Altes Grundgerüst, neuer Coach und drei Ex-Neckarsulmer beim TSV Weinsberg

Handball  Weinsberg ist gut durch die Oberliga-Vorbereitung gekommen, Trainer Michael Stettner muss aber weiter an der Abwehrqualität arbeiten

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Michael Stettner hat eine erbauliche Vorbereitung seines neuen Teams gesehen. Der Weinsberger Trainer muss also gar nicht kritisch dreinblicken.

Foto: Andreas Veigel

Nach drei Ligaspielen endete die Vorsaison, auf eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde verzichtete der TSV Weinsberg. Wenn an diesem Samstag (20 Uhr) in der Weibertreuhalle der Anpfiff zur Oberliga-Partie gegen die SG H2Ku Herrenberg erfolgt, dann ist es das erste Pflichtspiel für die Gastgeber seit satten elf Monaten. Da herrscht natürlich eine gewisse Unsicherheit. "In der Liga gibt es viele Unbekannte. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns nicht verstecken müssen", sagt Michael Stettner.

Der 38-Jährige hat in den vergangenen Jahren die Frauen der SG Schozach-Bottwartal von der Landesliga bis in die 3. Liga geführt. In Weinsberg will er nun die Männer voranbringen. "Die Mannschaft hat mir den Einstieg leicht gemacht", sagt Stettner. Nach der langen Pause sei es zwar schwierig gewesen, die richtige Belastungssteuerung zu finden, doch "wir sind gut durch die Vorbereitung gekommen".

Kompliment vom Trainer für die Vorbereitung

"Die Jungs sind mit dem Kopf bei der Sache. Ich muss ihnen ein Kompliment für die Vorbereitung machen", sagt Stettner. Das Grundgerüst des Teams ist das Bewährte: die König-Brüder Jan und Sven sowie Max Schulze sind die Führungsfiguren. Aus Neckarsulm kehrt Linksaußen Robin Mahl nach Weinsberg zurück, der ganz sicher eine Verstärkung sein wird. Mit Felix Hofacker wurde zudem ein oberligaerfahrener Kreisläufer aus der Verfügungsmasse der Sport-Union verpflichtet, der große Defensivstärke besitzt.

Die Abwehrqualität zu verbessern, stellte Stettners große Baustelle der Vorbereitung dar. "Es fiel in den vergangenen Jahren schon auf, dass Weinsberg Spiele eher mit 36:33 als mit 28:24 gewonnen hat", hatte Stettner bereits im Stimme-Interview kurz nach der Bekanntgabe seines Wechsels gesagt. "Wir verteidigen jetzt aggressiver und haben auch an der Kommunikation gearbeitet", nannte der TSV-Trainer konkrete Veränderungen.

Fragezeichen im Tor

Ein paar Fragezeichen bestehen noch auf der Torhüterposition. Der hochveranlagte Tobias Krems ist zum Ligakonkurrenten HC Neuenbürg gewechselt, Adrian Zügel und Neuzugang Marc Krammer müssen sich in der vierten Liga noch beweisen.

Das hat der Rückraumrechte Mortiz Wahl längst getan. Der 23-Jährige ist inzwischen eine feste Größe im Team. Die vor der vergangenen Saison verpflichteten Robin Pech und Timon Ströbel brennen darauf, endlich mal über eine ganze Spielzeit ihr Können zu beweisen. Selbst der von Verletzungen gebeutelte Mert Darancik ist beinahe noch ein gefühlter Neuzugang.

Kazmeier gibt Käpt´n König Verschnaufpausen

Tatsächlich neu im Kader ist ein junger Spieler, der einen in der Region sattsam bekannten Nachnamen trägt: Kazmeier. Der Sohn der einstigen Neckarsulmer Rückraumgröße Reiner und Bruder des Kornwestheimer Drittliga-Spielers Felix hat in der Vorbereitung schon starke Spiele für die Weinsberger abgeliefert. Im Gegensatz zum Vater und großen Bruder ist Luca Kazmeier ein Spielmacher. Mit seiner manchmal unorthodoxen Spielweise sorgt er einerseits für Überraschungen, andererseits ermöglicht er Kapitän Sven König die eine oder andere Verschnaufpause. Körperlich wird der 20-Jährige sicher noch etwas zulegen müssen.

Dank ihres gefestigten Gerüsts darf von den Weinsbergern trotz der langen Pause ein guter Start in die Saison erwartet werden. Das Potenzial, um im oberen Drittel der Liga mitzuspielen, hat der TSV.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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