Das Gemeinschafts-Gefühl ist auf Anhieb zurück

Handball  Beim Start in die Vorbereitung der Handballmänner und -frauen des TB Richen spielt das eigentliche Training nur eine Nebenrolle. Die Freude über das Wiedersehen in dieser Konstellation ist riesig.

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Ein bisschen was für die Koordination und Kondition: Trainer Tobias Gimber (re.) leitet sein Team um Janina Wolf (vorne) bei den Übungen an.

Foto: Klaus Krüger

Nicht einmal Tore gibt es, zumindest keine für Handballer. Auch das Spielfeld entspricht nicht ganz den Maßen, die Handballer normalerweise so gewohnt sind. Und heiß ist es, immer noch über 30 Grad, als die Frauen und Männer des TB Richen nacheinander auf dem großen Sportplatz in Richen ihr Training aufnehmen.

Die Stimmung: trotzdem top. Ein großes Stelldichein, viele sind sogar mit dem Rad aus Eppingen rüber gefahren - verschwitzt, aber glücklich sind sie alle. Die Vorfreude auf eine anstrengende Einheit dürfte selten so groß gewesen sein, wie in diesen Tagen: Die sinkende Sieben-Tage-Inzidenz lässt Sport im Freien in größeren Gruppen wieder zu - ganz ohne Tests.

Julian Müller hat nach langer Zeit ohne Teamtraining trotzdem alle wiedererkannt

Im Oktober haben sich die Handballer zuletzt in dieser Konstellation getroffen. "Ich erkenne trotzdem alle wieder, die meisten haben sich ja schon die Haare schneiden lassen", sagt Julian Müller, ehe es auf fremdem Terrain endlich losgeht. Die Hitze: ganz gleich. "Dann schwitzt man wenigstens mal wieder richtig", sagt Müller, der dem Mannschaftsrat angehört. Das Signal: Das ganze Drumherum spielt keine Rolle. Hauptsache zusammen. Hauptsache Sport in der Gemeinschaft. "Darauf haben alle Bock", sagt Müller.

Die Inhalte des Trainings spielen bei dem ersten Wiedersehen keine Rolle. "Wir gucken mal, was die Fitness so macht", sagt Trainer Benjamin Bernauer, der neben Pass- und Kräftigungsübungen noch ein kleines Fußballspiel plant. Ein lockerer Aufgalopp in die Vorbereitung - wobei der Trainer sagt: "Vorbereitung ist ein bisschen hoch gegriffen. Sich wieder zu treffen, hat Vorrang." Zumal natürlich noch unklar ist, wann eine Saison starten würde.

Wieder gemeinsam zu Duschen ist für das Team ein großes Ereignis

So konnte es Bernauer auch verkraften, dass der schon für Dienstag anvisierte Start kurzfristig um zwei Tage verschoben wurde. "Das hätte sich ja mit dem deutschen EM-Spiel überschnitten." Einen Schritt weiter als die Männer sind die Frauen. Das Team von Tobias Gimber ist seit einer Woche bereits wieder im Mannschaftstraining. Und ist immer noch euphorisiert. "Am Dienstag durften wir sogar zum ersten Mal wieder zusammen duschen - das war ein großes Ereignis", sagt Janina Wolf. Man freut sich über Kleinigkeiten.

Janina Wolf trägt eines jener pinken T-Shirts, die sich das Team hat anfertigen lassen. Vorne steht "TB Geil is back" drauf. Hinten wahlweise "Die Party geht weiter" oder "Alles fürs Team". Es passt ins Bild. "Das Team steht im Vordergrund", sagt Wolf, die sich auch diese dritte Trainingseinheit nicht nehmen lässt. Allerdings trudelt sie als Letzte fünf Minuten später auf dem Fußballplatz ein. "Ich komme gerade vom Impfen", sagt die 27-Jährige. Zusätzlich zum kleinen Piks gab das Okay, zum Training zu dürfen.

Gimber lässt - auch der Temperaturen geschuldet - ohnehin nicht allzu hart trainieren. "Es geht erstmal um die Gemeinschaftlichkeit, zu erinnern, wie sich Teamsport anfühlt", sagt er. Nächste Woche folgt Schritt zwei: Dann wollen beide Teams zurück in die Halle kehren.

Erstes F-Jugendtraining gut angenommen

Am Donnerstag hat es beim TB Richen auch ein erstes F-Jugendtraining gegeben - und es wurde gut angenommen, berichtet Tobias Gimber. Die Handballer hatten zuvor an den Grundschulen in Eppingen und Umgebung Werbung gemacht - offenbar mit Erfolg. "Man muss in diesen Zeiten einfach Angebote machen", sagt Frauentrainer Tobias Gimber, der beim Training mit den Kindern von einigen seiner Spielerinnen unterstützt wird. map


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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