Starker Heymann reicht nicht: Göppingen geht am Ende die Luft aus

Handball  Frisch Auf unterliegt im DHB-Pokal den Rhein-Neckar Löwen in der Verlängerung mit 34:36. Der Horkheimer Sebastian Heymann überzeugt dabei mit sieben Toren und stellt einen Nationalmannschaftskonkurrenten in den Schatten.

Starker Heymann reicht nicht: Göppingen geht am Ende die Luft aus

Seine sieben Tore reichten nicht: Sebastian Heymann.

Foto:imago images/wolf-sportfoto

Nach dem überzeugenden Derbysieg am vergangenen Sonntag gegen den TVB Stuttgart gab Sebastian Heymann bei Sky ein bemerkenswertes Interview. Ex-Nationalspieler Stefan Kretschmar forderte als TV-Experte vom Horkheimer in Göppinger Diensten: "Du bist acht Mal so groß und breit wie ich. Wer, wenn nicht du, muss von neun oder zehn Metern hochgehen und die Dinger reinmachen?" Sebastian Heymann antwortete einsichtig: "Ich weiß, dass ich mich nicht selbst limitieren darf."

Heymann stellt seine enorme Vielseitigkeit unter Beweis

Die öffentliche Kritik an seiner zu zurückhaltenden Spielweise nahm sich der 21-Jährige zu Herzen. Im DHB-Pokal-Achtelfinale am Mittwoch bei den Rhein-Neckar Löwen nutzte Heymann häufiger die Gelegenheit, forscher den eigenen Abschluss zu suchen. Drei seiner sieben Treffer erzielte der Rückraumlinke aus eben jener klassischen Shooter-Distanz. Zwei Tore im Gegenstoß, eines nach Wurftäuschung aus kurzer Distanz und eines ins leere Tor vom Anwurfkreis unterstreichen Heymanns Vielseitigkeit. Dazu kamen sieben Torvorlagen. Die gut 60-prozentige Wurfquote war auch in Ordnung.

Nur mal zum Vergleich: Steffen Fäth, in der Nationalmannschaft eine feste Größe im linken Rückraum, blieb in der Partie ohne einen Torwurf.

Andy Schmid ist am Ende der Spieler, der den Unterschied macht

Dass die lange in Führung liegenden Göppinger am Ende in der Verlängerung mit 34:36 (16:14, 29:29) verloren, hatte andere Ursachen. "Am Ende entscheidet wohl vor allem die überragende Spielführung von Andy Schmid. Uns haben am Ende auch ein wenig die Körner gefehlt", gab Hartmut Mayerhoffer zu. Daran hatte der Göppinger Coach allerdings seinen Anteil, denn er setzte lediglich neun Feldspieler ein, vier weitere schmorten 70 Minuten auf der Bank.

In der Tat war es aber einmal mehr der überragende Schweizer Spielmacher der Löwen, der mit seinen zehn Toren und zehn Vorlagen den Unterschied machte. "Solche Spiele braucht man manchmal auch, dass man scheiße spielt und trotzdem gewinnt. Wie wir ins Viertelfinale gekommen sind, interessiert in zwei Wochen keine Sau mehr", äußerte sich der 36-Jährige nach Spielende ungewohnt deftig.

Göppingen reist am Samstag nach Magdeburg

Die nach miserablem Saisonstart langsam in die Spur findenden Göppinger grämten sich allerdings nicht, sondern betonten die positiven Aspekte. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht über das Ergebnis. Aber wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung. Sowohl kämpferisch als auch vom spielerischen Niveau.", sagte Mayerhoffer. Viel Zeit zum Hadern bleibt ohnehin nicht. Bereits am Samstag (18.30 Uhr) geht es mit dem Bundesliga-Gastspiel beim SC Magdeburg weiter. Am besten mit einem unlimitierten Sebastian Heymann.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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