SGSB: Erstmals ist ein Gegner einfach zu stark

Handball  Es war eine verdiente 23:28-Niederlage des Drittliga-Aufsteigers SG Schozach-Bottwartal gegen TuS Metzingen II. Denise Geier hat sich womöglich schwer am Knie verletzt.

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SGSB: Erstmals ist ein Gegner einfach zu stark

Kaum ein Durchkommen für Saskia Benz (Mitte) gegen die körperlich starken Metzingerinnen Laetitia Quist (li.) und Svenja Hübner.

Foto: Andreas Veigel

Vier Heimspiele, drei Niederlagen - die Bilanz der SG Schozach-Bottwartal in der Langhanshalle riecht übel nach Abstiegskampf. Da der Drittliga-Aufsteiger aber mit 9:1 Punkten in der Fremde das beste Auswärtsteam der Südstaffel ist, bleibt auch nach der verdienten 23:28 (11:15)-Niederlage gegen den TuS Metzingen II unterm Strich ein starker fünfter Platz stehen.

Den Salto Nullo gegen körperlich klar überlegene Gäste hätte Michael Stettner schnell verdaut. Schwer aufs Gemüt schlug dem SGSB-Trainer eine Szene aus der vierten Minute. Da stieg Denise Geier zum Wurf hoch, traf zum 3:2, landete dabei aber auf dem Fuß einer Gegenspielerin und verdrehte sich das Knie. Die 29-jährige musste ausgewechselt werden, der böse Verdacht lautet: Kreuzbandriss. "Das würde acht Mal mehr weh tun als die Niederlage", sagte Stettner. "Mich hat schon der Kreuzbandriss von Tabea Kraft vergangene Woche schwer getroffen. Auf der Torhüterposition können wir das aber wenigstens kompensieren." Einen langfristigen Ausfall von Geier im Rückraum allerdings kaum.

Keine Wurfoptionen aus der Distanz

Das war schon gegen Metzingen zu sehen. Gegen die robusten TuS-Mädels fehlten die Wurfoptionen aus der Distanz. Ob Teresa Müller, Svenja Kaufmann, Isabel Mangold oder Saskia Benz - alles keine Riesinnen. Und die TuS-Defensive war zudem schnell genug auf den Beinen, um sich auch in Eins-gegen-Eins-Situationen nicht düpieren zu lassen. "Wir mussten immer auf sechs Meter rankommen, um abzuschließen. Wir hätten heute noch ewig spielen können, wir hätten die Partie nicht gedreht", war sich Stettner hinterher sicher.

Verloren ging das Spiel zwischen der 10. und 20. Minute. Beim Stand von 6:7 mussten Cinja Wehe und Mangold innerhalb von 33 Sekunden vom Feld. Kurz darauf erwischte es auch noch Müller. So wurde aus dem 6:7 ein 6:11 (19.). "Die Zeitstrafen haben uns das Genick gebrochen. Gegen so ein Team einen solchen Rückstand aufzuholen, ist extrem schwer", sagte Rechtsaußen Luisa Riek.

Um den 11:15-Pausenrückstand zu egalisieren, versuchten es die Gastgeberinnen zunächst mit der siebten Feldspielerin. Diese taktische Maßnahme hatte zur großen Aufholjagd im Heimspiel gegen Haunstetten geführt. Doch außer einem Gegentreffer ins verwaiste Tor passierte nichts. "Ich habe das schnell wieder gestoppt, weil ich gesehen habe, dass das heute nicht greift", erklärte Stettner. Nicht zuletzt wegen Geiers Ausfall.

Als letzte Idee ließ Stettner Metzingens Junioren-Nationalspielerin Laetitia Quist von Kaufmann in eine enge Deckung nehmen. Doch dadurch wuchs der Raum für die bärenstarke Kreisläuferin Svenja Hübner. "Die war für meine Mädels nicht zu verteidigen", sagte Stettner.

Es reicht nicht zum Buschbrand

So legte die SGSB zwar das eine oder andere Strohfeuer, holte mal zwei, drei Tore auf, doch zum Buschbrand reichte es nicht. "Wir sind dann immer wieder zu hektisch geworden und haben dann Bälle weggeschmissen", sagte Riek. Einen letzten Satz richtete die 20-Jährige noch in Richtung der Zuschauer: "Wir freuen uns immer, hier vor unseren vielen Fans zu spielen und wir werden auch noch einige Heimspiele in dieser Saison gewinnen."

SG Schozach-Bottwartal: Keller, Brausch (Tor) - Riek (4), Hönig (2), Hanak (1), Müller (1), Kaufmann (4), Brunn, Geier (1), Günsoy (1), Benz (3), Klenk (1), Wehe (1), Lang, Mangold (4/2), Asmuth,

Beste Schützinnen des TuS: Pandza (8/3), Hübner (6), Quist (5).

Siebenmeter: SGSB 2/2, TuS 3/3.

Zeitstrafen: 6/2.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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