Sebastian Heymann zum WM-Aus der U21

Es hat nicht sollen sein mit dem Traum einer WM-Medaille bei der U21-Weltmeisterschaft in Spanien. Die DHB-Auswahl scheiterte am Mittwochabend in einem echten Achtelfinal-Krimi mit 36:37 in der Verlängerung an starken Portugiesen.

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Es hat nicht sollen sein mit dem Traum einer WM-Medaille bei der U21-Weltmeisterschaft in Spanien. Die DHB-Auswahl scheiterte am Mittwochabend in einem echten Achtelfinal-Krimi mit 36:37 in der Verlängerung an starken Portugiesen. Unser Redakteur Stephan Sonntag hat am Donnerstag mit Kapitän Sebastian Heymann über die Gründe für das Aus gesprochen.

Wie sehr schmerzt die knappe Niederlage einen Tag später noch?

Sebastian Heymann: Natürlich tut es nach wie vor weh. Wir müssen das jetzt aber akzeptieren, so ist der Sport. Wir haben sicher einen großen Kampf geliefert.
 

Warum hat es nicht zum Viertelfinaleinzug gereicht?

Heymann: Wir haben Till (Torhüter Till Klimpke, Anm. d. Red.) in der Abwehr nicht genug helfen können, haben uns gerade in der Anfangsphase sehr schwer getan, den gegnerischen Kreisläufer zu stoppen. Die Portugiesen haben aber auch auf den Halbpositionen hervorragende Schützen und einen dynamischen Mittelmann, der gefühlt jeden Wurf versenkt hat.
 

Der Sieg der Portugiesen war also verdient?

Heymann: Letztlich ja, schließlich sind wir fast die ganze Zeit einem Rückstand hinterhergelaufen. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit haben wir es in Unterzahl nochmal geschafft, zwei Tore aufzuholen und uns in die Verlängerung zu retten. Doch das klappt eben nicht immer.
 

Beim Stand von 34:34 in der Verlängerung vergab Joshua Thiele frei am Kreis die dicke Chance zur Führung. War das der Knackpunkt?

Heymann: Wären wir mal vorne gewesen, hätten wir uns womöglich frei von der Leber weg leichter getan. In so einem engen Spiel entscheiden letztlich Kleinigkeiten. Über das gesamte Spiel lag es sicher nicht an unserer Angriffsleistung, aber in der Verlängerung haben wir eben zwei klare Möglichkeiten nicht verwertet und sind dadurch wieder ins Hintertreffen geraten.
 

Dabei war nach den beiden starken Auftritten gegen Norwegen und Island gerade ein wenig Euphorie aufgekommen.

Heymann: Ja, wir waren auch überzeugt, jetzt wirklich im Turnier angekommen zu sein. Die Unterstützung aus der Heimat und hier vor Ort war phänomenal. Mehr als eine Million Menschen haben unsere Spiele auf Eurosport angeschaut. Das hätten wir nicht erwartet und das hat uns sehr gefreut.
 

Die WM war Ihre letzte Titelchance im Juniorenbereich. Jetzt müssen die internationalen Titel eben mit der A-Nationalmannschaft kommen, oder?

Heymann: So sieht es aus. Titel mit dem A-Team haben ja auch nochmal einen deutlich höheren Wert.


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