Baustellen bei Bottwartal-Handballerinnen offengelegt

Bönnigheim  Der Drittligist SG Schozach-Bottwartal unterliegt im Finale des Stromberg-Cups in Bönnigheim. Die Gastgeberinnen des TSV Bönnigheim schlagen sich achtbar.

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Der TSV Bönnigheim hat Mut bewiesen und in komplizierten Zeiten seinen traditionellen Stromberg-Cup ausgerichtet. Mut, der am vergangenen Wochenende belohnt wurde, durch tolle Handballspiele und viele Zuschauer. "Natürlich bringt die Ausrichtung in Pandemie-Zeiten mehr Aufwand mit sich. Ich denke aber, wir haben das gut gemeistert", sagte Timo Schön. Gemeinsam mit Abteilungsleiter Christof Weis und Jochen Schmälzle zog er die Organisationsfäden für das Männer-Turnier am Samstag und das erstmals ausgerichtete hochklassig besetzte Frauen-Turnier am Sonntag.

Dessen erster Sieger heißt SG Kappelwindeck/Steinbach. Der Drittligist gewann das 35-minütige Endspiel gegen den Ligakonkurrenten SG Schozach-Bottwartal (SGSB) deutlich mit 23:10. "Wir haben den Kampf nicht angenommen", sagte SGSB-Trainer Hans Christensen sichtlich enttäuscht vom Turnierabschluss. Durch die Vorrunde war seine Mannschaft verlustpunktfrei marschiert. Zum Auftakt gab es ein klares 19:11 gegen die Gastgeberinnen, dann ein 19:16 gegen den rheinlandpfälzischen Oberligisten HLZ Ketsch-Friesenheim und abschließend ein deutliches 23:11 gegen Drittligist TSV Heiningen.

Bottwartal lässt Chancen liegen

Baustellen bei Bottwartal-Handballerinnen offengelegt

Sieht noch einige Baustellen vor sich: Bönnigheims Coach Stefan Martin.

Das Endspiel lief jedoch von Beginn an gegen die SGSB. In der Anfangsphase ließen die Bottwartälerinnen reihenweise beste Chancen liegen oder scheiterten an Keeperin Zoe Bürger. Da half es wenig, dass die eigene Abwehr um Keeperin Jana Brausch grundsätzlich einen ordentlichen Job machte. Vier Tore nach den ersten 17:30 Minuten waren eine indiskutable Ausbeute. Kein Wunder, dass der ambitionierte Trainer ("Ich will jedes Spiel gewinnen") unzufrieden war. "Köpfe und Beine wurden immer schwerer", vermisste Christensen eine Trotzreaktion seines Teams im zweiten Durchgang. Stattdessen unterliefen der Mannschaft teils haarsträubende Ballverluste. Nach 28 Minuten waren die Badnerinnen auf 17:7 davongezogen.

Bis zum Drittliga-Auftaktspiel am 4. September bei der HSG Wittlich bleibt noch viel Arbeit. "Wir spielen bis dahin jedes Wochenende, um den Rhythmus zu finden", sagt Christensen.

Bönnigheim trainiert noch vier Wochen

Baustellen bei Bottwartal-Handballerinnen offengelegt

Hans Christensen (M.) hat jetzt das Sagen bei der SG Schozach-Bottwartal.

Noch fast vier Wochen länger dauert die Vorbereitungsphase bei den Oberliga-Frauen des TSV Bönnigheim. Trotzdem wird es bis dahin keine Trainingspause mehr geben. "Wir haben noch genügend Baustellen", sagt Trainer Stefan Martin. Statt einen Urlaubskorridor vorzugeben, dürfen seine Spielerinnen ihre Auszeit frei wählen. Um die Motivation hochzuhalten, gibt es zusätzliche Einheiten abseits des Handballs.

Kein Wunder, dass die TSV-Frauen vor dem ersten Heimspiel mit Zuschauern seit mehr als einem Jahr "richtig nervös" waren, wie Rückraumspielerin Katja Kerner zugab. Die deutliche Niederlage gegen den Lokalrivalen SGSB war der entsprechend zerfahrenen Anfangsphase geschuldet. In den beiden folgenden Spielen war der TSV auf Augenhöhe, bekam beim 13:13 gegen Ketsch den Sack aber nicht zu und verlor nach Halbzeitführung gegen Heiningen in der zweiten Hälfte den Faden. Die Folge war eine unglückliche 18:19-Niederlage.

"Wir müssen uns als Team noch besser aus schwierigen Situationen herausziehen", erkannte Martin eine der Baustellen, die noch anzugehen sind. Denn der TSV geht die neue Oberliga-Saison ambitioniert an. Dass in der Vorbereitung fast nur gegen höherklassige Gegner getestet wird - wie eben auch beim eigenen Turnier - ist kein Zufall. "Wir haben uns schon was vorgenommen", sagt Martin.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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