Killer-Instinkt

Die Niederländerin geht im Angriff voran, übernimmt in wichtigen Phasen der Partie gerne die Verantwortung. Und liefert fast durchgängig zuverlässig ab. In Leverkusen war sie trotz Verletzungsrückstand wieder einmal der Aktivposten in der NSU-Offensive und mit zehn Treffern sowie einer Wurfquote von mehr als 83 Prozent beste Frau auf dem Feld. Natürlich freut das ihre Trainerin: "Sie ist absolut Weltklasse und hat den Killer-Instinkt, der den anderen ab und an noch fehlt." Wobei Statistiken Logvin im Nachgang eher weniger interessieren: "Wichtig ist, dass die Mädels den Mut haben, es zu probieren und nicht zurückziehen."

Diesen Einsatz erwartet die Trainerin auch beim starken Siebten Bensheim-Auerbach. Und zwar von Anfang bis zur Schlusssirene. Dann ist sie in jedem Fall zufrieden.

 

Oster-Überraschung
Im Abschlusstraining sind die Neckarsulmerinnen am Karfreitag von den Fans mit einem Osterpräsent überrascht worden. Getreu dem Motto, faire Sportlerinnen erhalten faire Osterhasen, bekam das gesamte Team inklusive des Betreuerstab Osterhasen und Kekses aus dem Weltladen Neckarsulm. Präsentiert wurde die Überraschung in der zum 1250 Jahre Stadt Neckarsulm-Jubiläum gefertigten Tasse. Corona bedingt waren die Fans der Blauen Wand nicht selbst vor Ort dabei.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Kommentar hinzufügen