Verbände ringen um eine einheitliche Lösung

Handball  Das Bundesligaspiel der Handballfrauen der Neckarsulmer Sport-Union gegen Buxtehude soll mit Zuschauerbegrenzung stattfinden. Der Handballverband will am Mittwoch eine Entscheidung über das weitere Vorgehen bekanntgeben.

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Spiel und Kampf auf dem Feld, oder Absage? Alles ist weiter möglich.

Foto: Veigel

Es wurde am Dienstag auf allen Ebenen des Handballs in Deutschland viel telefoniert und diskutiert. Entscheidungen sollen aber erst am Mittwochmorgen bekannt gegeben werden.

"Augenblicklich gehen wir davon aus, dass unser Bundesligaspiel am Samstag gegen Buxtehude stattfindet", sagte Sascha Göttler am Dienstag. Mit einer Einschränkung, wie der Pressesprecher der Neckarsulmer Sport-Union betonte: "Wir begrenzen die Zuschauerzahl auf 1000 Personen." Normalerweise dürfen bis zu 1300 Zuschauer in die Ballei. Für die getroffene Regelung gab die Stadt Neckarsulm ihre Erlaubnis.

Die Liga will die Spiele unbedingt weiterlaufen lassen

Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) hat ihre Vereine darüber informiert, dass sie den Spielbetrieb unbedingt weiterlaufen lassen will. Zur Not eben ohne Zuschauer. Das sei allein mit Blick auf die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe zwingend erforderlich. Laut Spielplan würde die Saison am 16. Mai enden.

Auf Ebene des Handballverbands Württemberg (HVW) gäbe es theoretisch Zeit bis zum 30. Juni, um den Spielbetrieb zu Ende zu bringen. Daher wäre hier auch eine Aussetzung der Spiele für einen gewissen Zeitraum denkbar.

Am Dienstag tagte das HVW-Präsidium, anschließend gab es eine Telefonkonferenz aller Landesverbände mit dem Deutschen Handballbund (DHB). Das Ergebnis der Beratungen soll am Mittwoch bekannt gegeben werden. "Ziel ist natürlich, eine bundeseinheitliche Lösung zu finden", sagte Michael Roll. Der Vorsitzende des Verbandsausschusses Spieltechnik betonte: "Wichtig ist, dass kein Verein benachteiligt wird."

In unteren Ligen wären auch Geisterspiele denkbar

Das könnte zum Beispiel geschehen, wenn eine Kommune eine Sporthalle sperrt. So geschehen bereits am vergangenen Wochenende in Steinheim am Albuch auf der Schwäbischen Alb. Generell ist es derzeit jedem Verein freigestellt, seine anstehenden Partien aufgrund des Coronavirus abzusagen.

Gerade in unteren Ligen wären natürlich auch Geisterspiele denkbar, da dort ohnehin kaum Zuschauereinnahmen zu erwarten wären. Im Bundesligabereich, besonders bei den Männern, würde das die Clubs aber erheblich treffen.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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