Treffen mit einem alten Bekannten

Fußball  Verbandsligist Hollenbach reist am Sonntag zu Calcio Leinfelden-Echterdingen. Mit Lukas Ryl spielt dort ein Akteur, der vergangene Saison noch für den FSV verteidigte.

Treffen mit einem alten Bekannten

Philipp Hörner (vorne links) und Torben Götz sind nach dem Saisonstart des FSV Hollenbach positiv gestimmt. Nach dem 2:0-Sieg gegen den SV Fellbach geht es nun zu Calcio Leinfelden-Echterdingen.

Foto: Marc Schmerbeck

Schon am vergangenen Samstag war der Einsatz von Manuel Hofmann beim Verbandsligisten FSV Hollenbach fraglich. Der Routinier spielte dann doch, trotz einer Patellasehnen-Entzündung, die er sich im Spiel gegen Rutesheim zuzog. Dies wird am Sonntag (15 Uhr) beim Gastspiel bei Calcio Leinfelden-Echterdingen nun nicht möglich sein. Ein Problem für Trainer Martin Kleinschrodt. Ein großes Problem. Denn auch Arne Schülke fehlt weiter und zudem ist Philipp Volkert angeschlagen. Damit fehlen dem Coach die Alternativen in der Innenverteidigung. Der 19-jährige Jonas Limbach wird nun voraussichtlich vom gelernten Sechser zum Abwehrchef. Wer an seiner Seite verteidigt, ist noch offen. Im Training testeten Kleinschrodt und seine Co-Trainer Jens Breuninger und Hofmann einige Varianten. "Ich weiß noch nicht, wie ich es mache", sagt Kleinschrodt.

Manuel Hofmann freut sich auf das Wiedersehen

Der Blick fällt da unweigerlich auf den Gegner. Dort spielt mit Lukas Ryl ein alter Bekannter. Ein ehemaliger Hollenbacher Innenverteidiger. Beim FSV bekam er nur selten die Chance. Bei Calcio stand er nun schon in sechs Partien auf dem Feld. "Wir freuen uns, Lukas wiederzusehen", sagt Manuel Hofmann. "Er ist ein super Typ. Obwohl er eher in der zweiten Reihe stand, hat er immer für gute Laune gesorgt, Stimmung gemacht und Vollgas gegeben. Er ist ein richtiger Teamplayer." Und davon fehlte es bei Calcio in den vergangenen Runde. Die Mannschaft wirkte oft wie eine Ansammlung starker Individualisten. Und wenn diese Lust hatten, spielten sie beinahe jeden Gegner an die Wand. Doch nicht immer war die Lust vorhanden.

Calcio spielt überwiegend mit einer Fünferkette

In dieser Saison wollte man bei Leinfelden-Echterdingen mehr Wert auf die Defensive legen. Meist wurde in den bisherigen Spielen mit einer Fünferkette agiert. Das Konzept ging zuletzt auf. Nimmt man das Pokalspiel gegen den SV Zimmern dazu, gelangen vier Siege in Folge. Zwei davon allerdings gegen die Aufsteiger Fellbach und Heimerdingen, die im Tabellenkeller stehen. Der vierte Sieg sprang gegen die SKV Rutesheim heraus, für die es in dieser Saison auch noch nicht rund läuft. Beachtlicher ist da schon das 1:1 gegen den noch ungeschlagenen Spitzenreiter TSG Backnang.

Mit dem Saisonstart des eigenen Teams ist Hofmann zufrieden. "Es war eher überraschend positiv. Die offensive Spielweise passt ganz gut, auch wenn es dann bei Ballverlusten schnell gefährlich wird." So erzielten die Hollenbacher schon 23 Tore - nur Backnang (25) zeigt sich treffsicherer. Die Offensive war in den vergangenen Jahren auch das Prunkstück bei Calcio Leinfelden-Echterdingen. Doch in dieser Saison gelangen erst neun Tore - was sicher auch dem verstärkten Fokus auf die Defensive geschuldet ist. "Wir sind gewarnt und wissen, was auf uns zukommt", sagt Kleinschrodt. Die haben nach vorne richtig Qualität und bei uns wird die Defensive improvisiert sein. Es wird sicher ein offenes Spiel. Wir werden nicht mauern."

Für Karl-Heinz Sprügel ist der Gegner unberechenbar

Auch FSV-Manager Karl-Heinz Sprügel hat vor der Partie einige Fragezeichen. "Die sind unberechenbar. Noch unberechenbarer als wir", sagt er über den Gegner. "Aber wir fahren dorthin, um etwas zu holen. Es ist ja allgemein so, dass von den ersten zehn in der Liga jeder jeden schlagen kann. Aber Calcio kann an einem guten Tag jeden kaputt machen."

Auch er dürfte das Spiel in der vergangenen Saison in Echterdingen, das Rückspiel gegen Calcio, noch in schlechter Erinnerung haben. Nach einem verschossenen Elfmeter und einem Treffer von Samuel Schmitt führte der FSV zur Halbzeit verdient. Nach der Pause wurden die Hollenbacher dann auseinander genommen, liefen auf dem Kunstrasen nur noch hinterher und verloren 1:3. Aber die Partie war auch ein gewisser Wendepunkt. Danach schien der Aufstiegskampf für den FSV abgehakt, doch er begann nun erst und endete mit der Relegations-Niederlage.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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