Nur Platz 13 für die Handball-Juniorinnen um Selina Kalmbach bei WM

Handball  Die deutschen Handball-Juniorinnen um die Abstatterin Selina Kalmbach verabschieden sich mit einem 23:22-Erfolg gegen Japan und Platz 13 von der WM in Ungarn.

Von Dominik Knobloch

Keine Glückszahl

In der Mangel: Selina Kalmbach (links) und Co. hatten nicht nur die Schwedinnen über weite Strecken im Griff. Doch die Ergebnisse stimmten nicht.

Foto: IHF

 

In jedem Wurf lag ein wenig Enttäuschung. Ihr letztes Spiel bei der U 20-Weltmeisterschaft im ungarischen Debrecen hatten sich die Juniorinnen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) anders vorgestellt.

Was störte, war am Mittwoch Nachmittag weniger das dröge 23:22 (11:14) gegen Japan. Es war viel mehr der Fakt, dass damit lediglich der 13. Platz gewonnen war. Fürwahr keine Glückszahl für die deutsche Equipe um die Abstatterin Selina Kalmbach, die eigentlich mit einer Medaille hatte glänzen wollen.

Große Ambitionen der deutschen Mannschaft

Doch für die großen Ambitionen machte das deutsche Team am Dienstagabend mit einem 24:25 (12:9) im Achtelfinale gegen Titelverteidiger Dänemark eine zu unglückliche Figur. Zum dritten Mal im Verlauf des Turniers hatte nur ein Tor gefehlt. 18:19 gegen Schweden, 24:25 gegen Kroatien, dazu das 24:26 gegen Frankreich - schon in der Vorrunde haderten die DHB-Juniorinnen mit den Zahlen.

Die Vorbereitung auf den WM-Abschluss gegen Japan nach dem Nackenschlag gegen die Däninnen - extrem schwierig. "Der Dienstagabend war schon sehr düster. Es gab eine emotionale Aussprache. Wir waren komplett leer und es sind viele Tränen geflossen - auch kurz vor dem Japan-Spiel noch", sagte Selina Kalmbach offen.

Bei der letzten Partie dann mit einem Tor Abstand zu gewinnen, statt zu verlieren, fühlte sich zumindest nach ein wenig Genugtuung an. "Es war aber kein wirklicher Trost. So richtig verdaut haben wir das Dänemark-Spiel nicht. Das wird dauern. Wir waren das bessere Team, es war viel mehr drin - in der gesamten WM."

Der letzte Auftritt im Junioren-Nationaltrikot

Für viele Spielerinnen war es altershalber der letzte Auftritt im deutschen Juniorinnen-Trikot: "Das macht es doppelt ärgerlich", sagt Selina Kalmbach. Trotz aller Trauer machte sich das Team gestern Abend nach einem gemeinsamem Essen noch auf in die Stadt, um beim Ausgehen ein bisschen auf andere Gedanken zu kommen.

Am Donnerstagnachmittag geht es dann mit dem Flieger wieder zurück Richtung Heimat. "Es tut mir sehr leid für Selina, dass es so bitter gelaufen ist. Aber wir freuen uns auf sie", sagte Kalmbachs Neckarsulmer Vereinstrainer Pascal Morgant.

Auch wenn die Zielsetzung nicht erfüllt wurde - die Linksaußen geht auch mit wertvollen Erfahrungen im Gepäck Richtung Bundesliga-Vorbereitung: "Ich bin wahnsinnig froh und stolz, dabei gewesen zu sein."

Verantwortung getragen

Das Vertrauen des deutschen Trainerduos Marielle Bohm und Jens Pfänder hat der 20-jährigen Unterländerin nach der schwierigen Saison in Neckarsulm gut getan: "Es war schön, mal wieder Verantwortung tragen zu dürfen und mit Mut aufzutreten." Enttäuschung wird in Selina Kalmbachs Würfen bald schon nicht mehr liegen.